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Depression oder Betrug?

Dracarys


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Nix gegen therapeutische Hilfe, aber ist irgend jemand noch lebensfähig ohne shrink?

Das Leben bedeutet, Durststrecken und dunkle Täler alleine zu durchstreifen.
Wie soll ein Mensch wachsen, wenn ihm alles abgenommen und versüßt wird?

Ich frage mich ernsthaft: Was passiert, wenn morgen alle Therapeuten dicht machen?
Geht dann die Welt unter?

Gestern 23:31 • x 6 #31


Doppelherzchen


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Zitat von Snipes:
Ich würde bzw. habe mich nur von Menschen getrennt, die diese Stärke nicht hatten und jede Art von Unterstützung und Hilfe verweigert haben.

Zumal diejenigen, die am dringendsten einen Psychiater nötig haben, nicht hingehen, da sie keinerlei Krankheitseinsicht haben. Sie halten sich selbst für völlig normal und alle anderen für verrückt, während sie den vermeintlich Verrückten das Leben schwer machen. Und diese ach so Verrückten, die unter den Querulanten leiden, gehen dann zur Therapie. So funktioniert das ganze System.

Gestern 23:43 • x 5 #32



Depression oder Betrug?

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Hola15

Hola15


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Zitat von Dracarys:
Das Leben bedeutet, Durststrecken und dunkle Täler alleine zu durchstreifen.

Ach ja? Wer sagt das?
Zitat von Dracarys:
Wie soll ein Mensch wachsen, wenn ihm alles abgenommen und versüßt wird?

Was wird einem den beim Therapeuten abgenommen und versüßt?
Zitat von Dracarys:
Ich frage mich ernsthaft: Was passiert, wenn morgen alle Therapeuten dicht machen?
Geht dann die Welt unter?

Vermutlich nicht, weil mentale Gesundheit noch nie einen hohen Stellenwert hatte. Aber du gehst doch mit einem gebrochenen Fuß auch zum Arzt. Was würde passieren wenn es morgen keine Ärzte mehr geben würde?
Gerade hier geht es um eine diagnostiziere Depression wenn ich richtig gelesen habe. Und das ist eine Krankheit! Auch wenn sie nicht sichtbar ist wie ein gebrochener Arm ist es immer noch eine Krankheit!

Heute 00:02 • x 3 #33


TimTayler


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Zitat von hellosus:
Hallo liebes Forum, Ich bin neu hier und würde mich sehr freuen, wenn ich hier Hilfe bekommen würde. Ich (w, 24) bin mittlerweile sehr verzweifelt ...

...wieviel Depressive Phasen hast du denn schon mitgemacht?
daß Kühle, Gefühle vom Partner nicht wahrnehmen können...usw. ist ja ein typisches depressive Verhalten, was ja auch nicht persönlich zu nehmen ist...das müsste Dir bekannt sein...gibt es zusätzliche neue Auslöser: Arbeit oder hast du eine Veränderung bei dir gemacht, Depressive haben oftmals ein hypersensibles negatives Wahrnehmen, sagen aber nichts, da sie meinen es liegt nur an ihnen...oder kann es sein, das du klammert? Dann bewegt er sich auch weg...ihr könnt nur über ein ruhiges und gemeinsames Gespräch die Situation klären und bitte nicht nur S/w denken und offene Entscheidung mit Bedenkzeit einplanen, also nicht das Messer auf die**setzen, das verbaut die Chance...schlimmstenfalls outet er sich, sollte er eine Affäre haben...dann habt ihr auch Klarheit...alles andere gibt nur unnötige Schmerzen.

Heute 01:25 • #34


Tin_

Tin_


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Zitat von DonaAmiga:
zum Psychiater und/oder Psychologen zu gehen und auf psychisch ach so kompliziert zu machen ist doch wohl schon eher zum schicken Modetrend geworden.
Das trägt man heute so!

Echt jetzt?
Zitat von DonaAmiga:
Und weil sich der Freund ja seine mentale Gesundheit so vorbildlich geradebiegen lässt, geht er zu seiner Freundin dermaßen auf Distanz, dass sie sich in einem Forum für Liebeskummer und Trennungsschmerz Rat holen muss?

