In meinem Fall war es einfach so, dass mich Frust, Stress und Ärger das "Reinfuttern" erleichtert haben, ich sah es als willkommene Ausrede, "reinzuhauen".
Dann wurde ich auch noch krank, bekam Medikamente, teilweise mit Cortison (aber nicht in den hier teils so hoch genannten Dosierungen) und Trala: Das Zunehmen bekam einen Booster, der Stoffwechsel war vollends im Eimer. Wäre mir das mit dem Fahrrad nicht passiert, ich würde wohl noch heute masslos weiterfuttern.
Ich musste erstmal lernen, die Faktoren (Stress, Frust, Ärger) anderweitig zu verarbeiten. War also kein Motivationsproblem, ich musste nur von der bequemen Couch runter und meinen Stoffwechsel ankurbeln. Dabei merkte ich sehr früh: Diäten sind nichts für mich, Hungern schon gar nicht und das Essen mochte ich noch immer, da musste ich ansetzen.
Mit dem Kalorienzählen ist das so eine Sache, die, wie mir mein Arzt bescheinigte, nicht bei jedem funktioniert: Wichtiger ist es stets, mehrheitlich die konsumierten Stoffe zu verbrauchen, als wie sie zugeführt werden. Mal so als eine Art Grundregel, die ich angenommen habe und die auch für mich zutrifft.
Dann die "Geschwindigkeit des Abnehmens": Ich hatte mein "Monstergewicht" ja nicht über Nacht aufgebaut, sondern über mehrere Jahre. Mal schleichend, mal mehr, aber eben stetig steigend. Auch da gab mir der Arzt einen Tipp:
Nicht zu schnell zu viel wollen. Ich nehme aktuell im Schnitt ca. alle 4 Wochen ungefähr 1- 1,5 kg ab. Wie ist das hier so bei anderen, wenn ich mal fragen darf, speziell bei den Männern? Dieses konditionierte Abnehmen kommt mir augenscheinlich entgegen, denn ich verspüre keine Hungerattacken und bin, seit ich mein Leben da entsprechend umgestellt habe (nicht nur das Essverhalten und der Sport sind für das Abnehmen bei mir zuständig, da gehört noch ne Menge mehr dazu) gut dabei.
Ich esse nicht viel weniger, aber anders, anderes und habe auch mein Trinkverhalten geändert (am Tag verputze ich ca. 3,5 bis 4 Liter Wasser, wenn ich u.a. Sport treibe, sonst ca. 2-2,5 Liter). Keine Süssgetränke (mochte ich aber eh so gut wie nie), Schokolade nur sehr moderat (z.B. einen Twix-Riegel von der Supermarktkasse, die sind eh teuer, was mich dann instinktiv abschreckt, davon viel zu kaufen bzw. ich hole mir die Proteinriegel, ein echter Geheimtipp, aber eben auch leider relativ teuer) und als Snacks überwiegend Obst, Salate und so (gleich gibt´s ja Deutschland gegen Schweden, da esse ich als "Snack" Paprikastreifen, Gurken und Tomaten mit Frischkäse, echt lecker

).
Dazu 2-4 pro Woche Training im Fitnessstudio, viel Bewegung an der frischen Luft und Ruhe bewahren und an den Erfolg vor allem glauben.
Ergo: Faul bin ich nicht, ich kenne meine Schwächen und versuche, meine Stärken bestmöglich zu nutzen. Ich habe Kurzzeit- und Langzeitziele und hole/baue mir den Körper so zurecht, wie ich ihn haben möchte. Ich muss nur Geduld haben, mein Ziel werde ich wohl nicht vor nächstes oder übernächstes Jahr erreicht haben.

So, ich bin raus, gleich geht das Spiel los und ich muss noch meine Snacks fertigstellen. Allen einen schönen und unterhaltsamen Abend noch.
