Zitat von Gast2017:Liebe Knallerbse. Du hast in Deinem Eingangspost geschrieben, dass Du Dir emotionale Verbindlichkeit Deines AM gewünscht hättest oder immer noch wünschst (?). Wie würde denn eine solche Verbindlichkeit für Dich aussehen?
hm. interessante Frage.
Als wir uns kennenlernten, war für mich klar, dass ich noch genug mit mir selbst beschäftig war, als dass ich das Gefühl gehabt hätte, ich wäre für eine ganze Partnerschaft bereit. Andererseits weiss ich aus Erfahrung, dass ich nicht für eine rein körperliche Affäre gemacht bin. Leider.
Im Laufe des Jahres hat sich mit meinem AM herauskristallisiert, dass ich mir doch vorstellen konnte, dass ich gerne wieder einen Partner hätte, der gefühlvolles Umwerben und Umsorgen nicht nur stundenweise zielgerichtet einsetzt. Wobei ich ihm nicht abspreche, dass er situativ tatsächlich offen und frei in seinen Gefühlen für mich war. Meistens aber fühlte ich seine angezognene Handbremse, was wiederum mich blockierte.
Ich bin heute der Meinung, dass man durchaus für zwei Menschen gleichzeitig ehrliche Liebe empfinden kann, ich hätte diesen Mann nicht für mich alleine haben wollen. Die "Verbindlichkeit" hätte für mich bedeutet, dass er offen zu seinen Gefühlen steht und seine Ehe öffnet. Er sagte klar, dass er sich nicht vorstellen kann, dass dies für seine Frau eine Alternative und die Ehe somit beendet wäre (wissen kann er's aber nicht - es wird in der Ehe ja nicht geredet. Ich meinte nur, dass er da allenfalls auch sehr wohl eine Überraschung erleben könnte, wenn er denn das Thema aufs Tapet bringen würde). Andererseits, nach einem Jahr verheimlichter Nebenbeziehung wäre es für mich jedenfalls zu spät, da noch gemeinsam hinschauen zu wollen, was schiefgelaufen ist und mir allfällige alternative Lebens- und Liebeskonzepte überlegen zu wollen.
Ich komme also nicht damit klar, dass er seine Frau hintergeht. Und ich gehe damit davon aus, dass er auch mir gegenüber nicht ehrlich ist. Kommunikation über die eigene Befindlichkeit ist nicht sein Ding. Das Risiko scheint ihm zu gross. Oder ich das Risiko nicht wert. Wie auch immer
Ich weiss es nicht - ich schwanke hin und her mit meiner Einschätzung seiner Lage. Bei den widersprüchlichen Informationen ist alles reine Spekulation von mir. Es kann durchaus sein, dass ich ihm unrecht tue, und er tatsächlich zur Zeit in einer Umbruchphase ist und tatsächlich nicht weiss, wohin sein Leben gehen soll, andererseits spricht mein Bauchgefühl Klartext. Ich weiss, wie es sich anfühlt, wenn ein Mann emotional ganz (auch) bei mir ist.
Im Übrigen: da er doch einige Charakterschwächen mitbringt, mit denen ich auf Dauer nicht leben könnte, sähe ich mich weiterhin nur als Nebenfrau. Aber auch in der Position wünsche ich mir, aufrichtig geliebt zu werden. Wäre ich in der Position der Hauptfrau, gäbe es für mich ebenfalls keine offene Beziehung. Da bin ich erfahrungsgemäss stur monogam.
Zitat von Gast2017:Ach ja und: Die Situation, dass ich gerade in den Momenten, wo ich mich nicht gehört und gesehen fühle von den Menschen die mir nahe stehen, ausraste und quasi neben mir stehe....das kenne ich!
Mir persönlich ist es lieber, bei einer Meinungsverschiedenheit gehen die Wogen mal so richtig hoch und man hält sich impulsiv nicht an die Regeln der gewaltfreien Kommunikation, als dass vor lauter Vorsicht und Taktiererei immer irgendwas unter dem Deckel gehalten wird. Bei meiner Variante weiss man wenigstens, woran man bei mir ist. Im Gegenzug mag ich gut einstecken, ich bin nicht nachtragend und doch eher recht gut in der Lage, die Kritik, die relevant und berechtigt ist, anzunehmen und mir zu überlegen, ob ich daran was ändern mag. Oder halt nicht und somit weiterhin im Konflikt bleibe, bis eine Lösung gefunden ist, die für beide passt. Oder dann muss man es eben bleiben lassen. Bis hierher klappt's ja ganz gut bei mir, nur mit dem Akzeptieren der Situation und dem Abhaken nicht. Unsere Neurosen greifen einfach zu gut ineinander, was ich durchaus als Chance sehen wollte.
Dass nicht jedermann mit meiner Streitkultur umgehen mag und sich verletzt fühlt von meiner Impulsivität, kann ich aber schon auch verstehen. Ich muss nur aufpassen, dass ich dann nicht - wie jetzt gerade - wieder in den Modus verfalle und mich zu fest hinterfrage, ob ich denn nicht doch etwas geduldiger und nachsichtiger hätte sein sollen.
Ich kann also immer noch nicht aushalten, dass als Konsequenz, dass ich mich nach meinen Bedürfnissen verhalte, mir dann halt auch die "Liebe" entzogen wird. Item: es fühlt sich alleine jedenfalls besser respektive weniger schlecht an. Und das ist ja schon was.
Zum Stichwort Liebe:
Ich kann den Mann in bestimmten Punkten für einen Vollpfosten halten und gleichwohl wissen, dass ich ihn liebe. Und das weiss er auch. Ich mache nicht sein Verhalten von meiner Liebe, die einfach in mir ist, abhängig. Und ich muss sie ihm auch nicht absprechen, nur weil er nicht so funktioniert, wie ich es mir gewünscht hätte.
Mir hat es jedenfalls im Laufe der Affäre sehr geholfen, als ich mir (und ihm) das eingestehen konnte. Die Liebe ist weiterhin da und ich wünsche mir - trotz all den Turbulenzen, die er in mir auslöste - dass er ebenfalls für sich seinen Weg findet und wieder glücklich wird. Und auch das weiss er.
Zitat von Gast2017:Da hat mein AM auch schon einige Male sein dickes Fett abbekommen.
gibt's deinen AM noch?