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Der lange Weg des Scheiterns - Lernen durch Schmerz

Jetti

Jetti


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Danke, dass Du nochmal auf die Fragen eingegangen bist.
Aber so ganz komme ich wieder mal nicht mit. Trotzdem schreibe ich mal meine ersten Gedanken dazu auf.

Zitat von Bumich:
Wenn wir allein sind, scheint nichts wirklich Sinn zu machen

Meiner Meinung nach liegt es in der Natur des Menschen, nicht allein zu sein.
Für unsere allerersten Vorfahren war es schließlich überlebenswichtig, zu einer Gruppe
dazuzugehören. Deshalb ist der Wunsch nach Bindung tief verankert.

Zitat von Bumich:
Bindung war das eigentliche Bedürfnis hinter deiner Liebe

Darüber muss ich noch nachdenken.

Zitat von Bumich:
Und wenn dies- das wahre Verlangen erfüllt ist, verfliegt die Liebe

Das glaube ich nicht unbedingt. Sicherlich gibt es Veränderungen,
aus Verliebtheit wird im besten Fall Liebe. Nähe, Verbundenheit, Freude
am Dasein des anderen, Vertrautheit, Intimität, das Leben teilen ..........
Ja, und es ist natürlich auch eine Entscheidung.
Eben für all das auf die eigene Freiheit zu verzichten.

Zitat von Bumich:
Der Trick ist der, dass du selbst versuchst unabhängig zu sein

Für mich glaube ich das nicht unbedingt. Liegt sicher an meinem geringen Selbstwert.
Im letzten Jahr war ich mir durch IHN plötzlich selbst wieder etwas wert. Diese wunder-
baren Gefühle hätte ich nicht eintauschen wollen, und wäre dafür unendlich weit mitgegangen.
Manchmal denke ich, mich zu verlieben führt mich wohl immer in eine emotionale Abhängigkeit.
Denn ich bin mir meiner Schwächen und Mängel bewusst und würde sicher fast alles tun, um dies auf einer anderen Ebene auszugleichen. Meine größte Angst ist, genau aus den Gründen abgelehnt zu werden, die ich mir selbst vorwerfe.

12.10.2021 21:08 • x 1 #1246


UngutesGefühl


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@Jetti
Zitat von Jetti:
Für mich glaube ich das nicht unbedingt. Liegt sicher an meinem geringen Selbstwert.
Im letzten Jahr war ich mir durch IHN plötzlich selbst wieder etwas wert. Diese wunder-
baren Gefühle hätte ich nicht eintauschen wollen, und wäre dafür unendlich weit mitgegangen.
Manchmal denke ich, mich zu verlieben führt mich wohl immer in eine emotionale Abhängigkeit.
Denn ich bin mir meiner Schwächen und Mängel bewusst und würde sicher fast alles tun, um dies auf einer anderen Ebene auszugleichen. Meine größte Angst ist, genau aus den Gründen abgelehnt zu werden, die ich mir selbst vorwerfe.

Seinen eigenen Wert von einem anderen abhängig zu machen ist nicht gesund. Aber damit sage ich dir wohl nichts neues. Ist vergleichbar mit anderen Materiellen Dingen. Bin ich als Mensch wertvoller, weil ich einen Porsche fahre, als jemand der Fahrrad fährt? Nein, natürlich nicht.

Was macht dich als Mensch aus. Worauf bist du stolz, dass du es erreicht hast?

12.10.2021 21:41 • x 1 #1247



Der lange Weg des Scheiterns - Lernen durch Schmerz

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Bumich

Bumich


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Zitat von Jetti:
Meiner Meinung nach liegt es in der Natur des Menschen, nicht allein zu sein.
Für unsere allerersten Vorfahren war es schließlich überlebenswichtig, zu einer Gruppe
dazuzugehören. Deshalb ist der Wunsch nach Bindung tief verankert.


