Ich denke, sich so sehr um die Aufrechterhaltung der Anziehung zu bemühen, ist ein Kampf gegen den natürlichen Lauf der Dinge, der ohnehin nicht aufzuhalten ist. Keine Taktik bewahrt einen davor, dass nach vielen gemeinsamen Jahren das Knistern vorbei.
Natürlich kann man viel tun, damit man aufregend für den Partner bleibt. Will man die unvergessliche große Liebe eines Menschen sein, beschert man diesem eine traumhafte Zeit und verschwindet dann von der Bildfläche. Eine Beziehung hat man dann zwar nicht, aber immerhin bleibt manchmal sogar über jahrzehnte die Spannung erhalten
Die große Liebe ist meistens eine oder ein Verflossene(r). Selten der eigene Partner
Es gibt nicht wenige Paare, die trotz fehlender Lust aufeinander zusammen bleiben. Nicht immer tun sie das aus Bequemlichkeit oder aus finanziellen Gründen. Manchmal gehen sie mit dem Thema Anziehung einfach sehr realistisch um. Ich habe eine Bekannte, die nach 20. gemeinsamen Jahren keinerlei Lust mehr auf ihren Partner hat. Sie waren aber all die Jahre ein sehr zufriedenes Paar. Echt eine Ausnahme. Nun fragen sie sich gemeinsam, wie sie mit der Situation umgehen. Trennung kommt für sie nicht in Frage, da sie in ihm ihren perfekten Mann sieht und sich auch nicht vorstellen kann, sich in einen anderen zu verlieben. Und er sieht es ganz genauso. Beide sind noch heute ausgesprochen attraktiv, haben ihr eigenes Leben und ihr eigenes Einkommen.
Ja, was tut man dann? Die einen schweigen und betrügen sich. Die anderen trennen sich. Andere wiederum gestehen dem Partner Affairen ein.
Klar gibt es auch Menschen, die generell zu anhänglich oder sogar abhängig sind, die ihr eigenes Leben vernachlässigen etc. und dadurch schnell unattraktiv für den Partner werden. Aber sich dann als Gegenmittel künstlich interessant zu machen, halte ich nicht für die geeignete Strategie.
Ja, den Partner eine gewisse Ungewissheit spüren zu lassen, kann eine zeitlang einen Sog auslösen. Aber wenn man sich wirklich auf den anderen einlässt, ein gemeinsames Leben aufbaut, wie auch immer das aussehen mag, ist das nicht mehr möglich und eine gewisse Abhängigkeit entwickelt sich immer. Auch bei sehr autonomen Menschen. Jedem Menschen zieht es den Boden unter den Füßen weg wenn er nach 20. Jahren seine Familie verliert. Das Risiko muss man eben eingehen.
Ich habe mal einen Mann kennengelernt, der zu sehr mit der Ungewissheit gespielt hat. Ich finde das wenig reizvoll. Ein paar Monate war ich heiß auf ihn, dann war die Luft raus. Die Männer hingegen, die das nicht taten, sondern einfach ihr eigenes Leben ins Zentrum stellten, waren für mich aufregend. Keine Zeit weil etwas interessantes zu tun, statt keine Zeit, um Spannungen aufzubauen. Und spätestens nach wenigen Monaten hat man die wahre Motivation raus.
Alles hier und da schon mal gepostet...
Ich habe es schon an anderer Stelle erwähnt: es gab in der Geschichte so einige Paare, die ein sehr aufregendes Leben hatten und dennoch war die Luft irgendwann raus. Sartre und Beauvoir, Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely, Frida Kahlo und Diego Rivera usw. Sie haben sich sehr geliebt und am laufenden Band betrogen

Wenn`s einen Zauberkniff gäbe- was hätten sie anders machen können? Ich denke- nichts. Ich denke, das Ideal ist, dass beide lebendig bleiben, sich ihr Leben interessant gestalten und somit eine Bereicherung für den Partner bleiben. Mehr ist nicht drin. Aber ich finde, dass das schon sehr viel ist. Mit manchen Menschen ist man so glücklich, dass man nicht auf die Idee kommt, sie zu verlassen weil im Bett nicht mehr viel geht und der neu zugezogene Nachbar heißer ist.
Ganz gleich, was man tut, irgendwann kommt die Zeit, da sind immer die anderen se,xuell anziehender.