Das steht genau wo? Hier geht es vielleicht um etwas anderes.
Zitat von Dracarys:
Das Leben bedeutet, Durststrecken und dunkle Täler alleine zu durchstreifen.
Wie soll ein Mensch wachsen, wenn ihm alles abgenommen und versüßt wird?

Ich frage mich ernsthaft: Was passiert, wenn morgen alle Therapeuten dicht machen?
Geht dann die Welt unter?


Wegen Meinungen wie deiner und die von DonAmiga haben psychische Erkrankungen immer noch dieses Stigma. Ich hatte gehofft, dass das Thema besser angenommen wird in der Gesellschaft, auch weil es einige Promis in den Tod getrieben hat und gerade nach Robert Enke eine bundesweite Kampagne gestartet wurde.

Schockierend, dass es immer noch solche Meinungen wie die von dir und DonAmiga gibt. Ich wünschte, ihr könntet mal 1-2 Wochen meiner damaligen dunklen Zeit (er-)leben. Ihr würdet völlig anders reden, glaubt mir.

Btw, der Sänger von Linkin Park (Chester Bennington) hat sich bestimmt auch nur aus "Modegründen" erhängt, wie auch Robin Williams, Kurt Cobain oder Chris Cornell einfach spassig und modisch sein wollten.... Alter Schwede....

Heute 02:15 • x 7 #35


Doppelherzchen


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Zitat von Dracarys:
Das Leben bedeutet, Durststrecken und dunkle Täler alleine zu durchstreifen.
Wie soll ein Mensch wachsen, wenn ihm alles abgenommen und versüßt wird?

Die Resilienz ist bei den Menschen unterschiedlich ausgeprägt, je nach Lebensgeschichte und Erfahrungen. Klar leben einige auch ganz gut ohne therapeutsche Hilfe. Manche mögen es auch ohne Therapie hinbekommen, ihren Frieden mit belastenden oder traumatischen Erfahrungen zu schließen und gehen ihren Weg. Wie auch immer dieser aussieht. Wenn man sich mal so umsieht, ist dieser auch nicht unbedingt das Wahre. Wachstum? Fehlanzeige. Sie tappen durch die von dir erwähnten dunklen Täler (erkennen nicht, wo das Problem liegt), der Körper sendet vielleicht derweil durch Krankheit immer mehr Signale, ihren Frust arbeiten sie an anderen Menschen ab. Zur Therapie gehen sie nicht, denn es könnten sich Abgründe auftun. Andere schaffen es nicht alleine. Sich dabei Hilfe zu holen ist mutig und macht einen nicht lebensUNfähig, sondern lebensfähigER.

Es muss ja auch nicht immer das große Trauma sein. Wenn ein anderer von außen auf die Situation schaut, kann das nie schaden.


Zitat von Dracarys:
Was passiert, wenn morgen alle Therapeuten dicht machen?
Geht dann die Welt unter?

Wahrscheinlich das Gleiche, als wenn morgen alle anderen Ärzte dichtmachen. Und die Müllabfuhr.

Vor 4 Stunden • x 4 #36


Naivling


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ich scheue mich selber auch davor, ich habs mal probiert. Vielleicht war es auch die falsche, denn ich so: aha alles was die sagt haben mir eigentlich auch Freunde gesagt....und ihre Methode war auch nicht so meins....ja hätte vielleicht weiter suchen sollen, aber ganz ehrlich über 100 euro für eine Stunde ist einfach viel Geld. Nun gings bei mir aber nicht um eine Erkrankung....auch in meiner jetzigen Situation weiss ich nicht wie man mir helfen könnte aufzuhören diesen Heini zu lieben. Aber gut dabei geht es eben nicht um eine Krankheit. Aber ja das Leben heute verlangt den Menschen oft einfach mehr ab, Burnouts etc. Muss momentan auch auf mich aufpassen, beruflicher Stress plus seelisches Leid in Kombination nix gut. wobei ohne den berufl. Stress mehr Zeit im Leid zu baden, auch nicht gut.

Vor 4 Stunden • x 1 #37


Tin_

Tin_


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Finde es spannend... Oft wird von Reflexion gesprochen, von Persönlichkeitsentwicklung - Mega Schlagworte unserer Zeit und alle beklatschen sie.... und dann sind therapeutische Maßnahmen für einige Menschen nicht sinnvoll? Therapie ist nichts anderes als Reflexion! Kausalität ist was total feines, wenn man sie erkennt.

