Mich nerven diese Phasen auch kolossal. Ich habe Stimmungsschwankungen... Das muss man auch erst mal ertragen können. Ich habe völlig den Überblick verloren in welcher Phase der Trennung/Trauer ich mich gerade befinde. Ich springe quasi stündlich zwischen den Phasen hin und her. Ich kann mich aktuell selbst nicht ertragen und das ist wiederum schwer. Es kostet unheimlich viel Kraft, ständig dieses auf und ab wegzustecken und sich schönzureden.
Ich leide innerlich ziemlich darunter. Ich bin so wütend auf mich selbst. Wie unsouverän ich durchs Leben gehe.
Ich will auch mit keinem aus meinem direkten Umfeld mehr darüber reden. Ich bin gefangen in einer Pärchenwelt. Ich kenne nicht mal Singles. Da ist niemand, der mir mal ein Tutorial an die Hand geben könnte, wie man sich zu verhalten hat. Um mich rum gibt es nur Paare. Und dann auch noch lauter Langzeitpaare. Nicht zwingend glücklich, aber hey... was solls, immerhin zu zweit.
Was sollen die denn für Verständnis für mich aufbringen? Bisschen Mitleid blabla da musst Du mal rausgehen blabla Hmm, is klar...
Der Einfachheit halber wähle ich halt offene Worte und bin es leid, auf die anderen quasi Rücksicht zu nehmen. Die meisten können weder mit meinen Gefühlen noch der Beschreibung derer umgehen. Kurz nach der Trennung hatte ich ein riesen Redebedürfnis. Ich habe den Leuten mein ganzes Leben runtergebetet. War dann schon so geübt, dass ich für das Was bisher geschah nur noch wenige Minuten brauchte. Mir war auch egal, ob mir jemand das Gefühl gab, es interessiert ihn oder nicht. Mich hat ja auch niemand gefragt, ob ich Bock auf diese Erfahrung habe, da muss mein Gegenüber also durch. Pech gehabt.
Jetzt ist es so, dass es mich verletzt, wenn ich das Gefühl habe keiner versteht mich. Das mich keiner mehr fragt, wie die Gefühlslage ist. Ich bin so empfindlich geworden.
Steht eigentlich noch jemand mit mir am Gleis?
Ich überlege ja jeden Tag inwieweit ich eigentlich dem Zug (meinem Ex) hinterherschaue oder ob mein eigentliches Problem ist, nicht mehr in der 1.Klasse (Beziehung) zu reisen. Ich glaube es ist Zweiteres. Davon bin ich eigentlich gerade überzeugt.
Dass meine Unzufriedenheit mit der ganzen Situation und mein Hin & Her im Kopf vermutlich zu einem großen Teil hausgemacht sind, weil ich immer noch stinksauer bin, aus meinem Leben vertrieben worden zu sein, kann gut sein.
Leider hilft dagegen auch kein Tee. Wenn es nach meinem Tee-Regal geht, bin ich ausgeglichen, geradezu harmonisch, Ruhe in mir selbst, bin aber trotzdem vital & dynamisch, zudem auch noch menstruationsbefreit und entwässert. Außerdem ist Weihnachten.
Ach Menno
