whynot60
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Zitat von Zharah:Wenn man sich in 'Schreibe verlieben könnte, würde ich mich in den Wald aufmachen und suchen
Danke!
Tja, Cyrano funktioniert heutzutage leider nicht mehr!
Sonst bliebe mir ein Flämmchen Hoffnung, solange ich nicht gefunden werde.
Zitat von YsaTyto:Ich kann z.b. niemanden zwingen, mich zu lieben.
Eben!
Mich überkommt ja nur eher selten das Mitleid, weil das letztlich ja entwürdigend ist. Aber wenn ich z. B. behinderte oder entstellte Menschen sehe, die verzweifelt nach Liebe hungern, fallsweise sogar öffentlich, so kann das geschehen.
Und ich frage mich, ob etwas mehr Humanismus oder zumindest praktizierte Nächstenliebe nicht richtig am Platz wäre.
Andererseits halte ich es aber auch für fatal, und möglicherweise ist es auch zwanghaft, auf den falschen Inseln nach dem Glück zu suchen. Denn wie Du schreibst:
Zitat von YsaTyto:Unabhängig von Beziehungen gibt es schon so unendlich viel für das eigene Glück zu tun!
Zitat von YsaTyto:Das Handy ist nur der Vorläufer, bis alle schnallen, dass es auch ohne dieses kleine Gerät geht
Ich glaube, es ist eher umgekehrt - viele haben in der modernen Welt diese Fähigkeit vergessen bzw. sie hat sich zurückgebildet bis zur Unsichtbarkeit.
In anderen und früheren Kulturen war es durchaus üblich, sich mittels Telepathie zu verständigen, was etwa bei der Jagd auch ganz wesentlich war. Und sogar Tiere sind mit diesem Sinne ausgestattet.
Der Mensch verkümmert halt immer mehr zu einem reinen Rationalitäts-Auswuchs - da hat sonst nichts mehr Platz in den beschränkten Windungen.
Allerdings gibt es auch Ausnahmen - wie man an Dir sieht!
Zitat von Karina14:ich kann doch meine geliebte Melancholie nicht einfach so alleine lassen zugunsten eines dahergelaufenen Glücksritters.
Das sehe ich auch so: Nichts geht über eine sanftselige Melancholie, dieses ewige nachklingende tiefdunkle Abendrot! Dagegen ist ein Glücksritter ein Glühwürmchen!
Zitat von YsaTyto:Ach maaaan, an allem was Du schreibst, ist ja viel dran, aber es ist sooo abstrakt geschrieben, da kann ich emotional kaum dran andocken.
Ja, manchmal geht es leider nicht anders, wenn man Punkt für Punkt abarbeitet. Ich bin ja bei weitem nicht so phantasiewendig als Du!
Vor allem bitte ich zu berücksichtigen: Ich habe auf die Frage von Ema, was mir das Wesentliche sei, geantwortet. Eine Allgemeingültigkeit lässt sich daraus natürlich nicht herleiten.
Zitat von Ema:Man führt zum Beispiel eine Rolle aus (auch eine Technik, die man ständig versucht zu verfeinern) und plötzlich hat man das Gefühl, dass nicht der Körper eine Rolle ausführt, sondern dass etwas in einem rollt und den Körper nur mitnimmt. Und dass die Begrenzungen, die sich durch Knochen und Muskeln und Gelenke und die relativ harte Matte unter einem ergeben nicht mehr da sind. Man rollt nicht, sondern es rollt in einem und man wird getragen. Ich kann das nur sehr unzureichend beschreiben aber ich kann sagen, dass es ein wunderschönes Gefühl ist.
Das halte ich auch noch für etwas ganz Wesentliches, die Erfahrung des Bewusstseins zu machen, das gewissermaßen ohne Körper und ohne Ich auskommt. Mir ist dieses Gefühl ja auch nicht unbekannt, wenn auch in anderen Zusammenhängen als Aikido.
Im Grunde geht es um eine Körper- und Ich-Bewußtlosigkeit, und das wiederum führt zu einer Art bewusstem Traumzustand, zu Sternsekunden, die sich wohl nicht in Zeit rechnen. Und in solch einem Zustand ist vieles möglich, das dem Alltagsbewusstein wundersam erscheint.
Man muss das ja nicht einmal vertieft praktizieren. Sondern es ist alleine schon ein Fortschritt, es zu lernen, dann und wann ganz von sich absehen zu können.
Aller Gram liegt als Schlosshunde vor dem Thron des Ichs.