photo94
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ich wende mich an euch, weil ich Rat suche und nicht mehr weiter weiß und nicht weiß, was ich tun soll.
Ich habe letztes Jahr im Februar eine Frau kennengelernt. Sie war damals 28 und ist noch im Studium. Ich bin jetzt 31 und arbeite schon. Anfangs wohnte sie 150km weg. Es waren die ersten Wochen die Traumbeziehung schlechthin. Sie war charmant, intelligent, hat sich sehr für mich interessiert, verständnisvoll und so sind wir nach recht kurzer Kennenlernzeit (4 Wochen) auch schon zusammengekommen, im Nachhinein was das sicherlich der erste Fehler. Wir hatten damals tolle Gespräche, haben Nächte durchtelefoniert. Sie hat sich von einer liebevollen Seite gezeigt.
Nachdem ich dann im Mai ihre Eltern kennengelernt habe, hat es angefangen sich zu ändern. Mir war das mit den Eltern noch zu früh, da aber familiär eine Hochzeit am Mittelmeer anstand, bei welcher sie unbedingt wollte, dass ich dabei bin, mussten wir das so machen. Jedoch hat es dann mit den Streitereien zugenommen. Ich bin die 150km oft zur ihr gefahren, fast jedes WE, meistens auch 1x unter der Woche. Wir sind dann oft Essen gegangen. Im Nachhinein stellt sie es so dar, dass sie fast immer für mich gekocht hätte. Das stimmt so nicht. Sie hat öfters gekocht, aber zu 60-70% waren wir essen. Da sie noch studiert und damit nicht soviel Geld hat (arbeitet noch nebenher etwas) habe ich versucht, darauf immer Rücksicht genommen und sie gerne und oft auch eingeladen. Ich verdiene nicht schlecht, daher war das ok. Es stand dann die Hochzeit am Mittelmeer an und wir sind da mit dem Auto hingefahren. Sie hat mir gesagt, dass sie finanziell dazu nicht groß beisteuern könne. Also habe ich Maut, Spritkosten übernommen und wir sind mit meinem Auto gefahren. Bei der Unterkunft habe ich meinen Anteil auch ganz normal bezahlt. Es gab danach immer mehr Streits. Sie wollte am liebsten 24/7 mit mir Zeit verbringen. Wenn ich mal unter der Woche etwas mit Freunden machen wollte oder am Wochenenden ein Abend meinen besten Kumpel treffen wollte, hat sie mich deshalb am Telefon angeschrien. Wenn wir Essen waren und mal nicht bezahlt hatte, hat sie Streit angefangen. Einmal waren wir Essen und ich habe nur die Getränke übernommen und nicht noch den Salat für 18Euro. Da hat sie mir vorgeworfen, sie sei jetzt pleite wegen mir. Ein anderes Mal hat sie einmal für mich gekocht und ich habe ihr gesagt, ich gebe ihr 20Euro für den Einkauf. Ich habe es dann schlichtweg vergessen und sie warf mir vor, dass sie "in Zukunft am liebsten Geld verlangen solle für Sex. Sie sei nur eine arme Studentin". Die Streits wurden immer heftiger. Oft hat sie mich dann auf Whats-App blockiert und dann wieder entblockt. Sie sagte dann in der Wut Dinge wie "du bist Abschaum, du hast es verdient zu leiden usw.". Einmal hat sie mich angeschrieben, ich hätte das "Bad wie Sau hinterlassen", weil noch etwas Schaum in der Dusche war vom Duschen. Sie hat sich dann entschuldigt und es so begründet, dass sie lange in einer Beziehung gewesen sei, in der sie so behandelt wurde und geschlagen worden sei. Die Beziehung sei erst 2 Monaten beendet gewesen bevor sie mich kennengelernt hat. Ich habe damals lange gezögert sie meinen Eltern vorzustellen. Auch da hat sie Druck gemacht, das wollte sie unbedingt. Schließlich habe ich sie im Juli vorgestellt. Da war sie dann super eloquent, charmant usw.
