@Bumich
@Ampelmännchen
Einfach nur DANKE. Ich habe Euren Zuspruch nicht verdient.
Ja, aus dem Meer der Tränen bin ich vorerst wieder aufgetaucht, sehe zumindest die Sonne und den Himmel über mir. Doch das Land ist noch in weiter Ferne.
Im Moment bin ich echt nah am Wasser gebaut. Als mir gestern meine kleine 3jährige Nichte die Tür öffnete und freudestrahlend von ihrem neuen Kätzchen erzählte, konnte ich das Heulen nur mit Mühe zurückhalten. Soviel kindlicher, ganz einfach purer Frohsinn, den sie mit mir teilen wollte. Um mich herum gibt es all diese kleinen und großen Herzensmenschen. Sie retten mich unbewusst und bewusst vor dem Untergang, immer wieder aufs Neue. Aber ich Idiotin kreise immer noch um diesen EINEN Mann. The One and Only.
Selbst als ich heute Eure Beiträge las, füllten sich meine Augen mit Tränen vor lauter Rührung. Aber ich musste auch schmunzeln, weil ich ein Bild des Stuhlkreises vor mir hatte. Es tut mir leid, dass es hier immer noch den "Problemfall Jetti" gibt.
Zitat von Bumich: All das bißchen Positive was du dir aufgebaut hast, mühsam und lange, mit einem Wisch hast du es wieder vernichtet. Nun musst du wieder bei Null anfangen.
Nein, es war nicht umsonst, was Ihr alle bisher hier geschrieben habt. Ich verstehe worauf es ankommt, wie der Weg aussehen sollte, und das noch viel Gutes möglich ist. Nur fühle ich mich grade ungemein kraftlos, und bade im Selbstmitleid, weil das keine Anstrengung erfordert.
Zitat von Bumich: Bestrafe dich nicht dafür das er ein Ar. zu dir war/ist. Den Gefallen tust du ihm nicht mehr.
Zitat von Ampelmännchen: Sei wütend auf ihn weil er dich immer noch so in der Hand hat.
Ich kann IHM nicht böse sein, denn er hat nichts falsch gemacht. Ist also kein Ars..
Nur ich allein habe mich verrannt in eine Hoffnung, obwohl es nie eine wirkliche Chance gab. Denn er hatte deutlich Position bezogen, nachdem er von mir erfuhr, dass ich gebunden war. Doch das wollte ich nicht sehen, habe alles ausgeblendet, dachte es könnte und würde sich ändern.
Es war der Sommer meines Lebens. Als er dann im Dezember diese Frau kennengelernt hatte, blieben wir ja noch weiterhin in WhatsApp-Kontakt. Er schrieb mir, dass es sie gibt, erwähnte sie danach jedoch nicht mehr, um mir nicht weh zu tun. Das Schreiben beendete ich dann selbst schweren Herzens, weil ich mich zwar über seine Nachrichten freute, aber sie mich jedes Mal aus der Fassung brachten.
Jetzt ist wieder Sommer, und ich wünsche mir die Zeit zurück.
Ich konnte ihm so vieles erzählen und anvertrauen. Noch nie hatte ich erlebt, dass jemand so gut zuhören kann, nie hatte ich das Gefühl, mich verletzbar zu machen. Beim Schreiben fand er so wunderbare Worte, die mich immer wieder aufs Neue faszinierten und berührten. Zum Glück schafft ich es bereits im Februar, nicht mehr in den alten Nachrichten zu lesen. Nützt mir nur nicht viel, denn manches was er schrieb, kannte ich bereits auswendig.
ER ist nun glücklich mit dieser anderen Frau. Dass die Beiden ihre Liebe zeigen, ist ihr gutes Recht.
Wenn mich es aufwühlt, dies zu sehen, dann ist das allein mein Problem und ich kann deswegen nicht wütend auf ihn sein.
Der einzige Fehler, den ER möglicherweise gemacht hat, bestand vielleicht darin überhaupt so lange mit mir in Kontakt zu bleiben. Acht Monate lang, bevor er dann die Freundin kennenlernte. Er meinte zwar zurückhaltend gewesen zu sein, aber dass ich mich trotz allem schnell verliebt hatte, blieb ihm ja nicht verborgen.
Zitat von Ampelmännchen: Es gab vorher auch ein Leben ohne ihn und du bist zurecht gekommen
Aber da war ich nicht glücklich, eigentlich kurz davor mich aufzugeben. Als ER dann auf mich zukam, änderten sich die Dinge schlagartig. Als würde ein anderes Leben beginnen. Ich wurde mir selbst wieder etwas wert und alles, was ich glaubte, nie zu schaffen, war plötzlich möglich.
