Zitat von Corbian: Wir müssen entscheiden ob wir links oder rechts gehen oder weiter geradeaus.
Habe ich mich überhaupt entschieden? Es kommt mir so vor, als hätte ich mich treiben lassen, mich nie ernsthaft mit meinem Weg auseinandergesetzt. Und vielleicht bin ich einfach immer den Weg des geringsten Widerstandes gegangen. Um anerkannt zu werden und wieder gut zu machen, dass andere wegen mir leiden mussten. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema fand nicht statt. Ich kam aber auch gar nicht auf die Idee, das Recht einzufordern, Dinge nur in meinem Sinne zu entscheiden.
Im Moment denke ich sehr viel darüber nach und versuche zu verstehen, wie das sein konnte. Was mir heute wichtig erscheint, war damals nebensächlich. Auch weil ich glaubte, aufgrund meiner Vorgeschichte sei eine große Liebe bzw. eine glückliche Beziehung für mich nicht vorgesehen. Damit hatte ich mich in gewisser Weise abgefunden.
Eigentlich war es ein ziemlich mieser Zug des Lebens, mir im letzten Jahr zu zeigen, was möglich gewesen wäre. Diese tiefen Gefühle zu denen ich fähig bin. Meinen Wert zu erkennen, den ER mir zeigte. Nun aber sind manche Dinge in Stein gemeißelt, und lassen sich nicht mehr gerade rücken. Das ist es, was mich so sehr quält.
Zitat:Dennoch sollte man den Mut aufbringen seine Fehler anzunehmen und sich selbst als einen Menschen betrachten, der nicht perfekt ist. Man sollte sich selbst mit seinen Fehlern akzeptieren.
Es wird nicht anders funktionieren. Aber diese Fehler erscheinen mir so übermächtig. Und vor allem untergraben sie das, was positiv an mir ist, wiegen in meinen Augen so viel schwerer.
Meine Gesprächstherapie ist zu Ende gegangen. Erst in 2 Jahren ist eine Neubeantragung möglich.
Meine Ärztin meinte aber, sie könne mich auch in eine Klinik überweisen. Aufenthalt etwa 6 Wochen.
Und nun ist es tatsächlich eine Entscheidung, diesen Weg zu gehen, oder im realen Leben zu bleiben, um zu bestehen und neue Erfahrungen zu sammeln. Vielleicht könnte das meine Gewichtung der Dinge verändern. Zugunsten des Positiven, das mich trotzdem ausmacht.
Ein Klinikaufenthalt dagegen kommt mir im Moment so vor, als würde ich mich all dem ergeben, und eine Heilung von außen suchen. Vor allem, weil mir viele Dinge, wie Achtsamkeitsübungen, Entspannungstechniken und ähnliches ja schon bekannt sind.