Zitat von Traurige_Sie:Ich hab nach langem innerlichen hin und her eine Entscheidung getroffen, die der Verstand gefällt hat.
Ich mag nicht immer warten, ich mag nicht mehr an Feiertagen und Wochenenden alleine sein. Ich mag ihn nicht mehr jeden Abend unter der Woche in meiner Wohnung sitzen haben.
Du hast Dich also für Dich entschieden. Bist Du sicher, daß das eine reine
Verstandesentscheidung war?
Mir scheint, sie hat sehr wohl
auch mit Liebe zu tun - der überaus gesunden Liebe
zu Dir selbst nämlich, sowie mit der nicht minder gesunden Liebe
zu Deinem Kind.
Im übrigen finde ich, daß die Affaire Dich letztlich selbst zu dieser Entscheidung veranlaßt hat: Sie geht schon lange weiter, als sie sollte und nachdem Du schreibst
Zitat:UND NEIN: ER WIRD SICH NICHT VON SEINER FRAU UND FAMILIE TRENNEN ...
, bleibt Dir doch gar keine andere Wahl, als sie zu beenden.
Affairen sollen
Spaß machen - das tut
Deine schon lange nicht mehr, sondern sie ist
fordernd geworden: Seitens Deines Geliebten, was Deine Kleinfamilie betrifft und von Deiner Seite, was die emotionale Investition betrifft - und das ätzt nur noch.
Affairen sollen unverbindlich sein - Du hingegen wünschst Dir im Grunde eben doch eine Festbeziehung, was letztlich auf den Wunsch nach mehr Commitment hinausläuft. Ihr hattet jetzt zwei Jahre was miteinander am Laufen. Selbst wenn Ihr eine Festbeziehung miteinander hättet, so hätte es Euch ähnlich ergehen können: Also daß Ihr irgendwann feststellt: Wir teilen zwar das Bett, aber sonst eben nicht wirklich viel - da hat sich einfach keine gefestigte Beziehung entwickelt, sondern es ist letztlich seicht geblieben und groß weiterwachsen wird da auch nichts mehr.
Die Haltbarkeitsdauer - von Affairen ebenso wie von "fehlgezündeten" Beziehungen ist dann schlicht überschritten: Zeit für eine Bestandsaufnahme, Zeit für einen Schlußstrich.
Zitat:Ich bin innerlich total durcheinander ... sehr traurig ... die Affäre aus Vernunft aufgeben zu müssen, um eventl. einem anderen Mann eine Chance zu geben.
Das ist jetzt aber ein völlig anderer Grund - für das Aufgeben der Affaire - als Du weiter oben geschrieben hattest. Und diesen hier finde ich auch nicht wirklich gut:
Du willst wirklich eine 20 (!) Jahre alte
Freundschaft riskieren, indem Du einen
Freund zum
Absprungpartner mutieren läßt?
Bei allem gebotenen Respekt: Das halte ich für eine ganz, ganz schlechte Idee...
Zitat:Die Affäre war so unendlich schön ... ich hatte zum ersten Mal in meinem Leben unbeschwerten und unbeschreiblich schönen S.. Ich habe mich mit knapp über 40 als Frau finden dürfen und er hat mir den Raum gegeben.
Die Erinnerung an die schönen Momente kann Dir niemand mehr nehmen. Und natürlich war die Affaire auch mal schön, sonst hättest Du Dich ja nicht darauf eingelassen. Das sollte sie ja auch sein - wie gesagt: Affairen
sollen Spaß machen (siehe oben).
Vielleicht hilft es, wenn Du die Aussage da oben mal zuende denkst, die Augen zumachst und Dir vorstellst, Deine Affaire stünde eines Tages tatsächlich mit gepackten Koffern vor Deiner Haustür und wolle mit Dir leben - zugleich teilt er Dir mit, daß sich bei ihm eine Potenzstörung eingestellt hat, so daß er nur noch gelegentlich oder gar nicht mehr mit Dir *beep* könne. Wie sollte das gehen, wenn der Hauptgrund für die Schönheit dieser Affaire Euer Intimleben war und ist? Was bliebe von dieser großen "Liebe" da letztlich noch übrig?
Ich weiß, daß das furchtbar nüchtern klingt und das ist es auch. Aber es ist wenig hilfreich, wenn Du jetzt in bittersüße Nostalgie verfällst. Führ Dir stattdessen lieber wieder und wieder die Szene vor Augen, wo er einfach gegangen ist, weil Du mit Deinem Kind ein paar Runden Monopoly spielen wolltest.
Da ist mir zumindest richtig kalt geworden, als ich das ein paar Beiträge weiter las.
Sei froh, daß dieser Mann aus Deinem Leben verschwinden wird. Wer sich so egoistisch verhält, sollte nur noch an sich selbst rumspielen dürfen.