Zitat von megan:ich spreche insbesondere von wissenschaftlicher methodik, die eben nicht auf einzelbeobachtungen und subjektivität basiert, sondern regeln unterliegt
Zitat von woodstock:werden die bestände gezählt
Da ist halt zunächst einmal die Frage: Mit welcher Methodik zählt man Wildtierbestände, die vorhanden wären, gäbe es keine Jagd. Dazu müßte ja erst einmal alle Jagd zumindest für 10 Jahre ausgesetzt werden, um hier überhaupt zu einem Ergebnis zu kommen. Oder wird das hochgerechnet nach einem Ameisenvermehrungsquotienten?
Bei uns gab es neben dem schon erwähnten Fall allerdings durchaus einmal eine Möglichkeit, das abschätzen zu können. Da hat nämlich ein widerborstiger Mensch ein Anwesen mit einer großen Grundfläche, samt Wäldern, Wiesen, Äckern erworben, und daraufhin dort, auf seinem Grund und Boden, die Jagd verboten. Was allerdings jahrelange Gerichtsverhandlungen nach sich gezogen hat und zuletzt, wie nicht anders zu erwarten, zum einem Verbot des Verbietens geführt hat (außer, er würde das gesamte Grundstück einzäunen). Denn das könnte ja eine Vorbildwirkung haben, und dann würden den lieben naturschützenden Jägerlein am Ende ja ein paar Trophäen entgehen.
Jedenfalls: Was ist in den Jahren, in denen das Jadgverbot Bestand hatte, passiert? Genau gar nichts! Welche Überraschung natürlich! Meint das Jägerlatein doch, in diesem Fall würde sich alles derart vermehren, daß die Wildschweine neben den Feldhasen schon hoch oben in den Bäumen hocken.
Und zudem: Würden Eure (wissenschaftlichen und zählerischen) Glaubenssätze tatsächlich stimmen, so müßte sich alles Getier, das nicht bejagt wird, ja in einer Unzahl verbreiten. Die Luft müßte geradezu schwirren vor lauter *beep* (Singpiepmatzen) und Schmetterlingen, und man würde keine zwei Meter mehr sehen. Was aber ohnehin egal wäre, weil man dauernd auf Igel, Salamander, Eidechsen, Frösche steigen würde und sowieso nicht mehr aus dem Haus gehen könnte. Und da vor einigen Zeiten auch die Jagd auf Greifvögel verboten worden ist, könnte man nicht einmal das Köpfchen auch nur aus dem Klofenster hinausstrecken, ohne von Habichten, Adlern und Aasgeier behackt zu werden. Nicht einmal nachts, denn da haben einen gleich die Eulen am Schopf und holen sich frecherweise die Haare für den Nestbau.
Oder erst Lebensräume, in die der Mensch noch gar nicht nennenswert vorgedrungen ist, wie manche Urwälder, Inseln, die Pole, die Tiefsee - dort müßte alles vollkommen überfüllt sein vor lauter unbejagten und unregulierten Tieren.
Ganz zu schweigen von jenen Zeiten, in denen es den Menschen noch gar nicht gab - und das war ja doch ein gutes Weilchen.
Das Grundproblem ist dieser Krone-der-Schöpfung-Wahn, von dem man nur hoffen kann, daß er bald einmal ein Ende hat und dieser wildgewordenen Plage nicht nur die Krone, sondern auch gleich der trophäenlose und damit ganz unnötige Kopf abfällt.
Recht bedacht, ist das einzig Gute am Menschen ja nur, daß er biologisch abbaubar ist.
Bei Dir, @megan , habe ich den Eindruck, Du gehörst vielleicht zu jenen, die in der wissenschaftlichen Bibilothek von einer Art akademischen Schlaf oder universitärer Schwerköpfigkeit überrumpelt worden sind, so daß nicht einmal mehr ein Blick aus dem Fenster möglich ist.
Manche Erkenntnisse springen einen ja geradezu gewaltsam an, ganz ohne Methodik, Heuristik, Studien und Theorie, falls man noch nicht die Fähigkeit eingebüßt hat, die Augen aufzumachen und auch dann und wann nach draußen in die wirkliche Welt zu blicken.
Zitat von SuzyW:Die ganzen Woodys wissen nur nicht's von ihrem Pech, die glücklichen... Naja, noch nicht.
Ja, das ist tatsächlich ein Problem - oder ein Glück, zumindest für die Betroffenen.
Zitat von YsaTyto:Mein Stiefdad erzählte, dass er die Baumfäller nach ihrer Genehmigung gefragt habe, die sie nicht vorweisen konnten. Schwups hat er bei irgend einer Behörde angerufen und erfahren, dass es gar keine gibt und so steht der alte Baum bis heute
Ja, manchmal, wenn leider viel zu selten, kommen auch Lichtblicke vor!
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Ich für meinen Teil beende hiermit die anstaltsgemäße Diskussionen über die Jagd. Denn eigentlich war die Anstalt wohl eher als Spielplatz und nicht als Kriegsplatz geplant. Zudem weiß man, daß Diskussionen dazu neigen, sich irgendwann nur noch im Kreis zu drehen, also ganz sinnlos zu werden. Und dieser Punkt scheint mir in diesem Fall erreicht.
Außerdem beschleicht mich der Verdacht, daß Woody wohl bisweilen auch Märchen erzählt, wie gestern jene Oma-Milch-Katzen-Opa-Axt-Geschichte.
Denn ich gehe davon aus, daß Woodys Großvater nicht irgendwo im hintersten Winkel von Transsilvanien leben wird, sondern in Deutschland und es dort auch Tierschutzgesetze gibt. Und in diesem Fall würde der Großvater ja nicht frei herumlaufen, sondern in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher untergebracht sein.