Hey lieber Christian,
schön, dass du uns ein Update schreibst. Ich hab oft an dich gedacht und mich gefragt, wie es dir ergangen ist.
Zitat von Christiaan:An der Psychotherapie hat sich nichts geändert, hier gehe ich ein Mal pro Woche hin und wir haben sehr sehr viele Themen die wir durchgehen.. bedeutet, dass nicht nur Trennung das Thema ist, sondern viele Schattenthemen aufgearbeitet werden. Die Trennung muss ich sagen, war auch die letzten 4 oder 5 Stunden garnicht mehr das Thema. Es ging um weitaus anderen Dinge.. hat mich selbst auch ein wenig verwundert. Habe da wirklich eine tolle Therapeutin!
Das freut mich ungemein. Ich weiß, wie schwer und anstrengend das ist...aber die Intensität des Liebeskummers eröffnet dir die Möglichkeit, viele Schattenthemen überhaupt erst anzugehen, dich mit ihnen auseinaderzusetzen und dich mit ihnen zu versöhnen. Dass das Zeit kostet, ist klar. Ich prophezeite ja schon einmal ein Jahr. Sei sicher, wir sind nicht in der Lage, einen Gefühlszustand ewig aufrecht zu erhalten. Deine Trauer wird irgendwann vorbei sein. Vor allem weil du dich so mutig mit dir und deiner Trauer auseinandersetzt.
Das zeigt deine psychische Stärke und ich bin sehr zuversichtlich, dass es dir in Zukunft besser gehen wird und sogar noch besser als jemals zuvor, weil du alte Wunden aufgearbeitet hast.
Zitat von Christiaan:Mein Zustand hat sich seit meinem letzten Post wirklich kontinuierlich gebessert, ich habe weniger an das "Damals" gedacht, immer wieder mal positiv nach vorne geschaut und einfach ein wenig Hoffnung in mir aufkeimen lassen. Ich habe es wieder geschafft zu essen
Zitat von Christiaan:Ich bin auf der Arbeit zwischenzeitlich wieder auf alte Form hochgefahren, konnte die Leistung halbwegs abrufen wie noch in der Beziehung
Zitat von Christiaan:ch war zwischenzeitlich sogar schon bei einem Vorstellungsgespräch (kam aus einer alten Initiativbewerbung zustande)..
Zitat von Christiaan:Achso, die Wohnung ist übrigens gekündigt, bis Ende Januar!
Sehr gut!
Zitat von Christiaan:ber, und jetzt komme ich an einen Punkt der wohl ausschlaggebend ist für mein derzeitiges und extremes Tief. Ganz tief im inneren gibt es eben das "komische" Gefühl.. zu wissen, dass es nicht mehr ist wie es war.. ich denke permanent, ob aktiv oder im Unterbewusstsein an Dinge aus der Beziehung.. dass sie an Weihnachten nicht mehr bei der Bescherung neben mir sitzt, dass wir unseren Urlaub am ein und selben Ort nie wieder gemeinsam erleben werden, dass sie mich wohl längst vergessen hat und und und.
Weißt du Christian, ihr hattet eine lange Zeit miteinander. Ob die nun gut oder schlecht war, ist nicht die Frage, sondern dass sie eine Konstante in deinem Leben war. Dieses Aufploppen ist einfach normal. Deine Seele zeigt dir noch einmal die Beziehung und jedes Bild, das du siehst, möchte anerkannt und betrauert werden und erfordert somit seinen ganz individuellen Abschied. Umso schöner die Erinnerung ist, desto häufiger wirst du sie sehen und betrauern müssen, um sie zu verabschieden.
Wir alle benötigen in etwa ein Jahr zur Bewältigung einer Beziehung. Das liegt einfach daran, dass wir alles "wichtige" einmal ohne Ex erleben müssen, um quasi neue Erfahrungen zu generieren. Das erste Mal Geburtstag ohne Ex, das erste mal Weihnachten ohne Ex usw.
Ich würde mir wünschen, dass du dir mehr erlaubst, traurig zu sein. Das ist ja auch ein wenig Respekt haben davor, was dir diese Beziehung und diese Bilder bedeutet haben, weißt du.
Zitat von Christiaan:Ich lag gestern den ganzen Tag im Bett, habe gegrübelt, geweint und einfach Schmerzen gehabt. Ich habe viel geschlafen, viel nachgedacht,
Ja, wenn du das brauchst, dann brauchst du das. Trauer verläuft nicht linear, sondern in Wellen. Nimm die Wellen, wenn sie kommen, leg dich hin und trauere. Du wirst sehen, die Abstände werden größer zwischen den Wellen, aber du wirst sie noch eine Weile haben.
Es ist okay, sich Zeit für seine Seele und deren Heilung zu nehmen.
Zitat von Christiaan:Dazu die ständigen Träume von Ihr, von uns.
Das freut mich auch! Dein Unbewusstsein hilft fleißig mit beim Verarbeiten. Das zeigt, dass du nicht verdrängst, sondern mutig aufräumst in dir! Ich bin ganz stolz auf dich!
Zitat von Christiaan:Die letzten Wochen waren eigentlich gefühlt "gut", dachte wirklich ich bin drüber weg.
Das wäre ja ein Zeichen von psychische Ungesundheit.

9 Jahre innerhalb von ein paar Wochen verwunden, obwohl noch nicht mal alle Verstrickungen gelöst wurden? Ich glaube nicht.
Ein Jahr Christian. Gib dir die Zeit!
Du machst ganz kleine Babyschritte in ein neues Leben. Das dauert, tut weh, hat mit Abschieden zu tun, mit Aufregung, auch Angst vor dem Neuen, mit ausprobieren, sich trauen und wieder zurückziehen. Was meinst du, wie das andere machen? Genau so! Hier: schau doch mal da rein: