9823

Das Drama des begabten Users-Endstation Sehnsucht

whynot60


3047
4800
Zitat von Zharah:
Wenn man sich in 'Schreibe" verlieben könnte, würde ich mich in den Wald aufmachen und suchen


Danke!
Tja, Cyrano funktioniert heutzutage leider nicht mehr!
Sonst bliebe mir ein Flämmchen Hoffnung, solange ich nicht gefunden werde.

Zitat von YsaTyto:
Ich kann z.b. niemanden zwingen, mich zu lieben.


Eben!

Mich überkommt ja nur eher selten das Mitleid, weil das letztlich ja entwürdigend ist. Aber wenn ich z. B. behinderte oder entstellte Menschen sehe, die verzweifelt nach Liebe hungern, fallsweise sogar öffentlich, so kann das geschehen.
Und ich frage mich, ob etwas mehr Humanismus oder zumindest praktizierte Nächstenliebe nicht richtig am Platz wäre.
Andererseits halte ich es aber auch für fatal, und möglicherweise ist es auch zwanghaft, auf den falschen Inseln nach dem Glück zu suchen. Denn wie Du schreibst:
Zitat von YsaTyto:
Unabhängig von Beziehungen gibt es schon so unendlich viel für das eigene Glück zu tun!


Zitat von YsaTyto:
Das Handy ist nur der Vorläufer, bis alle schnallen, dass es auch ohne dieses kleine Gerät geht


Ich glaube, es ist eher umgekehrt - viele haben in der modernen Welt diese Fähigkeit vergessen bzw. sie hat sich zurückgebildet bis zur Unsichtbarkeit.
In anderen und früheren Kulturen war es durchaus üblich, sich mittels Telepathie zu verständigen, was etwa bei der Jagd auch ganz wesentlich war. Und sogar Tiere sind mit diesem Sinne ausgestattet.
Der Mensch verkümmert halt immer mehr zu einem reinen Rationalitäts-Auswuchs - da hat sonst nichts mehr Platz in den beschränkten Windungen.
Allerdings gibt es auch Ausnahmen - wie man an Dir sieht!

Zitat von Karina14:
ich kann doch meine geliebte Melancholie nicht einfach so alleine lassen zugunsten eines dahergelaufenen Glücksritters.


Das sehe ich auch so: Nichts geht über eine sanftselige Melancholie, dieses ewige nachklingende tiefdunkle Abendrot! Dagegen ist ein Glücksritter ein Glühwürmchen!

Zitat von YsaTyto:
Ach maaaan, an allem was Du schreibst, ist ja viel dran, aber es ist sooo abstrakt geschrieben, da kann ich emotional kaum dran andocken.


Ja, manchmal geht es leider nicht anders, wenn man Punkt für Punkt abarbeitet. Ich bin ja bei weitem nicht so phantasiewendig als Du!
Vor allem bitte ich zu berücksichtigen: Ich habe auf die Frage von Ema, was mir das Wesentliche sei, geantwortet. Eine Allgemeingültigkeit lässt sich daraus natürlich nicht herleiten.

Zitat von Ema:
Man führt zum Beispiel eine Rolle aus (auch eine Technik, die man ständig versucht zu verfeinern) und plötzlich hat man das Gefühl, dass nicht der Körper eine Rolle ausführt, sondern dass etwas in einem rollt und den Körper nur mitnimmt. Und dass die Begrenzungen, die sich durch Knochen und Muskeln und Gelenke und die relativ harte Matte unter einem ergeben nicht mehr da sind. Man rollt nicht, sondern es rollt in einem und man wird getragen. Ich kann das nur sehr unzureichend beschreiben aber ich kann sagen, dass es ein wunderschönes Gefühl ist.


Das halte ich auch noch für etwas ganz Wesentliches, die Erfahrung des Bewusstseins zu machen, das gewissermaßen ohne Körper und ohne Ich auskommt. Mir ist dieses Gefühl ja auch nicht unbekannt, wenn auch in anderen Zusammenhängen als Aikido.
Im Grunde geht es um eine Körper- und Ich-Bewußtlosigkeit, und das wiederum führt zu einer Art bewusstem "Traumzustand", zu "Sternsekunden", die sich wohl nicht in Zeit rechnen. Und in solch einem Zustand ist vieles möglich, das dem Alltagsbewusstein wundersam erscheint.
Man muss das ja nicht einmal vertieft praktizieren. Sondern es ist alleine schon ein Fortschritt, es zu lernen, dann und wann ganz von sich absehen zu können.
Aller Gram liegt als Schlosshunde vor dem Thron des Ichs.

01.07.2019 02:12 • x 5 #3541


Karina14


Ja das habe ich auch als sehr schön beschrieben empfunden von @Ema konnte das nur nicht so ausdrücken das macht ihr schon für mich detailliert eingehen auf die Texte da bin ich ganz telepathisch unterwegs im Sinne von bitte schreib du doch was dazu ... und wie gesagt kann ich das Zitat nicht leiden ich zitiere nur in absoluten Notfällen und selbst dann nicht. Ich habe meine Meinung zum Zitat schon andersort und Zeit dargelegt und werde es auch nicht wiederholen da a Zitat und b Selbstzitat also eine Schlosshund Verdoppelung im @whynot60 igem Sinne. Klingt als ob das why gerade 60 geworden ist. Dabei ist so ein why not geradezu zeitlos. Und ich behaupte von mir auch, dass ich zeitlos Bin und ein Zitat würde mich nicht nur binden sondern geradezu festnageln. Damit ist es sofort vorbei mit der Poesie und der epischen Ausdehnung.

01.07.2019 05:48 • x 3 #3542


Sense


Ein fröhlich Hallo aus dem Off.
Darf ich, weil ich so gerne möchte, mal ein dickes Lob ob dieses wundersam tiefsinnigen, gar philosophischen, mich berührenden, inspirierenden, Threads da lassen? Ohne namentliche Hervorhebung, oder gar Bloßstellung meiner FavoritInnenschreiberInnen ein herzlichst Danke für's (Mit)Lesen, (Mit)Lernen, (Mit)Denken dürfen. Niveau. Chapeau.

01.07.2019 06:04 • x 6 #3543


Tempi-Gast

Tempi-Gast


3829
2
5588
Zitat von Sense:
wundersam tiefsinnigen, gar philosophisch
Moin!

01.07.2019 06:09 • x 3 #3544


YsaTyto

YsaTyto


1231
2823
Wow, zu so "früher" Stunde gleich etwas Zauberbalsam für meine Seele
Und dann noch ein so schöner Gruß von @Sense . Mhhh, da haben wir doch schon ein wenig von der Zeit des Glücks und der Leichtigkeit!

whynot
Zitat:
Nichts geht über eine sanftselige Melancholie, dieses ewige nachklingende tiefdunkle Abendrot! Dagegen ist ein Glücksritter ein Glühwürmchen!


was für ein schönes Bild!

Ema
Zitat:
und plötzlich hat man das Gefühl, dass nicht der Körper eine Rolle ausführt, sondern dass etwas in einem rollt und den Körper nur mitnimmt. Und dass die Begrenzungen, die sich durch Knochen und Muskeln und Gelenke und die relativ harte Matte unter einem ergeben nicht mehr da sind. Man rollt nicht, sondern es rollt in einem und man wird getragen. Ich kann das nur sehr unzureichend beschreiben aber ich kann sagen, dass es ein wunderschönes Gefühl ist.

Mhhhh das alles ist wie Moos für meine Ohren
Jetzt müssten wir gerade nur noch alle gemeinsam durch den Wald wandern. Schweigsam der Natur lauschend, nur ab und zu solch schöne Worte von euch

whynot
Zitat:
Im Grunde geht es um eine Körper- und Ich-Bewußtlosigkeit, und das wiederum führt zu einer Art bewusstem "Traumzustand", zu "Sternsekunden", die sich wohl nicht in Zeit rechnen. Und in solch einem Zustand ist vieles möglich, das dem Alltagsbewusstein wundersam erscheint.
. . .
Aller Gram liegt als Schlosshunde vor dem Thron des Ichs.


Hui! Du hattest eine gute Nacht Whynot! Danke!

Mhhh und auch Karina stimmt ein in unseren Kreis des Kieselsteins im See
Seht ihr auch die Kreise auf dem Wasser?
Zitat:
Ja das habe ich auch als sehr schön beschrieben empfunden von @Ema konnte das nur nicht so ausdrücken das macht ihr schon für mich detailliert eingehen auf die Texte da bin ich ganz telepathisch unterwegs im Sinne von bitte schreib du doch was dazu ... und wie gesagt kann ich das Zitat nicht leiden ich zitiere nur in absoluten Notfällen und selbst dann nicht. Ich habe meine Meinung zum Zitat schon andersort und Zeit dargelegt und werde es auch nicht wiederholen da a Zitat und b Selbstzitat also eine Schlosshund Verdoppelung im @whynot60 igem Sinne. Klingt als ob das why gerade 60 geworden ist. Dabei ist so ein why not geradezu zeitlos. Und ich behaupte von mir auch, dass ich zeitlos Bin und ein Zitat würde mich nicht nur binden sondern geradezu festnageln. Damit ist es sofort vorbei mit der Poesie und der epischen Ausdehnung.


ich mag Deine zitatlose Art zu antworten, kann es aber nicht so gut wie Du.

Wünsche euch allen einen schönen Tag!

01.07.2019 09:41 • x 4 #3545


Karina14


Danke@sense, ich mach mir zuwenig bewusst, dass hier einige schweigend mitlesen, hoffe nicht, dass das hier wie ein geschlossener Kreis wirkt, jeder kann hier seinen Unsinn beitragen, obwohl ich natürlich sehr froh bin, wenn ysa schreibt und manche hier vermisse, aber genau das will ich ja lernen loslassen (klammer klammer) @all, habe mich am WE an eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen und mir gehts wieder besser, glaube es geht momentan nicht anders, es ist das Jahr der Schlussstriche (an die drei s bei der neuen Rechtschreibregel an die werde ich mich wohl nie gewöhnen...) und heute Morgen liebe @megan ganz fest an dich gedacht und zuerst 5 min Meditation und dann die Gym gemacht, ist besser als andersherum.. erst die Schwierigkeiten und dann die Belohnung. Wer hätte das gedacht, dass ich die Gym mal als Belohnung bezeichne ++ hehe. Also schönen Nachmittag noch ihr Lieben

01.07.2019 15:27 • x 6 #3546


Tempi-Gast

Tempi-Gast


3829
2
5588
Zitat von Karina14:
das will ich ja lernen loslassen (klammer klammer)

Für Dich, Süße!

01.07.2019 16:47 • x 4 #3547


whynot60


3047
4800
Zitat von Karina14:
Klingt als ob das why gerade 60 geworden ist. Dabei ist so ein why not geradezu zeitlos.


Woher hast Du das schon wieder? Du wirst mir allmählich etwas unheimlich! Deine Hellsichtigkeit scheint keine Grenzen zu kennen, was ja auch verständlich ist, wenn Du, so wie ich, zeitlos bist. Allerdings solltest Du diese Begabung vielleicht noch etwas nachschärfen, damit es zu keinen Verfälschungen kommt - zumindest zu keinen mir nachteiligen!
Andererseits, wenn ich kurz einmal darüber nachsinne - lasse es besser, wie es ist! Ich arbeite ja selber dauernd meine Nachteile heraus, da kommt mir Unterstützung ja sogar gerade recht!

Zitat von YsaTyto:
Jetzt müssten wir gerade nur noch alle gemeinsam durch den Wald wandern.


Den Wald könnte ich bieten - fehlen nur noch die Spaziergängerinnen von sans-souci.
Ich würde Dir das Moos sogar eigenmündig in die Ohren hauchen, damit Du umso besser der Natur lauschen kannst!

Zitat von YsaTyto:
Hui! Du hattest eine gute Nacht Whynot!


Ja, ob man es glauben mag oder nicht - manchmal habe auch ich über Stunden meine Sternsekunden.

02.07.2019 01:52 • x 3 #3548


Karina14


@whynot60 bin keineswegs auf den Gedanken gekommen mir über dein wahres Alter Gedanken zu machen, also von Hellsichtigkeit keine Spur, es war eine reine Frage des Klanges. Ich kann mit Zahlen, aufgrund meiner Diskalkulie nichts anfangen, dazu sehe ich auch noch sehr schlecht auf die Nähe, selbst wenn du als 90 jähriger Greis vor mir stehen würdest, halte ich dich noch für einen Adonis, solange du dich noch einigermaßen aufrecht hält. Das erschwert natürlich prinzipiell die Partnerwahl, stimmt dann auch noch Stimme, Geruch und Rede ist es schnell um mich geschehen, ich bin magnetisiert und leicht entzündbar wie Magnesium, so schnell wie es brennt erlischt es wieder. Mittlerweile durchleuchte ich meine Kandidaten wie so ein Schweitzer Zollbeamter ein Paket. Die sind sehr gründlich diese Schweizer Zollbeamten. Schließlich werde ich bald 100! Jeder Kandidat wird überprüft auf seine Überlebenschancen.. die wichtigste von all meinen Ausschlusskriterien ist mittlerweile die Rede. Wenn einer schön daher redet mit wohlformulierten Sätzen, nach meiner bisherigen Erfahrung sind die Intellektuellen die allergrößten Blender. Die schwätzen mir den Wind aus den Ohren. Und je älter sie werden, desto eingebildeter, weil sie dann plötzlich Auswahl haben! Vorher mussten sie ja kompensieren, meistens körperliche Defizite oder noch schlimmer seelische. Der Geist kann leider beides auf Dauer nicht ausgleichen, da mag er noch so glänzen. Glücklicherweise habe ich eine Chrom Nickel Allergie, früher oder später reagiere ich auf das Blech.

02.07.2019 06:11 • x 1 #3549


YsaTyto

YsaTyto


1231
2823
kann mir jemand erklären, was psychologisch mit jemandem los ist, der Schwächere verachtet? Also z.B. Obdachlosen mit Verachtung und Härte begegnet?
Warum ausgerechnet gegen diejenigen, die sowieso schon so hilflos sind?

03.07.2019 00:08 • x 2 #3550


whynot60


3047
4800
Zitat von Karina14:
Mittlerweile durchleuchte ich meine Kandidaten wie so ein Schweitzer Zollbeamter ein Paket. Die sind sehr gründlich diese Schweizer Zollbeamten.


Vielleicht ist das ein grundlegender Fehler!
Ich z. B. frage mich, wie jemand überhaupt dazu kommt, in Paketen, die ihn nichts angehen, herumzuschnüffeln. Das fiele mir ja im Leben nicht ein! Der Antrieb dahinter muss wohl ein ziemlich fragwürdiger und grausiger sein. Eine Grenzüberschreitung bei der Grenzüberschreitung sozusagen.

Zitat von Karina14:
Wenn einer schön daher redet mit wohlformulierten Sätzen, nach meiner bisherigen Erfahrung sind die Intellektuellen die allergrößten Blender. Die schwätzen mir den Wind aus den Ohren. Und je älter sie werden, desto eingebildeter, weil sie dann plötzlich Auswahl haben!


Zum Glück bin ich kein Intellektueller, sonst müsste ich mich bei diesem Generalverdacht ja fast auf den nichtvorhandenen Schlips getreten fühlen.
Dass ich keiner bin, merkt man allein schon daran, dass ich nie eine Auswahl habe, ja nicht einmal eine Wahl. Und an Deiner Schlussfolgerung gibt es natürlich keinerlei Zweifel.
Wobei ich, wie ich sagen muss, Intellektuelle auch nicht aushalte. Solche Querschwätzer sind mir von vornherein unsympathisch. Und es ist mir kein kleines Rätsel, warum Leute dieses Schlages auch noch bewundert oder überhaupt nur ernst genommen werden. Geisteskotze wirkt ja nicht gerade einladender als eine sonstige Kotze.

Zitat von YsaTyto:
kann mir jemand erklären, was psychologisch mit jemandem los ist, der Schwächere verachtet?


Also ich glaube, das ist sogar ganz einfach zu erklären: Um sich selber stark fühlen zu können, muss der Schwache auf Schwächere losgehen (übrigens eines der fundamentalen gesellschaftlichen Probleme). Die typische Schulhofmentalität. Jemand, der stark ist, wird sich nur an Stärkeren messen - oder auch an gar niemandem. Der Schwache hingegen, sich seiner Schwäche zumindest unbewusst im Klaren, kann sich nur an Schwächeren messen und so zu seinem kläglichen Triumphgefühl kommen.
Alleine an diesem Charakterzug lässt sich schon Schwäche und Stärke deutlich unterscheiden.
Bisweilen, wenn es sehr emotional zugeht, kann sich dahinter allerdings auch ein Selbsthass verbergen, der Hass gegenüber der eigenen Schwäche.