Das ist richtig. In der äußeren Welt ist es so. Ganz eindeutig. Aber mit unserer inneren Welt verhält es sich anders.
Dorthin können wir niemanden mitnehmen, oder? Wer könnte dir jemals so nahe kommen, das er vollends in dich eindringen kann? Wenn das passieren würde, das beide so tief verschmelzen, dass sie eins und untrennbar sind, dann würden beide augenblicklich sterben. Das wäre der sichere Tod für beide. Wie 2 Planeten im Universum, die sich gegenseitig anziehen, kollidieren und zu etwas neuem, anderem, großeren werden. Untrennbar. Etwas neues würde an dieser Stelle entstehen.


Zitat von Jetti:
Darüber muss ich noch nachdenken.

Ja bitte. Prüfe immer selbst in dir nach, ob dem so ist oder nicht.

Zitat von Jetti:
Das glaube ich nicht unbedingt. Sicherlich gibt es Veränderungen,
aus Verliebtheit wird im besten Fall Liebe. Nähe, Verbundenheit, Freude
am Dasein des anderen, Vertrautheit, Intimität, das Leben teilen ..........
Ja, und es ist natürlich auch eine Entscheidung.
Eben für all das auf die eigene Freiheit zu verzichten.

Genau. Auf seine Freiheit zu verzichten.das bedeutet aber nicht auf das andere, von dir aufgezählte, verzichten muss. Ganz und gar nicht. Im Gegenteil. Erst dann wird es möglich. Erst dann kannst du das Sein des anderen ergründen und dein Sein mit dem anderen teilen.

Zitat von Jetti:
Für mich glaube ich das nicht unbedingt. Liegt sicher an meinem geringen Selbstwert.
Im letzten Jahr war ich mir durch IHN plötzlich selbst wieder etwas wert. Diese wunder-
baren Gefühle hätte ich nicht eintauschen wollen, und wäre dafür unendlich weit mitgegangen.
Manchmal denke ich, mich zu verlieben führt mich wohl immer in eine emotionale Abhängigkeit.


Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Will er frei sein oder nicht.
Solange man zufrieden ist, so wie es ist, ist es okay. Egal ob frei oder nicht. Beides ist okay, solange man selbst damit zufrieden ist.

Durch ihn. Das sagst du schon ganz richtig. Durch ihn, nicht von ihm. Die Gefühle kamen nicht von ihm. Sie kamen von dir. Sie kamen aus dir. Du allein bist die Quelle. Nicht er ist die Quelle deiner Gefühle. Nichts und Niemand ist die Quelle. In dir ist die Quelle deiner Gefühle. Nirgends sonst im Universum sind sie existent. Nur in dir allein. Du ist ganz allein mit deinen Gefühlen. Und wirst es auch immer bleiben. In unserem Inneren ist Alleinsein der natürliche Zustand. Gefühle sind nichts weiter, als die Illusion eines verwirrten Geistes.
Und ganz recht, es führt dich immer wieder in die Abhängigkeit. Immer das gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten, ist Idiotie. Wusste schon Albert Einstein. Somit hast du da nicht unrecht. Dumm ist du ja nicht.

Zitat von Jetti:
Denn ich bin mir meiner Schwächen und Mängel bewusst und würde sicher fast alles tun, um dies auf einer anderen Ebene auszugleichen. Meine größte Angst ist, genau aus den Gründen abgelehnt zu werden, die ich mir selbst vorwerfe.

Warum? Warum kannst du sie nicht so lassen wie sie sind? Wer hat dir den Floh ins Ohr gesetzt, nicht gut genug zu sein.
Wer auch immer es war, er/ sie war ein Lügner. Und du hast diese Lüge zu dir gemacht. Ist okay. Aber iwann sollte ein Punkt im Leben kommen, wo man die ganze gesellschaftlich- kulturell- religiöse Mitgift der anderen hinter sich lässt und zu sich selbst findet.

12.10.2021 22:32 • x 1 #1248


Jetti

Jetti


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Zitat von UngutesGefühl:
Aber damit sage ich dir wohl nichts neues.

Ja, das ist mir sehr bewusst. Trotzdem habe ich es so empfunden. Und erst nach dem Absturz ins Tal der Tränen fing ich an, mich mit all diesen Fragen mal genauer auseinanderzusetzen.

