Zitat von Nalf:@andy und @Engel, wenn ihr mit der heutigen Erfahrung und dem Wissen die Anfangszeit eurer Beziehung mit der Ex Revue passieren lasst, was wären die 5 ersten Red Flags gewesen, die ihr mit dem heutigen Wissen erkannt hättet? Wie früh in der Kennenlernphase oder Beziehung sind diese Ticks aufgetreten? Und hat sich ...
Ich hatte meine Frau kennengelernt, da war ich 18 und sie 16. Ich war Spätzünder und hatte zwar Kontakte zum anderen Geschlecht und auch Interesse. Aber ich war zu passiv, dass sich irgendwas mit der Frauenwelt ergeben hätte. Im Nachhinein gab es wahrscheinlich einige Chancen, aber seis drum. Meine Frau hatte mich auf einer Party angesprochen. Sie und ihre Freundin hatten daraufhin nach Partyende mich und zwei Kumpels zu sich nach Hause mitgenommen - sie hat direkt nebenan gewohnt. Es ist nichts passiert (wir waren alle zu naiv), aber es schien so, als ob sie das schonmal gemacht hätte. Sie war äußerlich ein Mauerblümchen und schüchtern, wusste aber innerlich was sie wollte.
Im Nachhinein - dieses "Fremde Typen mit nach Hause nehmen" - red flag.
Sie war dann in der Kennenlernphase der aktive Part. Man hatte sich nochmal auf ner Party getroffen und irgendwann gab es ein Treffen zu Zweit. Sie genoss meine besonnen Art und die Zuneigung. Sie war es dann, die so richtig "ran ging" und sie auch auch meine erste GV-Partnerin.
Sie wollte dann eigentlich immer mit mir Zeit verbringen. Ich war eher der unnahbare Typ, aber die Aufmerksamkeit hat mir gefallen. Dabei ging sie bereits in den ersten Monaten über meine Grenzen des "wir müssen uns sehen." Ich hatte andere Dinge zu tun und war in jemanden anderen verschossen. Die wollte aber nicht so recht. Und mit meiner Frau war es einfach- sie wollte ja - war heiß, süß und irgendwie interessant.
Im Nachhinein hat sie mir in der Kennenlernphase zu wenig Freiraum gegeben, dass ich sie wirklich kennenlernen konnte. Ich kannte nur die "ich will bei dir sein und es dir schön machen" Seite von ihr. - red flag.
Nach 6 Monaten war sie der Meinung mein Zimmer ist nicht gemütlich - und hat mich bequatscht zu renovieren. Dabei hat sie mir gesagt, dass sie mich liebt und ob ich sie auch liebe. Ich habe es nicht gefühlt, aber war irgendwie froh, dass sie durch die Renovierung des Zimmers mich dazu gebracht hat mal was anderes zu machen als sonst. Und ich fühlte mich gut. Es fühlt sich so an, als ob sie sich um mich kümmert, es ihr wichtig ist, dass es mir gut geht, sie weiß, was es braucht damit es mir gut geht. Also liebte ich sie ab jetzt auch.
Im Nachhinein - red flag (auch an mich! Meine Therapeutin meinte heute, sie hat den Job meiner Mutter gemacht...)
Während der Abizeit hatte sie sich immer mal wieder mit anderen Leuten (Jungs) getroffen. Für mich kein Problem. Es passierte aber zum Teil unabgesprochen - und Zwei der Typen haben offensichtlich auf sie gestanden. Sie hat es natürlich abgestritten und mir gesagt, dass ich mir das nur einbilde und ich nicht eifersüchtig sein soll. Sie hat während der Abizeit auch sonst versucht irgendwie zu "socialisen" und "nett zu allen zu sein".
Im Nachhinein hat sie einfach auch von anderen Bestätigung haben wollen. Heute würde ich sagen - red flag (nicht wegen dem Kontakt, sondern wegen der Heimlichtuerei und dass Sie meine Wahrnehmung und Gefühle dabei runtergespielt hat)
Ich wollte mich in den ersten Jahren ab und zu mal von ihr trennen. Es gab Frauen in meinem Umfeld, die ich interessant(er) fand und meine Frau hat mich mit ihrem Drang nach Aufmerksamkeit und Gemeinsamer Zeit und irgendwie genervt. Konkret - sie hat meine Grenzen und Bedürfnisse was meine "Me-Time" angeht überfahren. Das habe ich aber auch zugelassen - was dazu führte, dass der Drang nach "Me-Time" größer wurde. Ich kann es heute nicht mehr beschreiben, kann nur für mich resümieren, dass sie ihre Bedürfnisse über meine gestellt hat.
Ich muss dazu sagen: Sie war dabei immer sehr lieb, charmant, süß, witzig und liebenswert. Sie hat nichts davon böswillig oder mit Absicht gemacht. Ich glaube sie hatte einfach aus ihrem Elternhaus gelernt, dass es okay ist für sich einzustehen und den Partner irgendwie zu seinem Glück zwingen zu können, damit es beiden besser geht. Sie war die dominante. Das hatte mir aber tatsächlich gut gefallen und würde mich auch heute noch gut gefallen.
Also auch hier red flag - Ihre Bedürfnisse sind wichtiger als die eigenen. Und wenn der Partner einem einredet, dass er ja so gut weiß, was das Beste für den Anderen ist - red flag.
PS: Ich habe als Jugendlicher noch nichts über den Einfluss einer Familie auf die Psyche von Kindern gewusst. Ich bin in einer sehr heilen Welt aufgewachsen und sehr naiv. Im Nachhinein hätte man sehen können wie die Eltern drauf sind, wir sie ihre Kinder behandeln, welcher Leistungsdruck herrscht, wie sie die Grenzen der Kinder überfahren. Vor Allem die Mutter. Ich hatte es mal geschrieben - sie war die Älteste von Dreien - die Mittlere ist in der geschl. Psychiatrie und der jüngste Bruder war nach dem Abi weg und hat keinen Kontakt mehr zur Familie. Der perfekte Nährboden für psychische Belastungen und Ausprägung von narzistischem Verhalten.