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Depressive Partnerin trennt sich

Gefühls_Chaot

Gefühls_Chaot

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Hallo ihr Lieben.

Dies ist mein erster Post in dem Forum und hab mich aufgrund der frischen Trennung hier angemeldet um hilfreiche Tipps, vielleicht sogar von Leuten, die in der selben Situation schon mal waren, zu bekommen.

Dann fangen wir mal an mit meiner Geschichte.

Wir (m 23, w 19) haben uns im August 2021 auf einer Party kennengelernt, hatten davor schon ein Match auf einer Dating App, aber hab sie nicht angeschrieben. An dem Abend hat sie mich erkannt und drauf angesprochen. Ich war hin und weg. Ein interessantes Mädchen nach 2 Jahre single sein. Wir hatten eine sehr schöne Zeit und gingen auch früh eine Beziehung ein.
In der Zeit hab ich alles für sie getan. Hab ihr beim Umzug geholfen, hab sie am selben Tag aus Frankfurt (600km Distanz) abgeholt als sie die ihre Grundausbildung (Bundeswehr) abgebrochen hat, hab ihr Geld gegeben, Zig. gekauft, etc. Weil ich wusste, dass sie nichts hat und ich in dem Glauben war, dass ich das Gegebene in anderer Form zurück bekomme, wenn sie die Möglichkeit dazu hat.

In letzter Zeit habe ich gemerkt, dass keine Zärtlichkeit mehr von ihr kommt. Wir hatten auch kein S. und sie meinte es könne an der Spirale liegen. Ich dachte mir nicht viel dabei.
Kurz vor Weihnachten hatte sie mir erzählt, dass es ihr momentan nicht so gut gehe. Ich habe gemeint, dass das in Ordnung ist und ich für sie da bin.

Dann hat sie nachdem sie wieder nach ner Weile zuhause war versucht, sich selbst das Leben zu nehmen. Daraufhin wurde sie in eine Psychiatrie eingewiesen. Bisherige Diagnose lautet starke Depressionen, Angststörungen und Dro.. Hab ihr noch am ersten Weihnachtsfeiertag ein paar Sachen hochgefahren, weil ihre Eltern nicht in der Lage waren ihr Sachen zu packen. Kamen sie dann auch erst ne Woche später besuchen und haben ihr Klamotten, etc gebracht. Das fand ich so unglaublich traurig… dass man es nicht schafft früh seinem Kind die nötigsten Sachen vorbeizufahren.

Seit ihrer Einweisung war sie dann relativ distanziert, hat sich selbst isoliert und wenig gemeldet. Ich dachte mir es liegt an den Depressionen und dass das auch okay ist. Hab ihr das auch gesagt, dass sie sich die Zeit nehmen soll, die sie braucht.

Vorgestern hat sie mit mir dann per Handy Schluss gemacht. Meinte sie kann sich momentan selbst nicht lieben und mich also auch nicht. Weiterhin sieht sie auch in Zukunft keine gemeinsame Option. Das verstehe ich nicht. Ich hab alles getan und war immer für sie da. Dass man so jemanden von heute auf morgen wegstoßt verwirrt mich so sehr. Finde es auch total schwach von ihr, dass sie mir das nicht persönlich sagen konnte. Gestern habe ich mein Zeug abgeholt, dass ich den ersten Schritt zum Abschließen machen kann. Nicht mal das hat sie persönlich machen können.

Ich weiß nicht wo mir der Kopf steht, was ich tun soll…

11.01.2022 12:19 • x 1 #1


CanisaWuff

CanisaWuff


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Zitat von Gefühls_Chaot:
Finde es auch total schwach von ihr,

Sie ist krank. Depressionen steckt man nicht so leicht weg. Sie hat schon einen Suizidversuch gemacht und scheint auch vom Elternhaus keine Unterstützung zu bekommen oder die Eltern begreifen nicht was wirklich los ist.
Lass ihr Zeit, sei für sie da, wenn sie Hilfe braucht. Aber mach keinen Druck.
Wenn Sie Medikamente bekommt, dann müssen diese erst mal anschlagen, auch das dauert seine Zeit.

11.01.2022 12:26 • #2



Depressive Partnerin trennt sich

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HerrZ


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Moin Gefühlschaot. Cooler Name.
Erstmal willkommen. Trotz des unfeinen Anlasses.
Ich mach's (ausnahmsweise) mal kurz:
Es gibt kein Liebeskonto. Ob, was Du alles getan hast, ist völlig egal. Gefühle sind nicht verhandelbar (da hat wer aus dem Forum ein Copyright drauf, ich benutz es aber gerne und oute mich als Plagiator).
In aller Deutlichkeit: Alles zu tun ist keine Garantie geliebt zu werden! Oder alsGuthaben zu gelten. Manchmal eher im Gegenteil.