Sicher gibt es Dinge, die mich ausmachen, Stärken und Fähigkeiten. Aber ich habe den Eindruck, dass diese nicht so sehr von Bedeutung sind, im Gegensatz zu den Eigenschaften, über die ich eben gerade nicht verfüge.

12.10.2021 22:35 • x 2 #1249


UngutesGefühl


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Zitat von Jetti:
Sicher gibt es Dinge, die mich ausmachen, Stärken und Fähigkeiten. Aber ich habe den Eindruck, dass diese nicht so sehr von Bedeutung sind, im Gegensatz zu den Eigenschaften, über die ich eben gerade nicht verfüge.

Hast du da ein paar Beispiele:

Was sind deine Stärken und Fähigkeiten?
Und welche Eigenschaften fehlen dir, die so wichtig sind?

12.10.2021 22:38 • x 1 #1250


Jetti

Jetti


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Zitat von Bumich:
Warum? Warum kannst du sie nicht so lassen wie sie sind? Wer hat dir den Floh ins Ohr gesetzt, nicht gut genug zu sein.


Zitat von UngutesGefühl:
Was sind deine Stärken und Fähigkeiten?
Und welche Eigenschaften fehlen dir, die so wichtig sind?


Ich möchte jetzt keinen Rückzieher machen, aber ich hoffe es ist okay, wenn ich erst morgen antworte.
Das ist einfach der Tatsache geschuldet, dass in ein paar Stunden dann der Wecker klingelt.

Danke für Euer Schreiben heute.
Gute Nacht.

12.10.2021 22:52 • x 2 #1251


Bumich

Bumich


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Zitat von Jetti:
Ich möchte jetzt keinen Rückzieher machen, aber ich hoffe es ist okay, wenn ich erst morgen antworte.

Du musst da auch gar nicht öffentlich drauf antworten. Nur du für dich.

13.10.2021 00:38 • x 2 #1252


Jetti

Jetti


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413
Zitat von UngutesGefühl:
Hast du da ein paar Beispiele:

Was sind deine Stärken und Fähigkeiten?
Und welche Eigenschaften fehlen dir, die so wichtig sind?

Jetzt tue ich mich doch ein wenig schwer damit, hier aufzuschreiben, was meine
Stärken und Fähigkeiten sind. Nicht, dass ich keine hätte, aber so eine Selbstdarstellung ist doch
irgendwie problematisch. So empfinde ich es jedenfalls im Moment.
Dennoch, Du hast danach gefragt, und deshalb antworte ich auch.

Beschreiben würde ich mich als freundlichen, einfühlsamen Menschen. Kreativ, hilfsbereit,
wissbegierig, verlässlich, voller Ideen. Ich fotografiere gern, interessiere mich sehr für Literatur, habe
eine tollen Draht zu Kindern, liebe die Natur, packe mit an, begegne anderen Menschen
unvoreingenommen und höre ihnen zu. Man kann mir vertrauen, und Gerede über andere ist mir zuwider.

Negativ fällt ins Gewicht, dass ich oft zögerlich bin, aus Angst, Fehler zu machen. Es fällt mir schwer,
mich zu entscheiden. Oft bin ich aufgeregt und ruhelos, weil ich die Dinge gern perfekt machen möchte.
Konfliktscheu und manchmal sehr unstrukturiert, auch bringe ich für mich selbst zu wenig Disziplin auf.
"Nein"-Sagen ist nicht meins, und ich setzte mich zu wenig für mich ein.

Was mir in Bezug auf eine Beziehung am problematischsten erscheint, sind meine Zweifel an mir und der
Vergangenheit, meine psychischen Vorbelastungen (Wie und wann werde ich ohne Medikamente auskommen)
und am kritischsten, meine körperlichen Mängel.

Was mir also in dieser Hinsicht fehlt: Selbstsicherheit bzw. -akzeptanz, Mut, Vertrauen in das Leben, Unbeschwertheit, Attraktivität.

Unstimmigkeiten würde ich wohl sofort auf mich beziehen, schwer aushalten, aus Angst vor Ablehnung oder Verlust.

Ob es nun positiv oder negativ ist, dass ich soviel nachdenke, da bin ich grad unsicher.
Frage mich in diesem Moment, ob ich das Geschriebene nun wirklich absenden soll oder nicht........