Ich sage: jeder kann von Gesprächen über sich selbst zusammen mit einem Therapeuten wachsen und was lernen.

Finde auch immer wieder Sätze spannend (gerade von Älteren) wie: stell dich nicht so an... Wir haben das früher auch alleine geschafft... Blubb.

Ich halte dagegen: Deutschland hat einen hohen Wohlstand, ist von der Einwohnerdichte ziemlich weit oben angesiedelt und es ist eine reine Leistungsgesellschaft, was sich in den letzten 20-30 Jahren stark verschärft hat (Wiedervereinigung, Globalisierung, Verteuerung durch Euro-Einführung, Outsourcing, usw.).
Wer da nicht mithalten kann oder hinten runterfällt, bei dem Versuch mitzuhalten, der ist also einfach für das "Ökosystem" Deutschland "Überschuss" und wird frei nach Darwin fallengelassen?

Vor 4 Stunden • x 4 #38


leskine

leskine


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Hallo @hellosus !

Zunächst einmal möchte ich ich bei dir bedanken, dafür dass du ganz offensichtlich ein wundervoller Mensch bist, der psychisch Erkrankten das nötige Verständnis und vor allem den nötigen Respekt entgegenbringst.

Die Situation deines Freundes erinnert mich an meine, und meine EX hat ebenso gelitten wie du jetzt. Bei mir zog sich die Phase über 2 Jahre, auch was die Intimität ihr gegenüber betraf.
Es gibt verschiedene Meinungen zu dieser Konstellation;
die einen raten dir zu Selbstschutz und diskreditieren den erkrankten Partner und die anderen wie mich, vertreten den Standpunkt dass eine Erkrankung kein Grund für eine Trennung sein darf wenn da Liebe ist.

Wie dein Freund, war die Therapie bzw. die Therapeutensuche ein Spiessrutenlauf, mit zahlreichen verschiedenen Diagnosen, die mich noch weiter verunsicherten und belastet haben. An der Stelle finde ich stark von dir, dass du ihn dabei unterstützt.
Sei dir bewusst darüber, dass es ein langer Prozess bei deinem Freund sein kann. Was mir damals geholfen hätte, wären klare Worte von meiner EX gewesen, nicht Vorwürfe oder Unterstellungen (Stichwort 'eine andere') sondern eine klare Bekenntnis ihrer Loyalität trotzt meiner Erkrankung. Bei mir hat diese fehlende Loyalität (eine gefühlte) und ihr Druck nach Intimität und Nähe bz. die Erfüllung ihrer Bedürfnisse dazu geführt, dass ich mich weiter zurückzog und mich in anderen Dingen verlor. Nun lebt ihr Zusammen und sein Rückzug wird rein emotional Ablaufen, das bedeutet nicht dass er dich nicht liebt- im Gegenteil. Ich habe sehr darunter gelitten zu wissen, dass ich die Bedürfnisse meiner Partnerin nicht erfüllen kann.

Deswegen prüfe dich ernsthaft ob du den Weg mit ihm gehen möchtest, denn er kann für dich mit weiterem Leid verbunden sein.
Wichtig ist, dass jede Entscheidung die du triffst eine richtige ist. Ob du bleibst oder gehst. Es ist dein Leben.
Nur rede mit ihm ganz offen und ehrlich über deine Gefühle und Bedürfnisse und vor allem, versuche auch seine wahrzunehmen, zu erfragen und anzuerkennen.

Viele Menschen verlieren die Augenhöhe zu ihrem erkranktem Partner. Das ist nachvollziehbar. Jeder kämpft auf unterschiedliche Art und Weise, jeder hat sein Tempo. Möchte damit sagen, solange er aktiv sich um Genesung kümmert, und kämpft, hat er verdient eine Chance zu bekommen - die eben auch beinhaltet, dass du deine Bedürfnisse für einen Zeitraum nicht erfüllt bekommst. Vielleicht findet ihr zusammen einen anderen Weg um diese für dich zu erfüllen...

Alles Gute für euch

Vor 3 Stunden • x 5 #39


Doppelherzchen


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Zitat von Naivling:
ich scheue mich selber auch davor, ich habs mal probiert. Vielleicht war es auch die falsche,

Klar gibt es auch unter Therapeuten weniger Kompetente (wie in allen anderen Berufsgruppen auch), es ist manchmal ein steiniger Weg, bis man jemanden gefunden hat, der zu einem passt. Ist mit einem Gynäkologen, Zahnmediziner und Hausarzt ja nicht anders.

