Ihr Lieben, was für ein zweiter Tag. Mit Ohropax zu schlafen war eine gute Idee.
Wir sind heute zum petite dejeuner wieder mal in unserem Stammcafé gelandet. Aaliyas Booksstore. Dort gibt es so leckere frisch gebackene Schoko-Croissants.
Danach ging es zu einem Bio-Laden ca. 20 Minuten entfernt von unserem Apartment. Die hatten die tollsten Dinge. Da habe ich dann guten Instantkaffee gekauft. Mag ich eigentlich nicht, aber der schmeckt wirklich mal gut. Ich nahm noch eine Flasche Apfelessig für meinen Exex und Catsitter mit.

Er ist der totale Öko, so wie ich ja irgendwie auch.
Anschließend probierten wir das 1. Mal Uber aus. Ein wirklich total netter und gesprächiger Mann fuhr uns zum Pigeon Rock, der bei weitem nicht so beeindruckend ist, wie sein Name. Warum der so heißt, konnte uns der Fahrer leider nicht sagen.
Er wartete netterweise auf uns und fuhr uns durch den chaotischen libanesischen Verkehr (der wirklich immer laut, stinkend und total gefährlich ist, es wird grundsätzlich über rot gefahren, als Fußgänger hast du Glück, wenn du die Autostrassen heil überqueren kannst.). Wir landeten dann in Hamra, eine typische alte libanesische Gegend, gesäumt von Ramschläden und irgendwelchen Fast Food Ketten, sowie ein Haufen syrischer Flüchtlinge. Der Uberfahrer, er heißt Hosni, erzählte uns, dass sie ca. 3 Mio. Syrer aufgenommen haben. Diese werden wohl immer mehr zum Problem. Leider sehr traurig, die Kinder betteln überall und werden ständig weggescheucht.
Wir saßen im Sams, ein kommerzielles Café und aßen einen Crêpe, der viel zu süß und zu dunkel war, da kam ein syrisches Mädchen und wollte etwas zu essen. Meine Mutter gab ihr dann etwas von ihrem Crêpe. Sie nahm das kleine Stück mit der Gabel und aß es, während sie bereits von einem Fußgänger vertrieben wurde. Mir tat das unglaublich leid.
Es gibt hier doch sehr offensichtliche Hierarchien innerhalb der Bevölkerung, wie bei uns auch. Oft sieht man schwarze Frauen, die die kleinen Kinder, der Libanesischen Familien sitten.
Nach den viel zu süßen Crêpes, die wir an zwei bettelnde Frauen verschenkten, liefen wir zu der American University of Beirut. Wunderschönes Gelände, sehr grün und ruhig, ansehnliche gelbe Gebäude von typischer libanesischer Architektur. Überall auf dem Gelände sonnen sich Katzen, spazieren herum, miauen oder wollen gestreichelt werden.
Katzen gibt es hier generell sehr viele, nicht so viele wir in Istanbul, die ja die Stadt der Katzen ist. Kedi bedeutet Katze auf Türkisch. Genau wie dort, sind die Katzen hier meist sehr bunt und zart. Auch viel rot-weiße, die ich so liebe.

Wir haben auch ein Kitten gesehen, war die niedlich!
Wir haben ein kleines Picknick gemacht und gehofft, dass wir unsere Pässe zurückbekommen, die wir am Eingang abgeben mussten.
Wir verließen das Unigelände und stellten uns vor ein McDonalds (Ketten gibt es hier wie Sand am Meer), um Wifi zu haben. Leider verpassten wir unseren ersten Uberfahrer und mussten auf einen anderen ausweichen. Was leider nicht so einfach ist, wenn man nicht ständig Internet hat. Der Zweite holte uns vor dem Café Hamra in der Rue Hamra ab. Der war so süß, leicht geniert, weil sein Englisch nicht so gut war.
Bevor er uns absetze verriet er uns noch, dass er gerne nach Deutschland kommen würde, weil er in Beirut/Libanon keine Arbeit findet.
Jetzt sitze ich hier auf unserer Verranda und habe den Duft von Jasmin in der Nase.
Ich lasse Euch wie immer einen lieben Gruß da,
Eure Milano
Ps: @Helli ich bin auch Krebs