13.10.2021 20:31 • x 2 #1253


UngutesGefühl


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Zitat von Jetti:
Beschreiben würde ich mich als freundlichen, einfühlsamen Menschen. Kreativ, hilfsbereit,
wissbegierig, verlässlich, voller Ideen. Ich fotografiere gern, interessiere mich sehr für Literatur, habe
eine tollen Draht zu Kindern, liebe die Natur, packe mit an, begegne anderen Menschen
unvoreingenommen und höre ihnen zu. Man kann mir vertrauen, und Gerede über andere ist mir zuwider.

Das ist sehr viel. Sei stolz darauf. Vielen Dank, dass du dich so offen beschreibst. Das ist nicht selbstverständlich und zeugt von sehr viel Mut.

Zitat von Jetti:
Negativ fällt ins Gewicht, dass ich oft zögerlich bin, aus Angst, Fehler zu machen. Es fällt mir schwer,
mich zu entscheiden. Oft bin ich aufgeregt und ruhelos, weil ich die Dinge gern perfekt machen möchte.
Konfliktscheu und manchmal sehr unstrukturiert, auch bringe ich für mich selbst zu wenig Disziplin auf.
"Nein"-Sagen ist nicht meins, und ich setzte mich zu wenig für mich ein.

Wenn ich deine positiven und negativen Punkte vergleiche, überwiegen die positiven deutlich. Auch denke ich, dass du mit etwas Arbeit die negativen Punkte durchaus in weitere positive Punkte wandeln kannst.
Wie hat dein Ex dir bei deinen negativen Punkten geholfen?

Zitat von Jetti:
Was mir also in dieser Hinsicht fehlt: Selbstsicherheit bzw. -akzeptanz, Mut, Vertrauen in das Leben, Unbeschwertheit, Attraktivität.

Die Punkte hängen für mich irgendwie zusammen. Z.b. mache ich mich schick, fühle ich mich attraktiv, dadurch wächst meine Selbstsicherheit. Bin ich Selbstsicher wächst mein Mut und ich bekomme mehr positive Rückmeldungen aus meinem Umfeld. Dadurch habe ich Vertrauen in das Leben.

13.10.2021 20:55 • x 2 #1254


Jetti

Jetti


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Danke.

Zitat von UngutesGefühl:
Wie hat dein Ex dir bei deinen negativen Punkten geholfen?

Hierzu muss ich klarstellen, dass wir ja keine Beziehung hatten. Für IHN kam das nicht in Frage, aber ich verliebte mich eben trotzdem, hoffend, zweifelnd und letztlich vollkommen am Boden zerstört, als diese andere Frau in sein Leben trat.
Trotzdem hat ER mir geholfen, wenn auch überwiegend unbewusst. Ich hatte das hier schon mal geschrieben , dass ER mir direkt nach dem ersten Treffen sagte: "Du bist viel mehr, als Du selbst von Dir glaubst" Von IHM konnte ich das annehmen, ihm soviel erzählen, und nichts war falsch. Dadurch sah ich mich plötzlich selbst, etwas von meinem Wert. Klar, vieles machte ich nur für IHN, aber das waren eben auch Dinge, die ich mir sonst eher nicht zugetraut hatte.

13.10.2021 22:18 • x 2 #1255


E-Claire

E-Claire


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Zitat von Jetti:
Meiner Meinung nach liegt es in der Natur des Menschen, nicht allein zu sein.
Für unsere allerersten Vorfahren war es schließlich überlebenswichtig, zu einer Gruppe
dazuzugehören. Deshalb ist der Wunsch nach Bindung tief verankert.


Gruppenzugehörigkeit war Überlebenswichtig, genauso wie heute eben Einsamkeit und soziale Isolation kran machen können. Das ist aber nicht das gleiche, wie der Wunsch nach einer romantischen monogamen Partnerschaft.
Wir alle wollen gesehen werden, angenommen werden und Nähe spüren, all das aber auf verschiedenen Ebenen in verschiedenem Maße in allen (!) unseren Beziehungen.