Wir sind im August dann an die Nordsee in Urlaub, wo ich immer im Sommer gerne hingehe. Sie hat das vorgeschlagen. Da hatte sie dann an einem Tag Magenkrämpfe und hat mich so angegangen, dass ich zum ersten Mal weinen musste. Sie hat sich dann entschuldigt. Den Urlaub hab ich natürlich übernommen und die Aktivitäten auch. Sie hat nie groß angeboten etwas beizusteuern. Ich habe dann nach dem Urlaub herausgefunden, dass sich am Abend nach dem Urlaub mit ihrem Ex-Ex treffen wollte, wohl auch zum Übernachten. Sie hat mir dann unter Tränen "gebeichtet", dass sie bis Mai noch in einer Beziehung mit ihrem Ex-Ex gewesen sei. Da waren wir aber schon zusammen. Sie hätte aber in der Zeit nie mit ihm geschlafen und es gab keinen körperlichen Kontakt. Sie hat auch erzählt, dass sie ihn nur noch ein paar Mal da gesehen hätte. Im Juni sei er aber nochmal bei ihr zu Besuch gewesen um zu übernachten. Ich habe ihr das dann verziehen. Bei der Hochzeit im Mai war der Ex-Ex geplant.
So ging es immer weiter. Ich habe ein etwas ausgefalleneres Hobby (Modelleisenbahn, Trainspotter) und einmal pro Jahre besuche ich immer meine ehemaligen Gasteltern in England für eine Woche, weil ich dort nach meinem Abitur mal gearbeitet habe. Das habe ich dann nach unserem Urlaub auch gemacht. Sie wollte mir das erst nahezu verbieten. Nach etlichen Diskussionen hat sie das erlaubt. Durch mein Hobby bin ich gerne auch mal am Wochenende tagsüber unterwegs, manchmal auch 2 Tage. Aber das kommt höchstens 1x im Monat vor, oft gibt es 6 Wochen am Stück wo ich gar nicht unterwegs bin. Auch da gab es anfangs öfters Diskussionen und Vorwürfe "Findest du nochmals eine Frau, die dein Hobby akzeptiert"). Auch in der Zeit, als ich alleine in England war, gab es immer wieder Diskussionen. Ja mein Hobby ist nicht immer einfach, weil ich einfach mal gerne am Wochenende da 1-2 Tage alleine etwas machen möchte. Aber das ist nicht jedes Wochenende und nicht ständig, meistens 1x pro Monat. Und ja, da investiere auch gerne mal was. Aber das ist meine Sache.
Das ständige Zahlen und die Streits haben dann dazu geführt, dass ich im September die Beziehung beenden wollte. Sie hat auch erzählt, dass ihr Ex-Ex (nicht der Böse, sondern der, mit welchem sie noch in Kontakt war) ihr alles gezahlt hätte und er hätte einen weitaus schlechteren Verdienst in seinem Job als ich gehabt. Er hat ihr wohl auch bis Ende letzten Jahres die Versicherung von ihrem Auto finanziert. Den ständigen Druck zu zahlen wurde dann besser. Sie hat dann auch mal beim Weggehen die Getränke übernommen und die Beleidigungen haben aufgehört. Man hat vermehrt getrennt gezahlt. Trotzdem hat sie mir öfters das Handy durchsucht, weil sie schauen wollte, ob ich mit anderen Frauen schreibe. Sowas habe ich noch nie getan. Ich hatte davor 2 Beziehungen, beide recht kurz. Niemals habe ich das getan. Erst kürzlich hat das aufgehört mit dem heimlich Handy durchsuchen.
Als sie dann wegen ihrem Studium zurück in ihre Heimat ziehen musste (40km weg von mir) hat sie zunehmend Druck gemacht wegen zusammenziehen. Aktuell wohne ich in einer recht kleinen Wohnung (für mich reicht es), in welcher sie sich nicht besonders wohl fühlt. Ich wollte aber weder mit ihr zu zweit da wohnen noch aktuell in eine große 3-Zimmer-Wohnung mit Balkon ziehen (das hätte sie gerne gehabt). Ich hatte starke Magenschmerzen an den Gedanken, weil ich Angst vor den Streits hatte. Zudem sind mir die Mieten für eine 3-Zimmer-Wohnung in einer Universitätsstadt, in der ich lebe, zu teuer. Sie hat selbst gesagt, dass sie zur Miete nichts groß beitragen könne. Das gemeinsame Zusammenziehen wurde dann wieder verworfen. Ich war aber bereit mir eine schönere Wohnung zu suchen. Sie wollte nicht so gerne mit den Öffentlichen zu mir kommen. Daher habe sie, als sie dann 40km weg von mir gewohnt hat, auch öfters abgeholt oder heimgebracht. Autofahren war ihr zu teuer. Aber zuletzt habe ich das eingestellt, weil ich es nicht mehr wollte. Diese Unselbstständigkeit hat mich genervt. Ich sage es ehrlich.
Die Streits sind geblieben. Sie ist nahezu durchgedreht, wenn ich auf der Arbeit eine Whats-App Nachricht von ihr gelesen habe (ich habe selten das Handy da in Benutzung, meistens nur wenn ich sowieso etwas für die Arbeit auf einer App nachschauen musste) und nicht sofort geantwortet habe, weil es einfach aufgrund der Arbeitsbelastung nicht ging und sowas in die Pause gehört. Es gab dann bis zu 20 Anrufe. Ich habe so oft gebeten nicht zu streiten, wenn ich arbeite.
Das Verständnis für mich war oft gering. Sie hatte eine große Familie mit vielen Festen und sie wollte anfangs, dass ich überall dabei bin. Aber das geht halt nicht immer. Manchmal arbeite ich am Wochenende. Manchmal möchte ich es auch nicht. Ich bin dann auch nicht mehr oft mit, nur noch zu den Eltern. Als ihre Großeltern zu ihrem Hochzeitstag eingeladen haben stand ich 2 Wochen vor der Facharztprüfung und ich habe 100% gearbeitet. Ich habe ihr dann erklärt, ich muss am dem Wochenende lernen. Es ist mir zuviel. Sie hat dann nur gemeint "Es sei ihr wichtig. Sie sagt zu". Dann gab es riesigen Streit. Das war im Januar. Ich habe dann irgendwann und das ist das Erschreckende, auch angefangen sie zu beileidigen und anzuschreien wie sie es bei mir gemacht hat. Ich war nie so davor. Ich habe auch öfters ihren Ex-Ex als "Schwachmat und Versager" beleidigt, weil er bedingungslos alles gezahlt und wohl gemacht hat, was sie wollte.
Jetzt gab es nochmals Streit. Wir waren im Kino und ich habe die Karten online organisiert und bezahlt. Sie war dann sauer, weil ich dann vor Ort nicht noch ihre Snacks übernommen habe. Weiterhin gab es Streit aufgrund des nächsten Urlaubs. Ich wäre gerne nochmals an die Nordsee. Wir haben damals Ausflüge gemacht. Leider konnte man nur einen Tag baden, weil das Wetter nicht gut war. Aber das ist normalerweise anders. Sie wollte eher in den Süden, natürlich hätte ich wieder großenteils das finanzieren müssen. Ich wollte nicht ans Mittelmeer im Juli. Mir ist das einfach zu heiß, ich vertrage die Hitze nicht. Sie wollte eher einen klassischen Strandurlaub machen. Letzteres mag ich nicht so, ich mag lieber Aktivurlaub. Ich habe dann auf den Tisch gehauen und gesagt: "Wenn ich wieder 90% zahlen muss, dann möchte ich auch mehr Mitspracherecht". Sie hat mir dann vorgeworfen, dass mir ihre Bedürfnisse egal seien. Als ich dann vorgeschlagen habe, dass wir vielleicht dieses Jahr nicht gemeinsam in Urlaub gehen, hat sie Schluss gemacht und mich rausgeworfen.
Sorry für den langen Text. Ich musste das aufschreiben, weil ich nicht verstehe, was ich alles falsch gemacht habe und wie das so eine toxische Dynamik entwickeln konnte. Ich weiß, ich habe viel über Geld geschrieben. Das war auch immer einer der Hauptstreitpunkte, deshalb habe ich es so aufgeführt. Ich hätte für sie viel zu wenig getan, warf sie mir vor. Ich schäme mich über diese Beziehung mit meinen Eltern oder Freunden zu reden.