Tyto
Gast
Zitat:Aber die Gemüter sind unterschiedlich, es sieht nun eher so aus, daß ich (manches Mal zu schnell) losfeuere, was auch nicht immer der Königsweg ist. Ich kann nur -welch metaphysischer Macht auch immer- danken, daß ein eher überschaubarer Kreis von lieben Menschen mir das immer wieder durchgehen läßt, wobei ich bei diesen Menschen natürlich wenig rumballern muß. Aber es macht doch manchmal das ein oder andere zarte Pflänzchen zunichte. Ich kann fluchen wie ein Rohrspatz und sehr unangenehm werden. Gut, ich fühl mich damit nicht ständig schlecht, aber ich bin eben sehr ananassig, nein, ananas-mäßig, und ab und zu bin ich deswegen auch verkatert. Andererseits ist es ja wunderschön, so zu sein, sich berühren zu lassen, Dinge nah an sich zu lassen - aber es wird eben eine immer wiederkehrende Prüfung bleiben.
Insofern ist das, für mich in jedem Fall und vielleicht für andere in der Klinik, ohnehin ein dramatisches Thema. Also, bitte keine Scheu. Kein Grund, in der Schleiereulenhöhle zu verschwinden.
Das wäre ganz schlimm. Bitte nicht noch mehr bedrohte Arten.
ja, dass Du so bist, kann ich Deinen Beiträgen entnehmen und ich mag das an Dir. Nehme mal an, dass meine Sanftmütigkeit Dir manchmal auf den Keks geht
Nähe-Distanz, Abgrezung. . .Das alles ist es gar nicht so sehr. Ich kann mich abgrenzen, nein sagen, losfeuern, all das. Wenn auchvielleichtnicht immer mit absoluter Durschlagkraft
Also nehmen wir mal an, mir geht eine Situation zu nah, überfordert mich. Dann bringt Abgrenzung mit Worten nichts, auch nein sagen nicht weil es damit gar nichts zu tun hat. Es ist einfach so, dass Erlebnisse sehr stark in mich eindringen. Treffe ich heute Abend bsw. 2 Freundinnen für 5 Std. habe ich danach noch tageland ihre Mimik, Gesagtes usw. vor dem innerem Auge, im Ohr usw. Ganz schnell die absolute Reizüberflutung. Erst nach ein paar Tagen klingt das ab.
Sehr oft habe ich selbst das unterschätzt, ignorierte es und Daheim drehte sich dann alles im Kopf, fast bis zum Schwindel. Neulich habe ich z.B. mal einen Tag 4 zuckersüße Kinder gesittet. Es war super anstrengend, hat mir aber auch viel Freude bereitet weil ich alle 4 einfach nur hinreißend finde.
Viele Stunden später hörte ich bis in die Morgenstunden hinein ihre Stimmen, genau so, als wären sie noch da usw.
Nachts hatte ich Oropax in den Lauschern, wachte von Kinderstimmen auf, die so real waren, dass ich das Odysseuswax aus den Lauschern nahm, um mich zu vergewissern, dass ich wirklich allein bin.
Keine Ahnung, wie ich mich da besser abgrenzen könnte. Es ist dann alles vorübergehend in mir drin, also als wären alle, die mich umgeben, in mir. In der Regel ist es für mich nicht machbar, mich z.B. für ein paar Stunden mit Freunden zu treffen und danach sofort in ein Buch einzutauchen. Tausend mal versucht. Ich schlage das Buch auf und sehe alles, was ich gerade erlebte, höre die Stimmen usw.
Was soll man da tun?
Erhole Dich gut, meine liebe Ananas!

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Wie gut können sich Esel orientieren? Finden sie auch über weite Strecken Heim?

- Arjuni 