rachel123
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so werde ich dich nie wieder ansprechen dürfen. Das wirst du gar nicht mehr zulassen. Aber in meinem Inneren wirst du es für immer bleiben. So viele schöne Jahre des Vertrauens, der Zweisamkeit und der Freude haben mir bzw. uns so gut getan. Was hätte schon schief gehen können?
Und doch kam es anders. Ich könnte es mir einfach machen und die Schuld woanders suchen. Aber nein, mittlerweile habe ich begriffen, dass ich alleinig die Verantwortung für das Scheitern unserer Beziehung zu übernehmen habe. Ich hatte alles. Einen liebevollen Mann und Vater unserer tollen Kinder, Freiheit und berufliche Selbstverwirklichung. ich könnte unendlich fortfahren. Und trotzdem schien es mir wohl nicht genug oder ging es mir einfach zu gut?
Heute, verfluche ich jeden Tag an dem ich diesen Mann traf, der dafür sorgte, dass ich alles was mir lieb war verlor. Nicht weil er dafür verantwortlich ist, sondern weil ich es zugelassen habe, mit dem Feuer spielte und schlussendlich die Kontrolle über mich selbst verlor. Wie konnte es nur so weit kommen? Wie eine naive Pubertierende zog er mich immer mehr in seinen Bann. Seine Größe und Muskeln, die Tattoos, dieses streng riechende After Shave, seine Aufmerksamkeit, diese Leichtigkeit, der andere Humor, seine Stimme, seine Tanzaffinität. alles was ich vorab zum Teil an Männern nicht mochte zog mich auf einmal magisch an.
Während du meine Launen ausgehalten hast, der Rückhalt und die Unterstützung für unsere Familie warst und ich deine Bemühungen ablehnte, da suchte ich andere Wege. Wege bei denen du nicht dabei sein solltest obwohl du mich jederzeit unterstützt hättest auch diese Phase meines/unseres Lebens zu meistern. Ich könnte die Veranwortung auf die Wechseljahre schieben, die Zeit als du mich in den Arm genommen hast, weil ich grundlos begann zu weinen und selbst dafür keine Erklärung hatte. Aber das will ich nicht. Hormone für mein Verhalten voranzuschieben wäre feige und würde dem was ich dir angetan habe nicht gerecht werden.
Mit etwas Abstand kann ich mittlerweile soviel reflektieren, dass ich ausbrechen wollte. Ich hatte alles und doch schwangen 20 Jahre des Alltags einher, trauerte ich vergebenen Möglichkeiten und Erfahrungen nach, wollte alles im Rausch des Egoismuses und der "Verliebtheit" nachholen. Ganz ohne Rücksicht auf Verluste lebte ich mich aus. Monat für Monat. und verletzte dich dabei zutiefst.
Da die Kinder bereits ausgezogen waren, musste ich auch keine Bedenken haben, dass es auffliegen würde. Und du hast auch in dieser Zeit stets die Größe gezeigt die ich habe vermissen lassen. Mein vorübergehender Auszug fiel so nicht auf und im Nachgang frage ich mich täglich wie es dir ergangen sein muss. Alleine in den eigenen vier Wänden zu sitzen während ich. meinem Spaß fröhnte. *heul*
Und nun bin ich aufgewacht. Viel zu spät. Habe dich, das wichtigste in meinem Leben, für immer verloren.
Ich erwarte kein Mitleid. das habe ich nicht verdient. Und nun kreisen meine Gedanken stetig nur um dich. Tag für Tag lebe ich mit meiner Schuld, kann nicht mehr schalfen und nichts essen. Ich hasse mich dafür.
Ich wünschte es wäre nur ein Albtraum und ich würde aufwachen und die Nähe und Geborgenheit von dir spüren und beruhigt weiterschlafen. So wie wir es über 20 Jahre lang glücklich getan haben.
Bitte verzeih, du wirst für immer die Liebe meines Lebens bleiben.
Es tut mir leid!