Guten Morgen!
Meine Nacht verbrachte ich mit grübeln und sinnieren. Immer wieder und wieder bin ich eure Texte durchgegangen, um endlich etwas zu bewegen.
Liebe Alena, wenn du mir schreibst,
Zitat:wenn du es so schreibst passt weder das eine noch das andere - da machst du dir wieder etwas vor.
tatsache ist, ihr habt 2 jahre mit der "falschen" hoffnung gelebt und wusstest es eben doch - das nicht alles gepasst hat bei euch - denn wenn es so wäre - würden die geburtsdaten keine rolle in eurem leben spielen.
du hast eine tolle zeit mit ihm gehabt, sei dankbar dafür, dennoch waren 2 jahre davon ein hoffen und glauben, die realität hat gezeigt, dass so beziehung nicht funktionieren kann.
dass weder das eine noch das andere gepasst hat, dann hast du damit teilweise zu 100% recht.
Bei unserem Zusammenkommen damals spielten unsere Geburtstaten nur bedingt eine Rolle und zwar in der Weise, dass ich es war, die Bedenken anmeldete. Gleich darauf jedoch verwischten meine Gedanken diesbezüglich und alles war irgendwie ausgeblendet - es war MIR egal geworden, ihm war es das immer schon. Es war nicht mehr wichtig, wie alt wer von uns Beiden ist. Und wenn ich geschrieben habe, es hat alles gepasst, dann stimmt dies so. Gepasst hat es zwischen uns Zweien. In den über 2 Jahren war die ständige Verbundenheit im Vordergrund, egal, wo sich derjenige gerade mal eben aufgehalten hat. Ich habe seine Liebe wirklich gespürt, das erste Mal in meinem Leben gespürt, was es heißt, von einem Mann geliebt zu werden.
Meine ursprünglichen Bedenken, er könne in mir einen Mutterersatz sehen verflogen in dem Moment, als ich sah, WIE er sein Leben meistert. Schlussendlich war es so, dass ich eigentlich auch das erste Mal spürte, was es heißt, Frau sein zu dürfen, im Gegensatz zu meinem Leben mit meinem verstorbenen Mann, der mich zwar unter dem Deckmantel "Ehefrau" in sein Leben ließ, mich jedoch eher als Putzfrau oder Haushaltskraft und Erzieherin seiner (unserer) Kinder sah. Die Gleichberechtigung hinkte sehr und meine jugendliche Schwäche verhinderte es, mich zu behaupten.
Allerdings entsprach unsere Ehe dem typischen Klischee, ich brav vormittags beim Arbeiten und nachmittags beim Kindererziehen, während ER die Brötchen verdiente. Meine damalige Halbtagstätigkeit sah er als mein Hobby an, das er mir gönnerhaft gewährte.
Im Außenfeld entsprachen wir also dem gängigen Muster und somit war alles im grünen Bereich. Keine anzüglichen Bemerkungen, keine gehässigen Sätze setzten uns permanent zu, im Gegenteil: Ich hörte Sätze wie "Was seid ihr doch für ein hübsches Paar." und "Wie kannst du froh sein, es so gut erwuschen zu haben."
Habe ich mich in meiner Ehe wohl gefühlt? Hmmm?! Jetzt weiß ich, dass dem nicht so war - jetzt, nachdem ich meinen (EX)Freund kennenlernen habe dürfen.
Vorher war es ein "hach-wie-geht-es-dir-doch-gut" und jeder aufkommende "Gegengedanke" wurde mit dem Gedanken "gott-was-bist-du-undankbar" sofort wieder eliminiert.
So dachte ich naiverweise bis zum Tode meines Mannes, dass so das Leben eben ist - eben so, wie die Gesellschaft sich dies vorstellt ......
Vielen Dank liebe Alena für dein Einbringen!