Zitat von Isnogud:Ja, der Gedanke, dass "sich dafür entscheiden" so eine "für immer"-Komponente hat, macht mir schon etwas Angst. Dabei halte ich es eigentlich für erstrebenswert... Und dieses "Ausleben" und der spielerische Flirt sind halt auch eher ungute Muster meines brüchigen Selbstwertes, die ...
Eine "für immer"-Komponente hat das Ding nur, wenn du dich qua Zwangsheirat ewiglich an ihn bindest. Alles andere kann man, wenn es sein muss, durchaus wieder rückgängig machen. Davor brauchst du keine Angst haben, Isno! Manche Menschen begleiten unseren Weg länger als andere, aber was zählt ist, dass sie uns begleiten. Wenn er dich begleiten soll, dann wird er das tun, und wenn du es nicht mehr möchtest, dann wirst du die richtige Zeit und die richtige Möglichkeit finden, euer Verhältnis (Im zwischenmenschlichen Sinne) zu beenden. Du bist stark und intelligent, vor fehlender Selbstbestimmung brauchst du jetzt wirklich keine Angst haben!
Hmm. Ich halte diese "spielerische" Flirterei, diesen starken Zauber (Ohne Bude), der einem solchen Anfang innewohnt, nicht für ein Zeichen brüchigen Selbstwerts. Im Gegenteil, wenn du ihn suchst, dann gestehst du dir ein, dass du ihn möchtest und, zu einem gewissen Teil, auch brauchst, denn das gehört wohl zu deiner Idealvorstellung einer Beziehung dazu. Männer begehren sehr schnell, und wie du sagst, da ist oft nur Begehren, aber kein Interesse. Echtes Interesse bringt dir aber nur insoweit etwas, als du es wirklich und wahrhaftig retournieren kannst. Könntest du das, würden wir gerade nicht darüber schreiben. Dein Kopf und dein Herz stecken im Zwiespal, und das aus gutem Grund. Gegen den Mann an sich spricht nichts, du musst nur sichergehen, dass auf eine gewisse Dauer mit dir ausmachen und auch leben zu können. Eine Bindung an ihn mit vorherigem Verfallsdatum, ganz getreu dem Motto: "Mal schauen, was mein inneres Verlangen sagt, vielleicht lässt es sich ja besänftigen, wenn er weiterhin so sicher an meiner Seite steht!", ist irgendwo unfair ihm gegenüber, könnte dir aber auch die Sicherheit für eine Entscheidung bringen. Hier stellt sich die Frage nach der "eierlegenden Wollmilchsau", ganz richtig. Du kannst sie suchen, denn es gibt sie, das garantiere ich dir, aber sie zu finden ist eben nicht garantiert. Und hier setzt der Zwiespalt an: Die Wollmilchsau, die du hast, legt eben keine Eier, und irgendwo hättest du zum Frühstücksmann auch gerne Frühstückseier. Du kannst gewinnen, dieser Weg ist nämlich absolut nicht toxisch, wenn man es singulär betrachtet. Allerdings tendierst du wohl dazu, dich auf diesem Weg zu verlieren - Zu verlieren, was die Orientierung angeht, aber auch zu verlieren, was dich selbst und deine Bedürfnisse angeht. Deine Dämonen gehen so schnell nicht weg, auch wenn du diese Beziehung jetzt eingehst - Die müssen mit viel Kraft und Einsatz aus deinem Kopf und aus deinem Herzen vertrieben werden. Du musst dir verzeihen für das, was war, für deine Zweifel und für die Entscheidungen, die du zukünftig treffen wirst und die vielleicht zu Fehlschlägen werden.
Halte dir bitte mal kurz vor Augen, was du bisher geschafft hast, welche Hürden und Hindernisse du überwunden hast, wie sehr du gewachsen bist, dich entwickelt hast. Und dann versuche, deinem Bauchgefühl zu vertrauen, deiner natürlichen Intuition - Die ist deine mächtigste Waffe gegen besagte Dämonen, ganz kurz vor der Selbstliebe, die du empfinden
darfst, weil du ein toller Mensch bist. Ganz genau so, wie du bist!