Bumich
Gast
Zitat von Ampelmännchen:Wenn du damit aber jemanden meinst, der eigentlich im Großen und Ganzen seine Lebensfreude verloren hat und oftmals eine erdrückende Schwere und Traurigkeit verspürt, keine Energie und Disziplin hat dagegen anzuarbeiten weil er selbst da vorne nichts positives erkennen mag und dem es manchmal egal ist wenns morgen vorbei ist...dann hast du recht. Dann bin ich verbittert.
Ja, genau so war es gemeint. Ist auch nicht böse oder bewertend/ verurteilend gemeint. irgendwie schwingt das in deinen Worten mit.
Ist Okay. Wenn es bei dir so ist, dann ist das so.
Zitat von Ampelmännchen:Nein. Im großen und ganzen möchte ich über mich behaupten, dass das so nicht zutrifft und ich möchte versuchen es zu erklären und damit kommen wir dem "verbittert" vielleicht auch näher.
Von klein auf spiele ich alles herunter wenn ich in den Augen anderer etwas kann oder in etwas gut sein soll. Ich schreibe jetzt mal etwas, was du mich nie sagen hören wirst:
Ich kann handwerken vom schränke bauen bis zum Fliesenlegen, kann zeichnen, Gitarre spielen und dabei singen, Gedichte schreiben, bin kreativ, kann Kung Fu, bin nett, charmant, aufmerksam, empathisch, lustig..nur mal so als Beispiel.
Verbal werde ich das immer relativieren. Egal wer mich dafür lobt, mir Beifall spendiert und mir oder anderen gegenüber das ein oder andere erwähnt...ich möchte es nicht hören.
Es reicht mir eine Geburtstagskarte zu malen und das ich jemandem damit ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Ich mag aber dann nichts mehr weiter hören. Ein danke ist gar nicht nötig oder wie toll die ist oder das ich das besonders gut kann. Und das würde ich auch nie von mir behaupten. Ja, ich zeichne. Punkt. Nicht mehr und nicht weniger.
Und weiter...ja, ich habe tolle Freunde und die halten eine ganze Menge von mir und können das auch benennen. Auch das steigert meinen Selbstwert nicht. Ganz im Gegenteil. Denn manchmal bin ich traurig darüber, dass andere Dinge in mir sehen und toll finden und schätzen und ich eben nicht. Ich bin halt einfach so. Ich brüste mich nicht damit oder find mich toll dabei. Da bin halt einfach nur ich. Und das ist okay so.
Meine Ex z.B. hat mal über sich behauptet, dass sie sich schon ganz g eil findet. Als ich das las, fühlte sich das für mich fremd an.
Das kommt mir sehr bekannt vor. Von mir selbst. Mein Jobcoach meint immer, ich stelle mich unter den Scheffel und spiele meine Leistung herrunter und mache mich schlechter, wie ich eigentlich bin. Ich könnte ja viel mehr aus mir machen, bla, bla, bla. Iwann habe ich dann mal gesagt, dass ich meinen Selbstwert nicht aus meinen Taten, meinem Handeln und meinem Kontostand ziehe, sondern aus meinem Sein. Ich identifiziere mich auch nicht mit meinem Job oder Hobby.
Ich finde das neurotisch und unecht. Und mir muss auch keiner sagen wie toll ich dieses und jenes gemacht habe. Das weiss ich selbst am besten, ich habs gemacht. Ich selbst kenne alle Schmuh- Pfusch- Ecken. Bye the Way, ich habe lange als Bautechniker gearbeitet. Altbausanierung und Denkmalpflege. 12 Jahre Selbstständigkeit hinter mir.
Liegt es vielleicht daran, dass du deinen eigenen Wert nicht kennst, wenn dir Lob unangenehm ist? Du kannst nicht verstehen was andere in dir sehen. Muss man auch nicht. Einfach nur annehmen reicht. Das Selbstbewusstsein ist das was fehlt. Du bist dir deiner einfach nicht bewusst.
Zitat von Ampelmännchen:Meinem Selbstwert jedenfalls gibt das alles nichts. Das steigt dadurch nicht an.
Für einen kurzen Moment in meinem Leben hatte ich dieses Gefühl des sich steigernden Selbstwertgefühls mal. Es war nach dem Tod meines alten Herrn. Der hielt große Stücke von mir und dass ich viel von seinen handwerklichen Fähigkeiten gelernt hätte. Ich habe das immer abgetan und mich nur als "Handlanger" bezeichnet und ihn dabei verletzt. Als er starb habe ich mich drei Monate zurück gezogen und arbeiten zu Ende gebracht, die wir begonnen hatten. Habe mich an Neuem probiert, die ich ohne ihn nie machen wollte und alles hat funktioniert. Da flammte mit einem Mal nach Jahren ein Gefühl von Selbstwert auf. Ich mag den Begriff stolz nicht aber wenn ich etwas in dieser Zeit empfunden habe, dann kommt dem das wohl sehr nahe. Mein Alter hatte also recht.
