@Nalf
Zitat: Aber wer jetzt auf einen Hilfeaufruf reagiert, wäre auch beim Enkeltrick dabei.
Du hast Dir Mühe gegeben, zu begründen, warum Du Sorge hast.
Sie wollen weiter an Romantik glauben.
Die romantische Liebe war ein schönes Ideal zu ihrer Zeit. Manche Schwarmgeister trauern ihr wehmütig nach und springen arglos auf KI-generierte Illusionen an, die einen Abklatsch von Romantik anbieten.
Die Sehnsucht nach Wiederkehr der leidenschaftlichen Gefühle scheint größer als der Realitätssinn.
Die Verklärung des Anachronismus von der liebenden Unschuld ist diesen Menschen nicht zu verdenken - in meinem Bücherregal verstauben auch einige Werke von großartigen Romanciers, die mich manchmal noch melancholisch stimmen.
Bei den KI-Texten von Amb25 wirken hingegen andere Mechanismen. Die Konstruktion der Figur des entseelten, stoisch leidendnen, stillen Mannes, der einige User zu Tränen gerührt hat, beinhaltet ein Identifikationsangebot als pure Simulation, maschinell erzeugt.
Einige glauben ernsthaft, es stecke womöglich ein echter, authentisch leidender Mann hinter der KI-Figuration, der sich nur hinter einem Algorithmus verbirgt, weil es die Liebe nicht gut gemeint hat mit ihm. Diese Wunde spricht eine Schwachstelle an, mit der sich viele, die sie tatsächlich in sich tragen, identifizeren können und aus eigener Betroffenheit mitfühlen.
Amb25 hat eine beachtliche Beitrags/Danke-Quote von 12 zu 84, von 1:7. Der Schöpfer der Identifikationsmasche kann den Probelauf als Erfolg verbuchen.
Interessant ist das Vorgehen bei der Opfersuche. In seinem zweiten Thread gibt die KI des TE eine Antwort auf fränzösisch, die subtil ein Hilfsangebot macht. Die Fremdsprache suggeriert dem gerührten User eine exklusive Aufmerksamkeit, nach dem Motto:
,,Schau, nur für dich wechsele ich in die melodische Sprache der l'amour romantique, weil ich dich so gut verstehe."
Das ist die Honigfalle.
Die verbittert Frustrierten im Thread treibt der Vernichtungswille, der sich gegen jene richtet, die den Herdentrieb durchkreuzen, die Konformität aufdecken und das konditionierte Zugehörigkeitsbedürfnis stören. Das sind jene, die sich mit der Bösartigkeit des Zeitgeistes abgefunden aben, ihn teils schon selbst kolportieren.
Einige wird es geben, die sich still zurück halten und prüfend nachdenken, was an der Sache der KI-Manipulation dran seine könnte, was gut oder schädlich ist. Das dürfte die Mehrheit der TeilnehmerInnen sein.
Ihnen gute Argumente zu liefern, wäre eine löbliche Aufgabe.