Es kostet wertvolle Kraft, auch weil in der Therapie dann Sachen bearbeitet werden, die viele Tränen und harte Arbeit bedeuten. An dieser Stelle hören viele auf und brechen ab. Warum? Wahrscheinlich weil sie sich vorgestellt haben, sie gehen zum Therapeuten und bekommen alles "abgenommen und versüßt".

Vor 3 Stunden • x 2 #40


paulaner

paulaner


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@hellosus
Du hast ihn also mit deinem Verdacht konfrontiert.
Wie sieht aber das alles sonst so aus?
Redest du mit ihm darüber, dass du über euer Zusammenleben unglücklich bist?
Und...hat er irgendeine "Erklärung" für seine Entfremdung von dir?

Anders gefragt: redet ihr darüber miteinander?

Vor 3 Stunden • x 2 #41


DonaAmiga

DonaAmiga


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Zitat von Doppelherzchen:
Wahrscheinlich weil sie sich vorgestellt haben, sie gehen zum Therapeuten und bekommen alles "abgenommen und versüßt".

Und u. a. das meine ich, wenn ich von blinder Therapiegläubigkeit spreche.

Vor 3 Stunden • x 1 #42


leskine

leskine


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Zitat von Dracarys:
Nix gegen therapeutische Hilfe, aber ist irgend jemand noch lebensfähig ohne shrink? Das Leben bedeutet, Durststrecken und dunkle Täler alleine zu durchstreifen. Wie soll ein Mensch wachsen, wenn ihm alles abgenommen und versüßt wird? Ich frage mich ernsthaft: Was passiert, wenn morgen alle Therapeuten dicht ...

Ich frage mich ernsthaft, wie stark du sein würdest, wenn eine Bombe deine Liebsten vor deinen Augen zerfetzt.
Oder aber wie stark du sein würdest, wenn dich eine paar Typen aufs übelste vergewaltigen.
Oder aber wenn du plötzlich eine Diagnose über eine Unheilbare Erkrankung erhälst die dein Leben massiv einschränkt.

Du gehst da natürlich völlig alleine durch die dunklen Täler, richtig?

Seelsorger (Therapeuten) gibt es wie lange? 50 Jahre, 500 Jahre oder eventuell seit Anbeginn der Menschheit?

Vor 3 Stunden • #43


Tin_

Tin_


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Zitat von DonaAmiga:
Und u. a. das meine ich, wenn ich von blinder Therapiegläubigkeit spreche.


Dann wäre es schön, wenn du das so differenziert kommunizierst. Ja, ich kenne auch Menschen, die gehen zum Psychologen, glauben daran, dass er einen Schamanentanz um einen herum macht und sie dann ein Instagram-Wonne-Wuschel Leben führen. Und ja, es gibt auch Therapeuten, die haben übel einen an der Waffel. Grundlegend hilft es aber Menschen, die Hilfe wirklich wollen.

Vor 3 Stunden • x 2 #44


Dracarys


1516
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Ich habe nichts gegen Therapeuten und Ärzte, die sich mit der Psyche beschäftigen.
Hatte ich explizit geschrieben.

Und ich hatte den Verweis auf die praktischen Mediziner fast erwartet.
(Aber ich gehe z.B mit einem eingerissenen Nagel nicht zu meinem Hausarzt.)

Tatsächlich erschreckt es mich, dass ich bei unglaublich vielen Menschen bei völlig normalen Lebenswidrigkeiten eine Tendenz wahrnehme, die Lösung im Aussen gesucht wird.
Das wollte ich zum Ausdruck bringen.

Ich käme nie auf die Idee zu sagen, dass früher die Menschen besser klar kamen.
Auch von Stigmatisierung schrieb ich rein gar nichts.

Schlussendlich entscheidet doch eh jeder Mensch für sich, was er als gut und hilfreich empfindet.
Entsprechend kann er dann agieren und Ärzte, etc. aufsuchen.
Das entscheide ja nicht ich mit einer Wortmeldung in einem thread.

Vor 3 Stunden • x 1 #45



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