Ema
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Zitat von YsaTyto:
das wie auch immer geartete ernsthaft Destruktive drückt sich doch immer sozial aus, es sei denn, es handelt sich um Autodestruktivität. Und natürlich sieht diese Destruktivität aus der Perspektive eines Bekannten anders aus, als aus der des Partners. Partnerschaft bedeutet ja sich zu öffnen, sich also auch verletzlich zu machen. Einem Bekannten erzähle ich ja z.B. nicht von meinen wunden Punkten. Klar kann ich im Falle, dass mein destruktiver Süßer mich angreift, innerlich auf Distanz gehen, es nicht persönlich sehen usw., aber sobald so viel Distanz notwendig ist und ich regelmäßig statt Unterstützung und Wohlwollen mit Angriffen rechnen muss, handelt es sich für mich nicht mehr um eine Liebesbeziehung. Heißt, man kann das im Geiste alles abstrahieren, philosophisch distanziert betrachten, aber befindet sich trotzdem nicht mehr in einer Liebesbeziehung, denn wie sollte es möglich sein, dass ich mein Herz für einen Menschen öffne und gleichzeitig eine riesen Distanz einhalte und mein Herz schütze? Das ist ja gar nicht machbar. Man muss sich ja nur mal in einem Moment beobachten, in dem man jemandem sein Herz öffnet. Wenn dieser Mensch hart reagiert, schließt und verhärtet sich etwas in einem in einem Automatismus. Und schwups ist die Bezogenheit weg.
Danke, Ysa,
das drückt so ziemlich genau aus, was in mir vorgeht.
Ich kann mir bestimmte Reaktionen und Verhaltensweisen, die mir wehtun, aus einer übergeordneten Perspektive anschauen. Ich kann sie verstehen und verzeihen.
Aber wie soll ich dann noch eine Liebesbeziehung führen?
Selbst wenn es mir gelingen sollte, eine solche Perspektiver dauerhaft einzunehmen, selbst wenn ich jederzeit die nötige innere Distanz herstellen könnte - was an sich schon sehr, sehr schwer ist - dann würde ich mich vielleicht nicht mehr betroffen fühlen, nicht mehr angegriffen, nicht mehr verletzt. Aber wo ist dann die Liebesbeziehung?
Es entstünde ja auch ein totales Ungleichgewicht, das meines Erachtens mit einer Liebesbeziehung nichts mehr zu tun hat.
Jemand benimmt sich - überspitzt ausgedrückt - gelegentlich wie die Axt im Walde. Ich betrachte das mit Abstand, aus einer Vogelperspekive, verstehe vielleicht die Beweggründe, verstehe vielleicht die Not dahinter, verstehe alles mögliche.
Aber das wäre ein Verhältnis wie zwischen Patient und Therapeuten. Oder zwischen einer Mutter und ihrem dreijährigen Kind in der Trotzphase. Oder zwischen Guru und Anhänger.
Oder?
Da ist doch kein Gleichgewicht mehr. Keine Augenhöhe. Keine Liebesbeziehung.
Sehe ich das völlig falsch?
Ich glaube, jemand der umgekehrt mich andauernd versteht und alles mit Abstand und innerer Distanz betrachtet, was ich tue, egal, was es ist, egal, wie ich vielleicht rumwüte und sich dabei nie persönlich betroffen fühlt, käme für mich auch nicht als Liebespartner in Frage. Der würde mich ja rasend machen!
Natürlich kann man gelegentlich oder meinetwegen auch öfter solche Anstrengungen unternehmen, solche Abstraktionsleistungen vollbringen. Aber dann muss das gegenseitig sein und in einem ausgewogenen Verhältnis.
Letztlich kann ich doch - egal in welchem seelischen Reifezustand ich mich gerade befinde, doch immer nur von meiner eigenen Wahrnehmung ausgehen. Und zwar auch dann, wenn ich meiner eigenen Wahrnehmung gelegentlich misstraue, wie das bei mir öfter mal der Fall ist.
Ich weiß, dass meine Wahrnehmung subjektiv ist. Ist weiß, dass ein anderer das vielleicht ganz anders sieht und wahrnimmt. Ich weiß, dass ich die Welt durch die Brille meiner bisherigen Erfahrungen sehe.
Aber dennoch ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt meine Wahrnehmung doch alles, was ich habe. Nein?
Ich muss sie doch zunächst einmal ernst nehmen und danach handeln.
Wenn also ein anderer Mensch - schon gar in einer Liebesbeziehung - immer wieder etwas tut oder sagt, was mich verletzt (in meiner Wahrnehmung), dann muss ich das doch zunächst einmal ernstnehmen und entsprechend handeln.
Und wenn dies bedeutet, dass ich Abstand nehme, um mich zu schützen, dann ist das erstmal so.
Auch dann, wenn ich mir darüber im Klaren bin, dass es durchaus möglich wäre, die Dinge ganz anders zu sehen und einem anderen Menschen vielleicht auch möglich ist.
Aber ich bin nunmal nicht dieser andere Mensch, dem das möglich ist.
Sagt mir bitte, ob da ein Denkfehler vorliegt
, schaun wir mal,
, sie ist mir weit überlegen, erkennt sofort, wenn es mir nicht gut geht, ich hingegen habe damit Schwierigkeiten, finde oft keine Worte, dann sagt sie zu mir, komm St. .., ich weiß was du meinst
, dafür liebe ich sie