Ohne Selbstbewusstein kann der Selbstwert auch nicht ansteigen. Wie will man etwas wertschätzen, wessen man sich nicht bewusst ist? Und was hast du von deiner Erkenntnis, dass dein Dad Recht hatte, für dich umgesetzt? Hast du analysiert woher der "Stolz, Selbstwert" in dem Augenblick kam? Weil es dir wichtig war. Du bist dir selbst nicht wichtig genung.
Zitat von Ampelmännchen:Wenn mir aber jemand, so wie meine Ex, meine positiven Eigenschaften abspricht und hinter meinem Verhalten, hinter meinem Wesen, schlechte Hintergedanken unterstellt und mich darin nicht so sieht wie ich bin...auch wenn oder vielleicht auch weil ich dafür keine Lobhudeleien hören möchte, damit, ich muss dir zustimmen, habe ich mir von ihr meinen restlichen Selbstwert kaputt machen lassen.
Es ist nur ein Mensch und viele andere sehen das anders, ich weiß das alles. Nur wie gesagt, meinen Selbstwert ins positive verhelfen können andere nicht. Ins negative ist das aber kein Problem.
Das scheint dich wohl zu triggern. Wenn du nicht so erkannt wirst wie du dich selbst siehst. Dann wankt anscheinend dein verschobenes Selbstbild. Das darf nicht sein. Dein verschobenes Selbstbild müsstest du gerade rücken, damit es dir besser geht. Und du keine Angst mehr vor der Liebe bekommst. Obwohl du dir nichts sehnlicher wünscht, als Anerkennung und Liebe, kannst du sie nicht annehmen? Ist es So?
Man muss die Menschen in größt möglicher Unwissenheit und Verblendung halten, damit man sie leicht täuschen kann.
Und die wirkungsvollste Methode um eine gewisse Dummheit herzustellen besteht darin, den Menschen nicht zu erlauben, sich frei in der Liebe zu bewegen.Ohne Liebe aber, sinkt die menschliche Intelligenz auf ein niedriges Niveau.
Wenn wir uns verlieben , kommen plötzlich alle deine Fähigkeiten zu ihrem Höhepunkt. Einen Moment vorher warst du noch leblos, grau und leer. Doch dann triffst du auf diesen Menschen und plötzlich explodiert in dir eine große Freude und du stehst in Flammen. Als würden uns 2 Flügel wachsen. Ist man verliebt, hat man seine maximale Leistungsfähigkeit. Wenn die Liebe wieder verschwindet oder keine da war, sinkt die Leistungsfähigkeit auf ein Minimum.
Man sagt, die sexuellsten Menschen sind auch die intelligentesten und kreativsten. Das muss man verstehen, denn Liebesenergie ist im Grunde Intelligenz. Eine sehr kreative Intelligenz. Wer nicht lieben kann, ist kalt und verschlossen. Er fließt nicht im Strom des Lebens. Wenn man verliebt ist, ist man im Fluss. Wenn man verliebt ist, hat man solch ein Selbstvertrauen, dass man die Sterne berühren kann.
Dann werden Frau und Mann zu einer gegenseitigen Inspiration. Eine Frau die geliebt wird, ist sofort schöner. Auf der Stelle.
Einen Moment zuvor war sie noch eine gewöhnliche Frau. Aber sobald sie mit Liebe überschüttet wird, ist sie wie gebadet in einer neuen Energie. Ihre Aura, ihr Wesen ist völlig verändert. Jetzt strahlen ihre Augen, ihr Gesicht leuchtet und sie glüht. Das selbe geschieht mit dem Mann. Liebende sind auf dem Gipfel ihrer Leistungsfähigkeit. Und wenn man den Menschen die Liebe verwehrt, bleiben sie auf dem Minimum stehen.
Du scheinst auf deinem Minimum zu stehen. Du lebst dein Minimum.
Wer sexuell und in puncto Liebe unterdrückt ist, fängt an, sich nach einem anderen Leben zu sehnen. Dann mag man über den Himmel und das Paradies nachdenken. Aber man denkt nicht mehr daran das Paradies hier und jetzt zu erschaffen. In der Liebe ist das Paradies hier und jetzt. Aber wenn die Liebesenergie unterdrückt wird, fängt man an zu denken: Hier ist nichts. Das jetzt ist leer. Irgendwo muss es doch ein Ziel geben? Ist die Sexenergie unterdrückt, fängt man an sich für das andere Leben zu interessieren. Und wenn Menschen sich für das andere Leben interessieren, haben sie natürlich kein Interesse mehr an diesem Leben. Aber dieses Leben ist das einzige was wir haben. Das andere Leben verbirgt sich darin. Es ist nicht sein Gegensatz. Es ist nicht irgendwo anders. es ist in ihm.
Kommt dir davon etwas bekannt vor?
Begib dich mitten hinein. Das ist es! Begib dich in dieses Leben , dann wirst du darin auch das andere leben finden. Gott verbirgt sich in dieser Welt. Gott verbirgt sich in dir. Gott verbirgt sich im Hier und Jetzt. Wenn du liebst, kannst du es fühlen.
Bestimmt fühlt es sich so an, als wäre die Hölle ganz nah und der Himmel weit entfernt. Das täuscht. Himmel und Hölle sind gleich weit entfernt. Himmel und Hölle sind in dir. Gleich hier und gleich jetzt.