Die romantische monogame Zweierbeziehung, wie wir sie meistens verstehen, dagegen ist ein Konstrukt was erst im 18/19. Jahrhundert relevant wurde.

Ich schreibe das deshalb so bewusst, weil dieser Satz, wir alle brauchen Bindungen meist dazu genommen wird, sich selbst nicht weiter mit der Frage auseinanderzusetzen, warum man individuell selbst ganz unbedingt um jeden Preis einen Partner haben will.

14.10.2021 15:52 • x 4 #1256


Hansl

Hansl


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Zitat von E-Claire:
Ich schreibe das deshalb so bewusst, weil dieser Satz, wir alle brauchen Bindungen meist dazu genommen wird, sich selbst nicht weiter mit der Frage auseinanderzusetzen, warum man individuell selbst ganz unbedingt um jeden Preis einen Partner haben will.

Ja, das sehe ich auch so.
Es macht Sinn wirklich genau zu wissen, warum man mit jemanden eine Bindung eingehen will.

14.10.2021 17:18 • #1257


Jetti

Jetti


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Zitat von E-Claire:
Die romantische monogame Zweierbeziehung, wie wir sie meistens verstehen, dagegen ist ein Konstrukt was erst im 18/19. Jahrhundert relevant wurde.

So genau habe ich das tatsächlich noch nicht betrachtet.
Konstrukt allerdings klingt irgendwie negativ. Als ob da etwas passend gemacht wurde, was eigentlich nicht funktioniert?

Zitat von E-Claire:
warum man individuell selbst ganz unbedingt um jeden Preis einen Partner haben will.

Ganz spontan gesagt, es gibt Gefühle, die nur in einer Zweierbeziehung entstehen und die sind einfach wunderschön. Natürlich nicht für ewig in dieser Intensität. Aber die dadurch entstehende Bindung gewinnt an Tiefe, und das ermöglicht es, auch Schwierigkeiten zu meistern.
Sich einem anderen öffnen zu können, sich verletzbar zu zeigen, angenommen zu sein, eben so wie man ist......

Bei mir stelle ich fest, dass es die Nähe zu einem Partner ist, die mir besonders fehlt. In den Arm genommen zu werden, nicht allein einzuschlafen, sich geborgen zu fühlen.

14.10.2021 17:46 • x 2 #1258


Bumich

Bumich


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Zitat von Jetti:
Sich einem anderen öffnen zu können, sich verletzbar zu zeigen, angenommen zu sein, eben so wie man ist......


Das traut sich doch eh niemand. Jeder hat doch Angst davor, sich zu öffen und sich verletztlich zu zeigen. Und warum? Weil wir uns insgeheim selbst hässlich finden. Oder warum trauen wir uns nicht, unser wahres Gesicht zu zeigen und verstecken uns hinter 1000 und 1 Maske? Weil wir uns innerlich so schön finden? Oder weil wir unsere inneren, schaudererregende Fratzen gut kennen und sie vor den anderen Blicken verstecken wollen? Wozu dann unser Maskenball? Wozu dann das Versteckspiel?

Wie will man angenommen werden, wenn wir uns selbst nicht einmal annehmen können? Wie willst du dich jemand anderen öffen, wenn du dich deiner selbst noch nicht einmal öffnen kannst? Das soll mir mal bitte jemand vormachen.

Was hindert dich denn daran, dich anderen zu öffnen und verletzbar zu zeigen? Was hindert dich daran, dich hinzugeben? Was hindert dich daran? Angst. Einfach nur Angst. Angst vor Agonie, dass geistige Konstrukt aufzugeben, was wir als "ich " bezeichnen. Wenn du dich dir gegenüber verletzbar zeigen kannst, ist schon eine Menge gewonnen. Wenn du dich dir gegenüber angenommen fühlen kannst, dann ist eine Menge gewonnen.

14.10.2021 22:26 • #1259


Hansl

Hansl


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Zitat von Bumich:
Das traut sich doch eh niemand. Jeder hat doch Angst davor, sich zu öffen und sich verletztlich zu zeigen.

Zunehmend, erst recht in unserer Gesellschaft.
Ein Blick auf You Tube Datingportale öffnet die Augen.

14.10.2021 23:45 • #1260



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