Bis der Zusammenbruch kam.
Bis heute werfe ich mir vor, nicht schon viel eher für mich eingetreten zu sein. Mein Leben schon eher in die Hand genommen zu haben. Trotz aller Ängste.
Dann wäre ich im letzten Frühjahr nämlich frei gewesen, selbstsicherer, stark und mit positiver Ausstrahlung. Und hätte eine Chance gehabt. Und das liegt jetzt wie eine Last auf mir, die Erkenntnis, dass ich mein Leben weggeworfen habe.
Wenn ich mir all das so betrachte, die Voraussetzungen im letzten Jahr, muss ich mir eingestehen, dass es letztlich richtig war, wie alles gekommen ist. Meine komplizierte Situation, die Unsicherheit mir selbst gegenüber, mein seelischer Ballast, den ich rumschleppte. Mit meiner Idealisierung und Bedürftigkeit hätte ich mich von IHM abhängig gemacht.
Stattdessen habe ich JETZT die Chance, mich neu zu ordnen, unabhängig zu werden von der Liebe, auf mich selbst zu schauen, die ungeklärten Fragen meiner Vergangenheit zu beantworten.
Wenn ich das schaffe, kann etwas Gutes entstehen. Aber mich quält die Erkenntnis, dass es zu spät ist, zu spät für IHN und mich. Das lässt mich im Moment verzweifeln und erstickt jede Motivation.
Versteht Ihr, wie ich das meine? Gäbe es die Chance vom letzten Jahr noch einmal, dann würde ich alles in Bewegung setzten, aber ohne dieses Ziel erscheint es mir irgendwie sinnlos.
Zitat von Ampelmännchen: Du bist dir vermutlich alleine nicht wichtig genug und lässt das Leben entscheiden
Ja, Du hast recht. Wieder bin ich an einer Stelle, an der ich es mir selbst nicht wert bin. Unglaublich eigentlich, denn damit boykottiere ich alles, was die Zukunft mir bringen könnte.
Zitat von Ampelmännchen: Du hast es schon einmal überwunden und mit diesem Wissen kannst du dich auch trösten und diesen Schmerz schneller überwinden.
Ja, nicht erst einmal habe ich es geschafft, mich aus einem tiefen Loch zu befreien. Das bisher größte Einschnitt war der endgültige Abschied vom Kinderwunsch. Jeder Sinn im meinem Leben schien verloren. Mich davon zu befreien dauerte unheimlich lange. Es war mein fester Vorsatz, dass mir dies nicht noch einmal passiert, mich so lange aus dem Leben zurückzuziehen. Zeit, die nie mehr zurückkommt. Und doch stehe ich jetzt wieder an einer ähnlichen Stelle, nur scheint das Loch in das ich gefallen bin, noch tiefer und finsterer als damals.
Gern hätte ich hoffnungsvoller geschrieben, und womöglich seid Ihr jetzt enttäuscht, dass ich mich so gehen lasse. Zu Recht.
Die Woche ist gut gefüllt, das lenkt mich ab. Ja, oft muss ich mich zwingen, aber habe ich mich erstmal überwunden, dann tut mir vieles auch gut. Meine Schwester macht mir viele Vorschläge um rauszukommen, und obwohl ich oft ablehne, lässt sie nicht locker. Ich dachte schon mal, sie resigniert irgendwann, aber nein, sie gibt mich nicht auf.
Wenn ich jetzt weitergehe, dann auch wegen all der Menschen, die mich gern haben.
Und die Kraft dazu gibt mir auch immer wieder dieses Forum. Im Moment ist sie mir zwar kurzzeitig abhanden gekommen, aber vielleicht auch nur nicht spürbar, weil die Traurigkeit einfach alles überdeckt.
Zitat von Bumich: Immer schön bei sich bleiben.
Zitat von Bumich: Lass dich nicht von deinen Emotionen mitreißen. Das müssen wir als Loslasser unbedingt lernen.
Zitat von Ampelmännchen: Sei dir wichtig und wenn du es vorerst nur mit "Fake it until you feel it" lebst. Autosuggestion!
All das werde ich beherzigen! Und auch daraus lassen sich ja positive Affirmationen ableiten:
Ich bin mir wichtig und werde gut für mich sorgen.Meine Gefühle nehme ich wahr, und gebe ihnen Raum. Aber ich werde mich nicht davon mitreißen lassen.Was auch passiert, ich bleibe bei mir. Aufgeben ist keine Option.Die nächste Nachricht wird zuversichtlicher sein, das nehme ich mir fest vor.
Danke fürs Lesen heute.
Grüße aus der Jammerecke, Jetti