Hallo zusammen,
lange ist es her das ich was geschrieben habe und musste, aber aktuell bin ich an einem Punkt wo ich meinen Gedanken einen Ort zum Verweilen geben muß. Und da hat sich das Schreiben hier immer gut geeignet. Was ist los bei uns?
Nun, wir sind eigentlich auf dem gleichen familiären Stand wie zum letzten Eintrag. Es lief gut soweit, unsere Kinder haben die Trennungssituation gut gemeistert und haben damit kaum Probleme. Jedenfalls keine die mir zu Ohren gekommen sind. Auch die Kommunikation zu meiner Ex-Frau lief meines Erachtens gut als Eltern, klar gab es wie je her von ihrer Seite aus Punkte zur Kritik an mich, das bin ich ja mittlerweile gewohnt.
Vor kurzem allerdings erfuhr ich zufällig von einer Sache die gerade eine harte Zerreisprobe für meine Nerven ist. Noch kann ich damit gut und ruhig umgehen was vor 2 Jahren noch unmöglich gewesen wäre ohne dabei nicht wieder in alte Muster zu fallen und mir die Schuld dafür aufzuladen. Denn das Vorweg, natürlich bin ich in ihren Augen dafür verantwortlich wie sie mir unterschwellig mitteilte.
Meine Ex hat eine diagnostizierte Depression bekommen. Offiziell weiß ich nichts davon, sie hat mir das auch nicht gebeichtet sondern ich erfuhr es zufällig als ich eines Abends beim Betreuen der Kinder in ihrem Haus (das läuft auch immer noch so) einen offen liegenden Brief auf dem Herd vorfand. Den hatte sie wahrscheinlich vergessen weg zu räumen denn es lag auch die restliche ungeöffnete Post dort. Für meine Augen war dieser Befund bestimmt nicht gedacht. Zusätzlich folgte dann auch noch ein Gespräch ein paar Tage später indem sie zwar ihre Diagnose nicht offen legte (muß sie ja auch nicht) aber ich wurde „für Ihren Zustand und Krankenstand“ als Grund genannt. Von ihr. Was auch sonst. Hauptsächlich ging es in dem Gespräch nämlich um die Kinder und nicht um sie. Nach ihrer Meinung kann ich nicht erziehen, die Kinder hätten keinen Respekt vor mir und sie schon gar nicht. Ich sei eine „infantile“ Person und sie kommt sich vor als hätte sie immer noch 3 Kinder. Und das könne sie so nicht mehr, hier müße sich was ändern. Auf meine Frage was ich dann in ihren Augen richtig mache kam erst langes Schweigen und dann, ich könne zumindest den Kindern gut Dinge und Zusammenhänge besser erklären wie sie. Das wäre es aber auch schon. Und meine (glaube ich verständlich) etwas angesäuerte Ausdrucksweise über diese ihre Aussage kommentierte sie dann damit, das meine nun bockige Reaktion diese Infantilität in allen Punkten bestätigt. Ich sei nie richtig erwachsen geworden. Richtig sauer wurde ich dann auch noch bei ihrer Behauptung, dass sich die Geburtstagsgäste an Tochters Geburtstag schon gewundert hätten was ich da zu suchen habe. Schließlich würden die meisten getrennten Eltern den Geburtstag auch getrennt feiern und ich wurde als Störfaktor gesehen. Wohl gemerkt, ich weiß wer anwesend war und diesen Personenkreis zähle ich eigentlich zu denen, die mir bisher immer neutral gegenüber aufgetreten sind oder sogar eher meine Meinung über sie teilen. Aber ich wurde ja nur wegen ihrer großen Güte und Empathie zu den Kindern eingeladen. Sonst würde sie sich das nicht geben. Was ist also wahr? Ich weiß es nicht. Sie betonte auf jeden Fall mehrmals, das sie ein schlechtes Gefühl habe wenn die Kinder bei mir sind. Sie wären im Anschluss an meine Wochenenden zu aufgekratzt, folgen nicht mehr und seien unkonzentriert. Sie habe das auch mit der Schule schon besprochen und natürlich, wen wundert’s, würden diese das bestätigen. Dabei kann ich mich nicht beschweren, bei mir folgen die Kinder meistens sofort ohne das ich laut werden muss. Also habe ich auch keinen Anlass den „Patriarch“ raushängen zu müssen. Ich begegne den Kindern lieber auf Augenhöhe weil ich auch hier einen Vorteil für die anstehende Pubertät sehe. Aber, so ihre Meinung, existiere das nur in meiner Fantasie. Kinder bräuchten eine starke Vaterfigur und ich stelle das gerade nicht dar. Speziell für meinen Sohn. Denn ich wolle ja nicht das er so ein „Weichei“ wie ich werden soll. „Er soll hin stehen können und seine Meinung vertreten können. Sie will keinen Ja-Sager sondern das er seinen Kopf dursetzen kann. Und er solle später hinter seiner Partnerin stehen egal was komme.“
Dieses Bild mag ja in Ordnung sein, stellt glaube ich aber hauptsächlich ihren aktuellen Männergeschmack dar den sie gerne hätte. Denn so waren meine Nachfolger bisher auch gestrickt. Nur, zusammen ist sie mit diesen auch nicht mehr. Also gibt es wohl schon auch noch andere Präferenzen die einen Mann ausmachen können.
Ich bin eben nicht so. Und das ist auch gut denn ich fühle mich so wohl wie ich bin. Ob weichgespült oder nicht. Trotzdem schaffte es dieses Gespräch mal wieder in mich hinein zu hören. Ok, ganz so schlimm traf es mich nun nicht mehr wie früher. Aber ja, beschäftigen tut es mich auch ein wenig.
Mache ich soweit alles richtig? Ich bin nicht perfekt aber wer ist das schon. Es fehlen einfach die greifbaren Punkte die einem die Richtung sagen. Ich mache seit der Trennung alles aus dem Bauch heraus und hoffe es sind die richtigen Entscheidungen. Hat meine Ex mit manchen Punkten recht oder entspringt das nur aus ihrer Gefühlswelt? Fragen über Fragen. Und das nach so langer Zeit wieder….
To be continued....
