thinkerbell
Gast
ich lese hier und auch auf anderen Foren seit geraumer Zeit mit, weil mich das Thema einfach noch so beschäftigt und ich gerne objektive Meinungen lesen würde.
Zu meiner Geschichte: Ich bin jetzt drei Monate getrennt nach eineinhalb Jahren Beziehung, es war oft ein hin und her und ein ständiger Kampf. Mein zweiter Freund. Ich war ewig verliebt, lange ehe wir überhaupt zusammen kamen. Wir sind beide Mitte Zwanzig. Er war lange alleine und das Single-Leben gewöhnt, wollte sich nicht einschränken. Die Beziehung mit mir war eine große Ausnahme für ihn. Er hat sich auch eigentlich recht gut und treu verhalten, in Anbetracht der Tatsache, wie er sonst immer war und was er auch des Öfteren für unpassende und verletzende Dinge gesagt hat. eigentlich ist er aber kein typischer Womanizer, äußerlich auch nicht. Er hat zum Beispiel gesagt, dass ich vom Aussehen eine Nummer zu hoch für ihn sei, zu gut sei. Er hat mir unheimlich gut gefallen, aber es war eher das Gesamtbild, die Ausdrucksweise, der Humor. Nicht das Aussehen. Nachdem wir erst lange befreundet waren, habe ich mich in ihn verliebt, weil wir uns so gut unterhalten konnten und auf einer Wellenlänge waren. Ich finde das passiert so selten! Und ich hatte für niemand anderen Augen. Ich hatte den Eindruck, dass es umgekehrt zunächst auch so war, ich habe gespürt, dass er sehr verliebt war, aber dann später hat sich sein Verhalten sehr geändert, von verständnisvoll zu frech.
Mit einigen Dingen (Lügen) hat er mich sehr verletzt und es auch (aufrichtig) bereut und beteuert, sich zu bessern. Was schlimmeres, also tatsächliches Fremdgehen, ist nicht passiert. Wir haben uns aber immer an den selben Dingen aufgehangen und als ich merkte, er wird kalt und investiert keine Energie und Mühe mehr in diese Beziehung (wegen zu viel
Streiterei bzw. eher Diskussionen, resultierend aus meinen Enttäuschungen), habe ich aus dem Affekt Schluss gemacht. eigentlich wollte ich nur, dass er sich ändert. Dass sich so schnell niemand ändert, ist mir jetzt auch schmerzlich bewusst geworden. Ich wollte auf keinen Fall mehr die Beziehung leichtfertig beenden. Das war ein Fehler von mir. Wir haben aber wieder zueinander gefunden, beide mit guten Vorsätzen. Er hat sich nur an seine nicht gehalten. Er war ziemlich erkaltet. Und ich habe ständig gefragt, ob irgendwas los ist
Unser Thema waren irgendwie immer andere Frauen. Und die sozialen Medien. Von denen ich überzeugt bin, dass sie Gift sind für Beziehungen. Nicht bei allen, aber bei uns war es leider so, weil er sich da immer ausgetobt hat und das quasi als Flirtportale genutzt hat (zu Singlezeiten). Ich habe dann mehrmals gesagt, dass ich sowas verletzend finde, wenn er weiterhin nach all denen schaut, die er sich früher warm gehalten hat und mit denen es eine Vorgeschichte gibt. Und er hat für mich es sein gelassen. Seit wir getrennt sind, provoziert er es extra und streut mir Salz in meine offenen Wunden, indem er sich wahllos ablenkt, sich umschaut und gerade die Frauen wieder Thema sind, über die wir schon (oft) geredet und die mich immer beschäftigt haben. Ich frage mich, kann er nicht aus seiner Haut? Interessiert er sich wirklich ausgerechnet für genau diese Frauen, die aber jetzt unerreichbar sind, weil sie so weit weg wohnen und mittlerweile einen Freund haben? Mir gibt das jetzt ein Gefühl der Austauschbarkeit. Es tut mir einfach so weh. Ich könnte mich nie so umgucken, will von Männern nichts wissen. Darüber haben wir so oft gesprochen und meine Befürchtungen werden jetzt wahr. Das Thema zieht sich wie ein roter Faden.
Die Exen sind uninteressant, wenn ich da bin. Und interessant, sobald ich wieder weg bin? Da löscht und schickt er drei- oder viermal in Folge bestimmten Leuten Freundschaftsanfragen. Es ist der reinste Kindergarten.
Ich weiß, dass wir auseinander sind, und ich weiß, dass man sich irgendwann umsieht und auch andere wieder gefallen können. Aber das empfinde ich als Provokation. Das erste mal überhaupt haben wir seit Wochen gar keinen Kontakt mehr. Vermutlich hat er abgeschlossen mit mir, auf jeden Fall muss es ihm aber egal sein, ob er mich verletzt. Er weiß genau, dass er es tut, weil ich es bei der letzten Trennung gesagt habe. Und er zugegeben hat, dass es aus Rache war und er sich ablenken wollte. Damals genau das selbe Spiel.
Wieso, frage ich mich immer wieder, muss man noch so provozieren als Verlasser? Ich wünschte mir wirklich, meine Wut und Enttäuschung darüber würden vergehen. Er weiß auch, dass ich noch verliebt bin und kennt mich in- und auswendig. Dass er jetzt genau die Dinge tut, wegen derer wir uns immer gestritten haben, verletzt mich ungemein. Zumal nach der Trennung widersprüchliche Aktionen kamen. Die erste Zeit wollte er sie sogar rückgängig machen. Mal kamen Liebeserklärungen, dann haben wir uns zerfetzt. Eifersucht auf beiden Seiten. Er konnte auch nicht loslassen. Und eine totale Doppelmoral. Denn wehe mich schreibt mal einer an. Er darf alles, ich darf nichts. So kam es mir vor.
Ich habe langsam den Eindruck , als würden wir uns immer nur an Kleinigkeiten aufreiben, aber wieso kann nicht jeder einfach die Trennung für sich verarbeiten? Er macht es mir schwerer damit. Weil zum vermissen und der Traurigkeit so viel Wut dazu kommt. Ich habe ihn jetzt überall gelöscht, damit ich Abstand gewinnen kann.