03.07.2019 02:46 • x 4 #3551


Karina14


@whynot60 ja Erkenntnis kann etwas grausames haben wenn sich Schein und Sein voneinander trennen, dann kann das richtig wehtun.Ich selbst mach mir selbst am meisten was vor. Wenn ich dann Klarheit gewinne, bin ich meistens froh, denn ich spüre lieber den Schmerz der Enttäuschung bei meiner Wahrheitssuche, als mir all zu lange etwas vorzumachen über den wahren Charakter meines Gegenübers. Und wen ich vor mir habe das erkenne ich mit der Zeit, nun mal am Tun und nicht an der Rede. Ich meinte auch nicht unbedingt den Intellektuellen, sondern Leute die mit der Rede ihre wahres tun ( =sein ) verschleiern. Das dauert manchmal bis ich das erkenne und ich habe nun mal erkannt, dass die schöne Rede oder das Gerede eigentlich ihren Ursprung im Defizitären hat, Leute die weniger gut reden können sind mehr auf das handeln ausgerichtet, die zeigen mir mehr durch ihr tun wer sie sind. Das Tun wird von mir mehr als selbstverständlich hingenommen, während die schöne Rede Bewunderung bekommt. Dabei verbirgt der Schönreder eventuell etwas von sich dabei. Was das ist offenbart sich oft sehr viel später. Das gilt selbstverständlich vor allem für mich ich rede ja auch gerne und schön und viel. Verschleiere gerne meine wahren Absichten. Rede sogar mit Doppelzungen. Es gibt gedoch einen Unterschied zwischen der Doppelzunge und der gespaltenen Zunge. Die Doppelzüngigkeit ist eine bewusst gewählte, während die gespaltene, womöglich größten Teils völlig unbewusst ist. Da der Redner dabei das eigene Selbstbild verteidigt. Eine der größten Abspaltung entsteht übrigens aus der Unfähigkeit nein zu sagen. Darüber zu philosophieren wäre doch ein interessantes neues Thema meine liebe ysatyto bin dir übrigens sehr dankbar für deine Antwort gestern und wollte dir deswegen schon eine euphorische Antwort schreiben, etwas bremste mich jedoch, denn meine innere Stimme sagte mir Tee trinken und abwarten. Die Euphorie führt mich eventuell auf den Holzweg.

03.07.2019 06:20 • x 1 #3552


YsaTyto

YsaTyto


1231
2823
vielen Dank für Deine Antwort @whynot60
So ähnlich dachte ich auch, aber ich erlebte jemanden, bei dem es mir nicht verständlich war, warum er sich so verhält.

@Karina14

ich sprach aber wohlbemerkt erstmal nur von einem einzigen Tag
Weil Du vom Abwarten schreibst. Darin steckt ja doch wieder das Morgen
Und das finde ich auch ganz normal. Aber ich riet Dir wie gestern weil Du auf mich den Eindruck machtest, als würdest Du im Kontakt mit Männern automatisch gleich gedanklich alle möglichen Probleme, Verstrickungen vorwegnehmen, bzw., als sei einzig das, warum 2 Menschen zusammen finden. Sowohl bei Deinem Gegenüber, als auch bei Dir selbst.
Ich kann das bei Dir auch nur ganz schwer fassen, aber so ist eben mein Eindruck.
Auch ich weiß ja um Beziehungsmuster, Wiederholungen. . ., aber nachdem ich über eine ganze Zeit immer mal wieder Beschreibungen von Dir über Männerbegegnungen oder Reflexionen darüber, auch Selbstreflexionen, gelesen habe, hab ich fast den Eindruck, dass Dein Blick innerhalb der Beziehungsdynamik fast nur nach solchen Mustern sucht. Statt Begegnung so etwas wie Psychoanalyse. Ich fragte mich, was unabhängig von diesem Thema für Dich einen Konntakt zu einem Mann ausmacht. Dass es vielleicht mal gut wäre, nur einen Tag mal den anderen und die gemeinsame Dynamik unabhängig von diesen Themen anzuschauen oder gar zu geießen
Wir alle haben unsere Beziehungsmuster, blinden Flecken uvm., und mit Sicherheit haben sie starken Einfluss auf unsere Partnerwahl, die Beziehungsdynamik usw., aber das ist doch nicht alles, was Menschen verbindet. Es wäre doch mal schön, sich das anzuschauen, was daneben noch existiert.
Sagen wir mal, ich suche mir unbewusst immer näheunfähige Männer aus. Ja, natürlich wird das Thema in der Beziehung sein. Aber das ist doch nicht der alleinige Grund, weshalb ich mich für einen Mann interessiere.
Ich dachte halt,dass es Dir mal gut tun könnte, alles andere eines Menschen anzuschauen, was nicht mit diesen Themen zu tun hat, ohne Verleugnung, aber eben mit Offenheit für Dinge jenseits dieser psychoanalytischen Denkweise
Kann sein, dass mein Eindruck falsch ist, aber ich schreibe Dir einfach mal davon.

