Zitat von YsaTyto:naja, würde mich interessieren, wer diese Studien in Auftrag gegeben hat. Bei Entzündungen lassen sich halt Medikamente verschreiben. Vielleicht wird sogar sehr weit gedacht, nämlich wirtschaftlich
Ja, natürlich eröffnet sich hier möglicherweise wieder ein weites Feld für die Pharmaindustrie. Teilweise herrscht ja eine richtige Euphorie über diese "Erkenntnis". Zumal es einleuchtend ist: Das Hirn schaltet auf Entzündungs-(Krankheits-)Modus und man fühlt sich entsprechend elend. Für mich war nur erstaunlich, mit welcher Selbstsicherheit man nicht auf die naheliegende Idee gekommen ist, beides könnte dieselbe Ursache haben. Es könnte ja zumindest auffallen, dass es Depressionen durchaus nicht in allen Kulturen gibt und zu allen Zeiten gegeben hat. Daher dürfte man ja annehmen, es könne sich vielleicht um eine gesellschaftssystemische Symptomatik handeln.
Zitat von YsaTyto:vermutlich verwenden wir die Begriffe denken, fühlen, glauben anders?
Irgendwie reden wir aneinander vorbei. Denn mMn ist das, was wir in diesem Kontext glauben, absolut zentral.
Oder so: wenn jemand, der absolut von der Schulmedizin und nichts anderem überzeugt ist (nur daran "glaubt"), wird ihm kein einziges Ritual helfen, wenn er weiß, dass das Spray nichts als Luft ist.
Ja, es scheint so, dass wir diese Begriffe etwas anders verwenden. Denken kann man, wie ich es sehe, zumindest theoretisch alles, auch wenn es einen Aufregungen verursachen mag, aber man kann es denken. Beim Glauben hingegen ist das schon anders, hier ist die Felxibilität schon deutlich eingeschränkt. Und beim Fühlen haben wir jede Steuerungskompetenz verloren, man fühlt, was man eben fühlt.
Aber natürlich, bei Deinem Beispiel ist es schon richtig: Wenn jemand von nichts anderem als der Schulmedizin überzeugt ist und der dann ein Spray verabreicht bekommt, von dem er weiß, dass es unwirksam ist, wird kein Ritual etwas daran ändern, dass es auch keine Wirkung verursacht.
Ich ging aber davon aus, dass es - eben wegen des Rituals - wirksam sein kann, auch wenn er weiß, dass in dem Spray kein Wirkstoff enthalten ist, wenn dessen Unbewusstes noch nicht so schwerwiegend eingeschränkt und fixiert ist, dass ihm ein unumschränkter Glaube allein an die Schulmedizin innewohnt. Also ein Mensch, der sich zwar an die Schulmedizin wendet, der aber noch nicht bis in alle Tiefen hinein darauf geprägt ist und noch reagiert auf Rituale, wenn auch nur unbewusst.
Es gibt ja z. B. auch Fälle, wo jemand ganz zufällig einem Ritual beiwohnt, das gar nicht ihm gilt, mit dem er nichts zu tun hat, über dessen Sinn er auch gar nichts weiß, und dennoch kommt es bei ihm zu einer Wirkung, weil eben sein Unbewusstes auf diese Eindrücke anspricht. Oder es kann auch zu Wirkungen kommen, wenn jemand nicht einmal weiß, dass irgendein Ritual (dessen Ziel er ist) durchgeführt wird.
Ich glaube einfach, dass alles das zum absolut überwiegend Teil eine Sache des Unbewussten ist und wir dann höchstens bewusst darüber rationalisierend oder uns zumindest an Erklärungen versuchend nachdenken. Ja ich gehe sogar noch weiter und sage, dass vieles auf uns wie ein Ritual wirkt, selbst wenn es gar keines ist, sondern ein ganz normaler, alltäglicher Vorgang. Wie etwa, wenn man sich ruhig im Wind bewegende Zweige sieht oder das Plätschern eines Baches hört oder das Laub von den Bäumen fällt oder man einen Hund bellen hört usw. usw. Das alles redet sozusagen mit dem Unbewussten, selbst dann, wenn wir es bewusst nicht einmal auf den Schirm bekommen. Es gibt eben nicht diese Isolation, die man illusioniert, wenn man sich selber als allein im Kopf eingekapselt denkt. Vielmehr glaube ich, dass es in uns zugeht wie in einem ganzen Universum, mit derart vielen Wechselwirkungen, dass man augenblicklich verrückt werden würde, wüsste man um sie, schössen sie einem plötzlich ins Bewusstsein. Man könnte ja gar nichts anderes, als augenblicklich vollkommen irre zu werden daran. Sein halbwegs geordentes Stübchen hält ein Mensch noch aus, ein ganzes Universum aber bei weitem nicht mehr. Nur zwei unterschiedliche Dinge gleichzeitig zu glauben, bringt ihn ja schon an den Rand des Zerreißens oder gar darüber hinaus.
Ich weiß nicht, wie ich nun gerade darauf komme: Aber ich habe gerade so eine Art kurzärmelige Weste an und habe eben bemerkt, dass ich sie verkehrt herum anhabe, also das Äußere innen. Glaube aber, dass das im Grunde nichts macht, außer, dass mir die Hände durch die Seitentaschen fallen würden, würde ich sie dort hineinstecken. Der eigentliche Zweck, die Warmhaltung, scheint durch diesen Umstand aber nicht merklich beeinträchtigt zu sein, so dass ich mich frage, ob innen und außen eigentlich nicht ohnehin ganz gleichgültig ist. Sogar der Reißverschluss geht zu, wie ich eben ausprobiert habe, auch wenn das ein etwas fremdes Gefühl und Vergnügen macht.
