Zitat von Angel09:Wut meine ich meine totalen zornesentbrandten Ausraster mit Schreien, schimpfen usw. Völlig überzogen und das kannte ich nicht von mir und das hat mir auch Angst gemacht.
Wut auf mich selber? Ja, sicher, aber das erkenne ich auch jetzt erst. Ich bin wütend auf mich gewesen, weil ich nicht den Mut hatte zu gehen. Im Grunde meines Herzens wusste ich, dass der Bruch zu groß ist.
Veruteile Dich nicht für das was Du fühlst. Es braucht Wut um aus einer toxischen Beziehung zu gehen. Es braucht Wut um eine Beziehung zu beenden, aus der man sonst nicht raus kommt. Wut ist ein wichitges Werkzeug und wie schon jemand schrieb: wir verteufeln dieses Werkzeug. Wut darf auch mal Zornesentbrandt sein. All der Schmerz kam somit raus.
Wenn Du dieses Gefühl nicht wertest, was bleibt dann übrig? Vielleicht Verständnis? Mitgefühl?
Ich kann mich persönlich bei übergriffigen Menschen nur mit Wut wehren. Da kann ich ganz schwer nett bleiben, weil sie mich in meiner Kompfortzone bedrängen. Ganz schlimm dann, wenn man ihnen ein Signal gegeben hat, dass jetzt gerade kein guter Zeitpunkt für ein Gespräch ist.
Zitat:Wut ist bei mir ein Gefühl, an das ich als einziges immer noch ganz schlecht ran komme.
Da hab ich anscheinend einen unbewussten Mechanismus, der die Wut gar nicht erst zulässt oder direkt in Scham umwandelt ("da hab ich wohl was falsch gemacht").
Da komm ich dann nur über Reflexion, also das Denken hin, dass Situation XY mich eigentlich wütend machen sollte.
Und das übe ich zur Zeit, diese Wut bei mir dann zu finden oder zu entwickeln und dann natürlich auch zu zeigen.
Das holpert noch ziemlich, nach dem Motto (sachlicher Tonfall) "Du, ich bin grad echt wütend..."
Wenn Du, und so schätze ich Dich ein, nur halb so emotional wie ich bist, darfst Du den ganzen Hippiekram, ala :"Du, ich bin jetzt wütend" gerne vergessen. Dein Gegenüber spürt, dass Du wütend bist. Bei introvertierten Menschen ist das natürlich etwas anderes. Die sollten das ansprechen. Auch an Dich den Tipp und ich weiß wie schwer es fällt, habe ich gestern erst noch erlebt. Versuche deine Wut nicht zu werten. Überreflektiere diese Wut nicht. Bedecke die Wut nicht mit Scham. Es ist okay wütend zu sein und wenn Du dich dafür schämst, ist es auch in Ordnung. Setz kein Damoklessschwert darüber.
Spüre in Dich was genau dich getriggert hat. Wut ist ist oft nichts anderes als Hilflosigkeit und Trauer. Etwas was wir nicht spüren wollen, drücken wir mit Wut oft weg.
Was glaubst Du wie neue Dinge entstehen? Irgendwer hat die Teflonpfanne erfunden. Vielleicht, weil er sich aufgeregt hat, dass seine Eier ständig angebraten sind.

Leidenschaft hat auch etwas mit Wut zu tun. Wenn ich etwas will, dann benötige ich den Treibstoff der Wut um mich vorran zu bringen. Leidenschaft.
Ich spreche hier von der normalen Wut. Die zerstörerische Wut, sollte man sich wirklich näher anschauen.
Also meine Liebe Aruni, wenn der Kessel dampft, raus mit Dir. Schaue Dir Bäume an und beobachte einfach nur wie sie sich im Wind bewegen. Achtsamkeitsübungen sind innerhalb von Sekunden gemacht. Stell Dich nur ans Fenster und beobachte, was draußen passiert. Damit richtest Du deine Aufmerksamkeit auf etwas anderes.
Nicht alles muss bis zum Ende ausdiskutiert werden. Die Menschen die dich lieben, verlassen Dich nicht, weil Du gerade wütend bist mein Herz
NImm deine Kleine in den Arm. Die hat es dann nämlich sehr nötig

Ich sende Dir gaaaaaaaaaaaaaaaaaanz viel Liebe