Zum Thema Depression: Wer so sehr mit sich selbst beschäftigt ist, kann tatsächlich nur schwer eine doch recht frische Partnerschaft führen. Das ist eine riesige Belastung. August bis heute? Verliebtheitsphase. Keine 20jährige Partnerschaft, in der man schon viele Belastungen gemeinsam gemeistert hat.

Was Du tun kannst? Sollst? Weitergehen. Abhaken. Für Dich lernen, dass Liebe geben wenig bis keine Guthaben-Wirkung auf Liebe bekommen hat. Abhaken. Durchschnaufen. Weiter machen. Wenn, falls sie Dich braucht, wird sie sich melden. Dann kann es weitergehen. Akut muss sie genug mit sich selbst kämpfen.
Toitoitoi.

11.01.2022 12:29 • x 7 #3


Blake88

Blake88


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0 Chance, lass sie einfach in Ruhe, denn sie hat recht, wie soll sie dich lieben wenn sie sich selbst umbringen will?

Niemand der das tut liebt wirklich jemand anderen. Solche Dinge passieren leider und jetzt ist nur sie wichtig, aber nicht du ‍️

Schau auf dich selbst und geh weiter dein Leben nach, vielleicht kann sie sich ja irgendwann wieder lieben und dich auch.

Doch bis dahin können Monate oder sogar Jahre vergehen. Setze sie bitte deswegen nicht weiter unter Druck. Sie ist sowieso schon labil und braucht jetzt Verständnis und Ruhe, so hart das auch für dich sein mag.

11.01.2022 12:31 • #4


Iunderstand


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Sei mir nicht böse, wenn das jetzt nicht sonderlich empathisch rüber kommt, aber sei froh und nimm die Trennung an. Ihr habt die Kennenlernphase nicht überstanden, das tut weh aber wird vergehen.
Dieses Mädchen trägt so ein Paket mit sich herum, da machst du dich nur selbst kaputt wenn du versuchst das aufzufangen

11.01.2022 12:31 • x 4 #5


HerrZ


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Zitat von Blake88:
Niemand der das tut liebt wirklich jemand anderen.

Tschuldigung, das ist Schwachfug. Niemand der das tut fühlt sich von jemandem geliebt. So rum wird ein Schuh draus.

11.01.2022 12:32 • x 8 #6


Gefühls_Chaot

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Danke für die schnellen und objektiven Antworten.

@HerrZ dass es keine Garantie ist geliebt zu werden, wenn man gibt, ist klar. Dennoch fühle ich mich einfach nicht wertgeschätzt. Ich weiß dass sie viel mit sich zu tun hat.
Dasein wenn sie sich meldet? Ich weiß ehrlich gesagt nicht ob ich das will. Momentan hab ich viel Wut, Trauer und Verzweiflung in mir und weiß nicht wo mir der Kopf steht. Ich will nicht zu einem Fels in der Brandung werden, wenn sie den mal wieder braucht. Sie kann mich ja gerade auch nicht gebrauchen.

11.01.2022 12:43 • #7


Gefühls_Chaot

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@Iunderstand sie trägt ein riesiges Paket mit sich… ich hab das akzeptiert und versucht sie dabei zu unterstützen. Aber die Unterstützung wurde nicht angenommen.

11.01.2022 12:44 • #8


Gefühls_Chaot

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@Blake88 hab wie schon erwähnt gestern mein Zeug abgeholt und ihr noch ne letzte selbstgemachte Kleinigkeit da gelassen (gehäkeltes Alpaka, weil sie die so gerne mag).
Sie hat sich dann auch über WhatsApp noch bedankt, aber auf das Danke hab ich ihr nicht mehr geantwortet.

Bis dahin wird noch viel Zeit vergehen, wie du schon sagst. Und ich denke auch, dass ich bis dahin mit dem Thema schon abgeschlossen hab. Aber mal schauen was die Zeit so mit sich bringt.

11.01.2022 12:46 • #9


HerrZ


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Zitat von Gefühls_Chaot:
Ich will nicht zu einem Fels in der Brandung werden, wenn sie den mal wieder braucht. Sie kann mich ja gerade auch nicht gebrauchen.

Der erste Teil? Ja, schau was Du willst, brauchst. Geben magst. Du für Dich.
Der zweite Teil? Klingt schon wieder nach Handel. Guthaben. Also wenn, dann...
Nö! Du für Dich. Und wenn Du magst für sie. Weil Du geben willst. Ohne Rückerstattungsanspruch.
Ist jetzt ein wenig harsch, aber trenne Dein Verhalten von ihrem.

