Zitat von Jetti: Momentan bezieht sich das auf diese unglückliche Liebe.
Was in der Kindheit war, ist noch nicht völlig abgeschlossen, aber in den Hintergrund gerückt.
Es hängt aber insofern damit zusammen, dass es eine sehr lange Zeit gab, in der ich versuchte,
diese Schuld aus der Kindheit loszuwerden. Währenddessen versäumte ich Dinge, beachtete Wichtiges
nicht, war weit entfernt von mir. Das hatte Folgen für mich und die sind der Grund für meine Selbstverurteilung jetzt.
Irgendwie auch beängstigend. Diese Fokussierung auf das Negative, dies Suche nach Absolution, lässt nun auch
fast alles andere aus dem Blickfeld geraten. Mache ich vielleicht gerade wieder etwas kaputt, und
werde das später bereuen, bzw. mir zum Vorwurf machen? Ich weiß einfach nicht mehr wo oben und unten,
was richtig und was falsch ist.
Weißt du, ich lese hier nicht immer mit, also habe ich sicher Sachen, die Du geschrieben hast, nicht oder über- lesen.
Aber im Kontext von oben folgendes Zitat von dir zu lesen, was in sich selbst Zitat ist:
Zitat von Jetti: Das ist eben so absurd. Ich weiß das sehr genau. Habe auch die Ahnung, dass trotz des Unverzeihlichen noch etwas Gutes aus meinem Leben werden könnte. Wenn auch mit Einschränkungen.
Die Theorie ist hier, an Bekanntem festzuhalten, auch wenn selbstzerstörerisch ist. Weil die Angst vor dem Neuen dem im Wege steht, denn Garantie gibt keine.
Vielleicht, vielleicht nicht hilft das ein wenig: Wissen ist gar nichts.
Sagt eine, die Deine Zeilen extrem gut nachvollziehen kann. Sie sind geprägt von einem, eigentlich "sollte" ich doch...
mich anders fühlen
Dinge anders angehen
Sachen anders tun
mich anders verhalten
eigentlich, weiß ich doch alles.
Und trotzdem.
Daraus ergab sich für mich Stillstand, Hoffnungslosigkeit und wenn wir große Worte weg lassen, nur das Gefühl, im Bett bleiben zu wollen und die Decke über den Kopf zu ziehen.
Und weißt Du was, Du erwartest jetzt sicher von mir den großen Wurf, die große Erkenntnis, den Rat...
Weißt Du was, es hat mich zehn Jahre gekostet, aber, wenn ich im Bett bleiben will und mir die Decke über den Kopf ziehen, inklusive, dann leiste ich nichts, verpasse Arzttermine und Zähne putzen ist ein Erfolg, wenn ich das tue, dann habe ich GRÜNDE.
Die mögen sich mir selbst nicht erschließen. Die mag ich bewerten. Die finde ich doof (höflich formuliert). Aber ich habe Gründe.
Das, was mir Angst gemacht hat, wenn ich das tue, war nie der Zustand, sondern die Enttäuschung. Andere zu enttäuschen und schlimmer die Enttäuschung meiner Erwartungen an mich selbst. Die haben immer alles verschlimmert.
Gab mir unter normalen Umständen, wird Dir oder mir langweilig nach vier Tagen im Bett und wir stehen freiwillig auf.
Wenn wir unter Druck sind nach 6 Tagen.
Wenn es schwerer Liebeskummer ist, dann bleiben wir vielleicht 8 Wochen liegen.
Und bei noch viel größerer Schei*e 12, aber wir stehen wieder auf.
Das Ding ist nicht, daß Du Dir nicht verzeihen kannst, das Ding ist, daß Du Dir einfach nicht vertraust.
Wenn Deine Zeit gekommen ist, wirst Du wieder aufstehen.
Woher ich das weiß? Weil all das, was Dich jetzt verzweifeln lässt, all das ist, was Dich auch immer wieder aufstehen lassen hat.
Wird die Wunde heilen?
Ehrliche Antwort: Vielleicht. Nicht alles heilt. Weißt Du, weiß ich und ein paar hier. Es gibt einfach Dinge, die nicht heilen, nicht alles ist mit ein paar Glückskeksweisheiten zu retten.
Aber Du wirst wieder aufstehen, um ein paar Tattoos reicher (so nennt man doch Narben heutzutage) und mit einer gewissen Ungeduld gegenüber Blödsinn oder eben den Glückskeksverkäufern.
Wenn ich darf, Du internalisierst immer noch die Wut, sich richtet sich gegen Dich. Dabei lässt Du zwei Komponenten außer Acht, die zwei tollsten Menschen können sich begegnen, aber wenn die Welt nicht mitspielt, reicht Leibe nicht und Liebe reicht schon gar nicht, wenn nur einer glaubt, es wäre das tollste, was einem passiert ist.
Die meisten Menschen können das nach drei bis 9 Monaten sehen, Du nicht nicht. Dafür gibt es sicher Gründe.
Aber Du wirst wieder aufstehen.
Egal wie lange es dauert.
Egal wie mühsam es sein wird.
Aber dann, stell Dir mal vor, was dann sein wird.
Versuch Dir mal vorzustellen, was nach Deinem wieder aufstehen sein wird.
Unmöglich?
Vielleicht, aber was wenn doch?