YsaTyto
Gast
Gehe noch drauf ein, jetzt geht`s erstmal ans Tageswerk.
Aber eines schon jetzt, Nöttchen:
Zitat:Verlöschen, in dem Fall mit dem Tag verlöschen, schon halb oder noch besser fast ganz jenseits alles Sonnenertränkten und Hellbäuchigen - das IST doch Seligkeit! Man verkehrt, wie man es nennt, ja auch nur um dieser Seligkeit des Verlöschens willen, so flüchtig es auch ist (deshalb wohl die vielzahligen Anläufe, wie ich vermute, weil es zumeist ja nicht einmal bis zur Bewusstlosigkeit gelingt).
ich erlebe ja durchaus sogar recht häufig das Gefühl der Seligkeit, nur offenbar in anderen Momenten als Du?
Ich habe z.B. noch nie im Leben beim Liebemachen solch Seligkeit empfunden wie in bestimmten Momenten mit mir allein. Und bitte jetzt nicht auf grundsätzlich falsche Liebhaber schließen. Klar kenne ich unglaubliche Liebeszustände, dennoch konnten die nicht mit meinen persönlichen Seligkeitsmomenten mithalten.
Und ich kann auch nicht sagen, dass es das Verlöschen ist, was mich so selig macht. Es ist etwas anderes, oder ich assoziiere es nicht mit dem Verlöschen, aber durchaus mit Selbstvergessenheit. Die allein jedoch macht noch keine Seligkeit.
Zitat:Diese ETA-Geschichte finde ich übrigens äußerst spannend! Da fühle ich mich gleich in meinem Element. Am liebsten wäre es mir ja, ich könnte nichts anderes tun, als in den längst aufgegebenen Alchemistenstübchen herumstöbern und mir daraus mein eigenes Elexier des Teufels zusammenzubrauen.
*atme erleichtert* auf
Zitat:Im Grunde kann ja immer nur das in den Flammen verbrennen, was man nicht ist.
auch wenn ich es mit den Flammen nicht so habe, ist das ein großartiger Gedanke! Glaube das stimmt!
Zitat:Übrigens: Nietzsche, würde ich empfehlen, sollte man nicht verstehen, sondern atmen. Alles Verstehen ist nur eine Form des Erstickens.
Das ist nicht anders als in der Liebe: Versteht man sie, erstickt sie auch schon.
Und es bleibt nicht einmal eine Asche übrig, sondern vielleicht die lächerliche Erkenntnis eines lächerlichen Geistes, es wäre ja nur ein Hormoncocktail. Ich würde es den Menschen heutzutage ja überhaupt verbieten, dieses so oft missbrauchte Wörtchen "Liebe" auch nur in den Mund zu nehmen.
najaaa, für mich bedeutet Verstehen Begreifen und das funktioniert eben nicht zentral rational, sondern "atmend", wie Du es nennst und bei aller ewigen Selbstunsicherheit halte ich mich in diesem Punkt für ein Naturtalent
Ich finde es immer wieder sagenhaft, dass so etwas wie tiefe Erkenntnis oder Begreifen bei mir so gut wie nie beim Denken geschieht. Sondern meistens dann, wenn ich alles loslasse und gar nicht denke. Oder auch beim (nächtlichen) Träumen.
Vor einigen Tagen versuchte ich fiebrig-analytisch ein Thema zu ergründen. Vergeblich. Ich spüre dann genau, dass ich nichts begriffen habe weil es mir entgleitet, sobald ich nicht im Hirn bin. Ich könnte das vermeintlich Erkannte dann niemals sozusagen aus dem Bauch heraus formulieren. Beim tieferen Begreifen ist es völlig anders.
Also ließ ich alles los, vergaß, schlief Nachts ein und als ich morgens aufwachte, verstand ich mit einem Mal. Alles war mit einem Mal da, absolut klar, ohne jedes Hirnen (und es war gaaaanz anders, als am Tag zuvor erhirnt worden ist
Und gerade bei Nietzsche rutsche ich so sehr ins Hirn, dass ich richtig leide. Zwar auf gaaanz andere Art als z.B. beim Hirn von Kant, aber dennoch ist es so. Ich fühle mich regelrecht gewaltsam ins Hirn gezerrt. Das muss aber keineswegs an ihm liegen, kann auch sein, dass ich noch nicht den rechten Zugang zu seinen Texten gefunden habe. vielleicht aber auch nicht.
Er humpelte sehr stark, so als sei ein Bein künstlich.