Zitat von Radolf:Wenn du immer mal wieder in diese Gedanken kommst, ja zwei, drei mal tief in den Bauch atmen und gib den Gedanken einen Namen einen Filmtietel und wenn er wieder anfängt begrüße ihn,, ah da ist er wieder, mal sehen wo er heute hinführt und beobachte deine Gedanken, mit ein wenig Abstand.,,,,
Das habe ich seinerzeit auch gemacht. Bei mir war es zunächst weniger Wut, aber große Trauer. Mit der Zeit arrangierte ich mich damit und akzeptierte die Traurigkeit als meinen Begleiter. Er war da, mal wieder weg, dann kam er wieder.
Meine Trauer hatte keinen Namen, aber sie war männlich, schwarz gekleidet, kurze dunkle Haare, aber das Gesicht sah ich nicht deutlich.
Ich saß z.B. in der Arbeit und auf einmal spürte ich sie wieder, die Trauer. Und dann "sah" ich ihn am Besprechungstisch sitzen. Er wartete ganz ruhig und ich sagte zu ihm: Ach, Du schon wieder! Wäre schön, wenn Du weg bliebst.
Er aber lächelte und antwortete ganz hintersinnig: Jetzt ist meine Zeit, wenn ich nicht mehr gebraucht werde, gehe ich wieder.
Vielleicht kannst Du das mit Deiner Wut auch machen. Sie kanalsieren, indem Du sie personifizierst und mit ihr sprichst. Damit baust Du ein Stück weit Distanz zu Dir und Deinen Gefühlen auf.
Aber letztendlich muss jeder seine eigenen Mechanismen finden, mit starken Gefühlen umzugehen. Sie sind ja normal in solchen Zeiten. Trauer, Wut, auch Angst sind dann einfach da, weil man in Neuland geschmissen wurde, in das man nicht wollte.
Und was dem einen als Kinderkram erscheint, ist für einen anderen hilfreich an Strategien.
Begonie