Ihr Lieben,
erst einmal Danke, dass ihr euch mit meinem Quark beschäftigt und darauf eingeht.
Ich antworte an euch alle gemeinsam, da es ja mehr oder weniger der gleiche Tenor ist:
Bzgl. ihm und seiner Ex:
Die Kinder sind aus seiner Ehe davor. Die Kinder sind 16 und vor 6 Jahren zu ihm gezogen, da seine Ex-Frau sehr schwer erkrankt ist und es ihr nicht mehr möglich war (ist), sie bei sich zu haben.
Die gewisse G., ist wohl die ganze Zeit über schon immer so gewesen "Komm her, geh weg". Braucht ihre Auszeiten, in denen sie für nichts und niemanden erreichbar war, hat ihn immer wieder vor den Kopf gestoßen, hat sich von ihm getrennt, wann es ihr passt. Letztes Jahr ist das ganze wohl wieder so gelaufen, so dass er irgendwann wach geworden ist und sich gesagt hat "Ich will das nicht mehr" und hat es beendet. Bis dahin wurde immer er "beendet", diesmal war es seine eigene, freie Entscheidung und das was er wollte und ist den Schritt der Trennung gegangen. Laut ihm ging es ihm danach nicht schlecht, nicht gut, sondern er war erleichtert und wusste, es ist das richtige was er für sich tut.
In diesem Thema bin ich mit meiner Therapeutin drin - und daher kommt ihr Statement, dass es gut ist, dass es jetzt ist mit uns und nicht letztes Jahr, da es dann viel wahrscheinlicher gewesen wäre, dass er mich verlassen hätte, wenn sie "geschnipst" hätte. Jetzt hat aber er aus freien Stücken diese Beziehung verlassen und beendet und daher ist dies für ihn und mich gut (lt. Therapeutin). Ich kann ihr stückchenweise zustimmen, habe aber mein Mißtrauen. Das ist in der Tat vorhanden plus der Angst.
Die aussage mit der "Überfrau" hat mich sehr beschäftigt und es stimmt. Ich packe G. auf einen Thron, ganz weit oben, wo ich keinen Zugriff habe - sprich, keinem Vergleich standhalten kann. Dies ist allerdings mein ureigenstes Problem, denn "wie kann man mich, Grace, gern haben"..... Das begleitet mich seit ich denken kann und selbst heute bin ich noch oft erstaunt, wenn meine Freunde mir sagen, dass sie mich lieb haben. Ist für mich oft noch so unwirklich. Daran arbeiten wir ja in der Therapie und ich denke, die Überfrau G. gehört da auch hin - das ich daran arbeiten muss.
Warum ich ihn damit so "hart" konfrontiere? Ich glaube, weil ich aufgrund meiner Lebenserfahrung so geworden bin. Ich hasse nichts mehr als dummes Blabla und Ungewissheit. Lieber kotze ich in die Ecke, weil mich eine Wahrheit so umhaut, als unwissend da zu stehen - schwer zu erklären was ich meine.
Immerhin habe ich es gestern geschafft mich zu erden. Ich war total angespannt und hatte totale Angst davor, dass er unser gestriges Treffen absagt - aber ich habe mich immer wieder ins Hier und Jetzt geholt. Vor, na ich würde sagen, 6 Monaten, hätte ich das nicht geschafft. Ich hätte alles in die Ecke geschmissen, es beendet, ihn zugetextet - all das, was ein "kleines Kind" aus Angst macht. Den Fortschritt habe ich immerhin gesehen gestern - und mir immer wieder gesagt "ich bin erwachsen, ich kann selbst handeln und entscheiden und nicht mit mir machen lassen".
Nun war er gestern da und ich habe mir ein Herz gefasst und ihm die Dinge, die mir Angst machen und die in der Therapie besprochen werden, auch erzählt. Er hat sehr genau zugehört und mir im Anschluss gesagt, dass er meine Ängste stückweit verstehen kann, aber er mir nicht mehr als sagen kann, dass er kein Interesse an G. mehr hat. Er sagte, ich sollte mal etwas mehr Selbstvertrauen haben - warum sollte er mich "eintauschen"? G. ist im selben Fitnessstudio wie er, sie wäre seit der Trennung aber nicht mehr dagewesen. Er sagte, wenn sie mal zeitgleich trainieren sollten, und sie ihn fragen würde, ob sie am Tresen einen Kaffee zusammen trinken, würde er dies machen. Aber mehr nicht. Er würde mit ihr nicht spazieren gehen, ins Kino oder was-auch-immer.
Dies kann und muss ich akzeptieren, ich kann einem erwachsenem Mann nichts verbieten. Das Zauberwort heißt Vertrauen. Und daran muss ich arbeiten. Aber, dazu habe ich meine Therapie.
Mein inneres Kind ist da und ich weiß ab und an auch, wenn es gerade in den Vordergrund prischt, dann nehme ich es auch an die Hand und beruhige es. Aber manchmal merke ich halt nicht, dass meine Angst das innere Kind ist und dann ist es besonders schwierig für mich.
Liebe B., als ich krank war, war er da. Hat für mich eingekauft, mir Süsses mitgebracht. Mittlerweile sind seine Kinder auch im Thema, ich habe 2 x dort übernachtet. Seine Freunde wissen von mir, seine Famile (also Eltern, Geschwister) auch. Nächstes WE sind wir zusammen in Dresden, also er (wir) planen schon Dinge gemeinsam.
Ich denke, dass ich ein ungutes Gefühl wegen G. habe weiß ich, dass ist nicht nur die Angst die ich so habe, sondern das gesunde Mißtrauen.
Der Rest.... Ja, der muss aufgearbeitet werden. Ich muss lernen, mir selbst zu vertrauen, mehr Selbstvertrauen zu entwickeln und mich als Menschen wahrnehmen, den man lieb haben kann.
Es tat gut gestern mit ihm so darüber zu reden. Aber, es ist eine Herausforderung mich meiner Beziehungsangst zu stellen. Bis dato bin ich immer "wunderbar" weggerannt, wenn es zu eng wurde. Habe Streits provoziert, damit ich Distanz in eine Beziehung bekam. Habe geblockt. Bin ausgeflippt - ich war als Partnerin sicher sehr anstrengend. Und jetzt muss ich lernen, dass es auch anders geht. Und das kenne ich so nicht wirklich. Schwerer Weg....
Ich danke euch sehr für eure Begleitung - es tut mir gut eure Inputs und Gedanken zu lesen.
Eure Grace