11.01.2022 12:47 • x 3 #10


Gefühls_Chaot

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@CanisaWuff ich wollte für sie da sein. Die Unterstützung kann sie ja offensichtlich nicht annehmen, wenn sie mich so wegstoßt.
Unterstützung gibts vom getrennten Elternhaus so gut wie keine. Und ich bin auch der Meinung, dass diese Umstände zu ihrer aktuellen Lage beigetragen haben. Druck mach ich ihr auch keinen. Werd ihr auch nicht mehr schreiben, solange sie sich nicht meldet

11.01.2022 12:49 • #11


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@HerrZ geb ich dir ja recht, auch wenns mir nicht leicht fällt. Und ich sollte von ihr nicht das Selbe erwarten wie ich was tun würde

11.01.2022 12:51 • x 1 #12


LeTigre

LeTigre


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Das was du beschreibst, ist keine kleine depressive Phase aufgrund von Vitamin-D-Mangel im Winter, sondern jede einzelne ihrer Diagnosen ist schon 'n ziemlicher Klopper.

Im Moment muss sie auf sich achten, mit sich und ihren inneren Dämonen klar kommen und sich auf sich konzentrieren. Das alles anzugehen, erfordert eine Menge Energie. Ich sage es nur ungern, aber dass sie sich dazu entschieden hat, dich loszulassen, weil sie jetzt erstmal an sich arbeiten muss, finde ich nicht schwach, sonder sehr stark und konsequent.

Du würdest jetzt in jeder Hinsicht zu kurz kommen und sie weiß natürlich, was du für sie getan hast und tun würdest. Aber weißt du, was dann in ihrem Kopf für Gedanken entstehen?

Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil er so viel für mich tut und ich kann einfach gerade nichts zurückgeben

Er erwartet bestimmt, dass ich schnell wieder funktioniere und die alte bin

Ich habe gerade keinen Kopf für ihn und seine Bedürfnisse

Das ist absolut kontraproduktiv im Moment. Der Fokus liegt jetzt absolut auf ihr selbst. Und da kann sie nicht noch auf dich und deine Gefühle und Bedürfnisse Rücksicht nehmen.
Mach ihr jetzt bitte nicht noch zusätzlich Schuldgefühle. Sie macht es so gut, wie es eben gerade geht. Auch wenn es für dich natürlich blöd ist.

Du solltest sie jetzt wirklich in Ruhe ihre Therapie machen lassen und sie nicht ablenken oder in Beziehungsgespräche verwickeln. Das kann sie gerade nicht gebrauchen und leisten.

Vllt kann man sich nochmal treffen, wenn es ihr wieder besser geht. Aber nagel sie jetzt bitte nicht darauf fest und bedenke: Therapie braucht Zeit.

Unterschätze psychische Erkrankungen nicht, nur weil das Krankheiten sind, die man den Betroffenen oft nicht unbedingt ansieht. Und erwarte nicht, dass eine Person, die gerade einen Suizidversuch hinter sich hat, ein anständiges persönliches Trennungsgespräch führen kann. Da erwartest du gerade echt zu viel.

11.01.2022 12:58 • x 10 #13


Gefühls_Chaot

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@LeTigre Auch wenn ich es nicht ganz so akzeptieren will aufgrund meiner Emotionen muss ich mir eingestehen, dass du recht hast.

Erwartungen an sie habe ich keine gestellt. Mir is bewusst, dass Depressionen kein Zuckerschlecken sind, auch wenn man sich als nicht betroffener Mensch nicht den völligen Umfang vorstellen kann. Ich wollte warten, sie unterstützen wenn sie mich braucht…

Ich werd sie auch in Ruhe lassen, aber früher oder später, wenn sie wieder in der Lage ist, bin ich der Meinung, dass ein klärendes Gespräch unausweichlich ist.

Schuldgefühle habe ich ihr wahrscheinlich gestern noch gemacht, als ich das selbst gehäkelte Alpaka an sie geben lassen hab. Aber nicht mit Absicht, sondern weil ich dieses, entschuldigt meine Ausdrucksweise, Kackteil nicht mehr sehen konnte und ich es ja gern für sie getan hab. vielleicht hilft ihr dieses kleine Tierchen etwas auf dem Weg durch die Therapie.

11.01.2022 13:09 • #14


LeTigre

LeTigre


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Zitat von Gefühls_Chaot:
@HerrZ geb ich dir ja recht, auch wenns mir nicht leicht fällt. Und ich sollte von ihr nicht das Selbe erwarten wie ich was tun würde


Du kannst ja nur von dir in deiner jetzigen emotionalen Verfassung ausgehen und du bist nicht depressiv, suizidal, Dro. und angstgestört. Jemand der normal tickt, kann sich schlecht in Leute mit psychischen Erkrankungen reinfühlen und denkt Ich würde einfach.... Nein, so ist es nicht. Sie spürt, dass du für dein Geben, auch etwas zurück erwartest und im Moment ist selbst das zu viel. Es ist toll, dass du für sie da sein wolltest, aber nimm es nicht persönlich, wenn deine Hilfe nicht angenommen wird.

11.01.2022 13:09 • #15



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