03.07.2019 09:27 • x 1 #3553


YsaTyto

YsaTyto


1231
2823
Mal ein Beispiel @Karina14

Zitat:
ich spüre lieber den Schmerz der Enttäuschung bei meiner Wahrheitssuche, als mir all zu lange etwas vorzumachen über den wahren Charakter meines Gegenübers. Und wen ich vor mir habe das erkenne ich mit der Zeit, nun mal am Tun und nicht an der Rede. Ich meinte auch nicht unbedingt den Intellektuellen, sondern Leute die mit der Rede ihre wahres tun ( =sein ) verschleiern. Das dauert manchmal bis ich das erkenne und ich habe nun mal erkannt, dass die schöne Rede oder das Gerede eigentlich ihren Ursprung im Defizitären hat, Leute die weniger gut reden können sind mehr auf das handeln ausgerichtet, die zeigen mir mehr durch ihr tun wer sie sind. Das Tun wird von mir mehr als selbstverständlich hingenommen, während die schöne Rede Bewunderung bekommt.


ich verstehe diese Denkweise natürlich, machte mir auch schon Gedanken zum Thema. .., aber selbst wenn im Einzelfall was dran ist -ich würde es aus Erfahrung nicht generalisieren-, so gibt es doch bei einem Menschen, der grob gesagt die schöne Rede liebt, der z.B. literarisch schreibt, noch viel mehr zu erfahren, viel mehr, was das Interesse wecken kann, als dieses Thema. Mir erscheint es halt wie eine Verengung, die Schönrednerei oder Schöngeisterei, auch bei Dir, nur darauf zu verengen. Und ich denke, dass es sich auch auf den Kontakt mit solchen Menschen auswirkt, wenn Du alles da hinein zwängst.
Ich würde eher mal eine Weile frei von diesen psychologischen Gedanken fragend an einen Menschen heran gehen.
Ich selbst bin sowas von keine Intelektuelle, aber liebe wie die meisten hier das Wort, die Literatur. . .
Und ich habe im Laufe meines Lebens öfter den Vorwurf von Männrn gehört, die mich kaum kannten, ich würde mich vor dem realen Leben drücken und mich in die Literaturwelt flüchten.
Unabhängig davon, dass das zum Teil wahr und bewusst gewählt ist, könnte man mir aber auch erstmal offen und neugierig begegenen, mich befragen, statt all das darauf zu reduzieren.
Genauso gut könnte ich jedem Pragmatiker erwidern "Nur die fantasielosen flüchten sich in die Realität" und manchmal mag das sogar zutreffen, aber ist ein Leben in der Realtät immer nur eine Flucht? Gewiss nicht.
Und wenn man bei mir nicht alles auf die Weltflucht verengt, wie Du offenbar bei den Schöngeistern alles als Kompensation betrachtest?, dann könnte man u.A. erfahren, warum ich da hinein geriet z.B. weil ich als junges Mädchen in ziemlich abgedrehten Kreisen lebte, in denen Dr ogenkonsum normal war, ständige Existenzkämpfe, Beziehungsirrsinn usw. Und ich ahnte, dass es da noch etwas anderes gibt, aber es war mir real nicht zugänglich, zudem lebte ich gedanklich zu sehr in meinen vertrauten Strukturen, als dass ich genaueres von einer anderen Gedankenwelt wusste. Ich erahnte sie ja nur. Also griff ich zu den Büchern. Aha, da gab es Menschen, die anderes dachen und erlebten. Ich konnte neues lernen, wenn auch erstmal nur aus Büchern. Darum betrachte ich Literatur seit langem als Prothese für mich. Sie ersetzte mir Menschen, die es in meinem Leben nicht gab. Und sie führte aber dazu, dass ich sie dann traf
Aber dieser therapeutische Aspekt ist noch lange nicht alles, was meine LitLiebe ausmacht. Und ich würde mich extrem in eine Psych-Zwangsjacke eingepresst fühlen, wenn ein Mann, der mir begegnet, unsere Beziehungsdynamik und meine Litliebe einzig darauf reduzieren würde. Es gibt in beiden Bereichen doch noch viel mehr zu entdecken. Am anderen Menschen und im Miteinander.

03.07.2019 09:45 • x 3 #3554


Karina14


@YsaTyto Habe mich anfangs wohl missverständlich ausgedrückt, meinte wohl mehr die Rede an sich, nicht die Literatur oder gar die Philosophie oder die Beschäftigung damit, meine eher das schöne Gerede, die Verschleiherung der wahren Tatsache durch die Rede etc. Die Selbstdarstellung und sogar die Wortgläubigkeit.

03.07.2019 15:23 • x 2 #3555




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag