Liebe @Karina14
nein, nicht über der defekten Tastatur eingeschlafen, sondern über den Zimtsternen

Nach genau 14 Minuten wird die Eischneeglasur gelb. Der Sternenhimmel soll aber für jeden von uns hell und klar leuchten
Nun ist das Weihnachtsgebäck endlich fertig und ich kann es pünktlich verschicken
Zitat:ich würde die Diskussion über Muster gerne hier in deinen th verlagern. Auf meinem Namensschild steht nun mal nicht Sonderbeauftragte der UNO für Friedensgespräche, sondern Sondereinheit für Spezialeinsätze.
Ich beobachte, dass sich die destruktiven Muster deswegen durchsetzen, weil die gleichen Denkprozesse abgespult werden. Dieselben Fragen bekommen immer dieselben Antworten. Ab und zu die Endlosschleifen mit kleinen Querschlägern zu unterbrechen schadet nicht. Dann wird die th wach, ärgert sich und setzt Abwehrenergien frei. Das tut ihr gut, dass sie sich wehrt. Das ist meine Art und Weise Hilfe anzubieten. Aufwecken.Und zu meinen Mustern, ich bin hier um zu lernen. Deine Nervi
Das ist ja auch in Ordnung. Ich denke eben anders darüber. Meine Erfahrung, wenn ich am Boden liege: ich wünsche mir erstmal nichts als Offenheit und Wärme. Nie hat es mir geholfen, wenn man mir gleich mit Analysen begegnet, mich in so einer Situation provoziert, sondern erstmal Fragen stellt, Raum gibt. Das geht mit Fragen ganz gut. z.B. "Was denkst Du, warum du so mit dir umgehen lässt?"
Zumal ich keinen Zusammenhang zwischen SM-Lust und Schlägen bzw. einem Treppenwurf sehe.
Auch wenn es für uns Foris vllt. der hundertste Fall von Gewalt in Beziehung ist, oder der tausendste Affairenfall- für den einzelnen Menschen ist es seine besondere Geschichte.
Diese junge Frau kommt gerade vermutlich erschüttert ins Forum und ich glaube nicht, dass es ihr gut tut, sich erstmal wehren zu müssen.
Ich erinnere die schlimmste Zeit meines bisherigen Lebens. Von therapeutischen Erstgespräch zum nächsten. Bis heute unglaublich, was ich da erlebte. Kaum einer hörte überhaupt erstmal zu, ich wurde mit den unterschiedlichsten Verkopfungen konfrontiert und keiner war dabei, der sich auf mich einließ.
Einem Arzt und Psychotherapeuten erzählte ich bsw. von einem Traum, den ich damals hatte. Ich hatte im Traum meinen geliebten sterbenden Kater im Arm und weinte wie verrückt.
Für mich heute ganz klar- es war mein Freund, der mich verlassen hatte. Oder auch ich selbst.
Dieser Arzt holte völlig verkopft sein psychoogisches und auch philosophisches Rüstzeug hervor und fand es übrigens regelrecht erregend, dass ich Philosophie studierete. Da drehte er richtig auf.
Heute sage ich- es turnte ihn an, es mit einer damals schönen todtraurigen Philostudentin zu tun zu haben.
Naja, seine Analyse war jedenfalls, dass der Kater ein Kater vom Saufen war, also für Rausch und die Triebe stehe. Damit meinte er wohl die eigenen.
Ich war damals so am Boden, dass mir weder nach Rausch, noch nach Trieben war. Dass ich das nicht einsah natürlich Verdrängung. Klar lag er richtig da er doch der Doc ist und ich mich so schön wehrte.
In seiner Verkopfung war er außerstande wahrzunehmen, dass ich kaum noch lebensfähig war und meilenweit von seinen Trieben entfernt war. Idiot.
Schließlich fand ich meine Therapeutin und konnte es einfach nicht glauben, dass sie mir tatsächlich begegnete, ohne gleich Theorien über mich rüber zu stülpen.
Noch ein paar Gedanken dazu, die mir in den Sinn kommen:
Ich glaube, es war Eugen Drewermann, der etwas sagte wie "Im Grunde ist es nie die Therapiemethode, die heilt, sondern immer der Mensch.", also der Therapeut. Glaube ich erzählte hier im Thread schonmal davon?
Ich halte die emotionale Botschaft, die hinter den Worten liegt, grundsätzlich für gewichtiger, als die Aussage. Und glaube z.B. auch, dass selbst der schlaueste Therapeut mit Methode x rein gar nichts ausrichten kann, wenn er dem Patienten nicht wirklich begegnet, sich auf ihn einlässt.
Ähnlich wie in der Liebe: man kann alles für den Partner tun, sich bemühen, die schönsten Worte wählen. . ., all das bewirkt nichts, wenn er nicht liebt.
Oder auch so. Vor etwa 2O. Jahren sagte ein Freund mal zu mir "Die Liebe kann man nicht besche ißen."
Simpel ausgedrückt, aber wahr.
Ich erinnere die Psychoanalytikerin Alice Miller, die an irgend einer Stelle erzählte, dass sie selbst? oder ein Patient? -glaube es ist ihre eigene Erfahrung- eine Therapeuten- und Klinikodyssee hinter sich hatte, in einer Psychiatrie saß und von vielen schlauen Ärzten und Therapeuten behandelt wurde. . .Nachts hatte eine Krankenschwester immer Dienst. Eine ganz einfache Frau ohne therapeutische Ausbildung, aber mit großem Herzen. Jede Nacht hörte sie Alice einfach zu, nahm sie in den Arm usw. Nach Wochen ging es ihr erstmals besser und sie wurde entlassen. Kein Mensch erfuhr je, dass es diese Krankenschwester war, die heilsam wirkte.
Ich bin jedoch nicht so naiv zu glauben, jeder würde einfach nur geheit, wenn man ihn liebe. . .
Eine Geschichte aus der nahen Vergangenheit: ein betagter Bekannter wegen schweren Depressionen in der Psychiatrie. Eine Freundin von mir war Mitpatientin. Er war selten geistesgegenwärtig und etwas altersschwach.
Einmal stellte er sich versehentlich an die Essensausgabe für das Krankenhauspersonal, nicht für Patienten an. Pure Schusseligkeit. Danach wurde er in der Gruppentherapie zur Sau gemacht. Er solle einsehen, wie gierig und hinterlistig er gewesen sei.
Was für ein therapeutischer Irrsinn!
Nach diesem weiteren Therapieversuch entschloss er sich zu sterben und tat es auch.
Nicht dass ich dieses Erlebnis dafür verantwortlich mache. . .Aber manchmal sind es die kleinen Herzlosigkeiten, die einem Menschen den letzten Lebenswillen nehmen.
Und ja, ich bin in gewisser Weise Sonderbeauftragte für Friedensgespräche. Das liegt vermutlich an meinem Alltag und meiner Herkunft.
Nur zwei Bilder kurz vor Heilig Abend: ich sah einen alten Obdachlosen, der 2 solcher riesigen Ikea-Taschen voll mit Pfandfaschen trug. Er taumelte vor Kraftlosigkeit und stürzte. Ich sah- keine Kraft mehr, keine Reflexe- er knallte einfach auf den Kopf und blieb liegen.
Erlebnis zwei: ein junger Obdachloser mit guter Ausstrahlung sprach mich an, ob er kurz mit mir reden dürfe. Ich hörte zu. Ganz ohne Wehklage sagte er, dass er keine Eltern habe, es aber so sehr vermisse, welche zu haben "Es ist so schwer ohne Eltern." Und ob ich ihn mal in den Arm nehmen würde. Das machte ich und wollte ihm noch Geld zustecken, was er gar nicht wollte. Ich schaute traurig, er lächend "No No No! It`s my destiny!" Ich "Quatsch!" Er "Oh doch." Ich merkte, wie überzeugt er von seiner Ohnmacht ist und das alles gegenan Reden sinnlos wäre.
Würde er sich in Therapie begeben, wär mMn mit Analysen wenig auszurichten. Es wäre ein sehr langer emotionaler Prozess, bis er vllt. erkennt, dass er nicht ohnmächtig ist und dass er Einfluss auf sein Schicksal hat.
Habe Dir jetzt etwas abstrakter und weichgespült durch die Erlebnisse der letzten Monate geantwortet. Bzw. die Gedanken einfach fließen lassen. Je älter ich werde, desto mehr Mitgefühl habe ich und werde skeptischer gegenüber Theorien.