Zitat von Lauri3: Ich habe meinen Liebhaber und besten Freund verloren.
Ungeachtet der Umstände tut allein das erst mal so scheixxe weh, dass es 'raus muss. Schreib's auf, sprich's aus, weine, so lange die Taschentücher reichen. Du bist nicht die erste und nicht die letzte damit.
Dass du dich gegenüber deiner Freundin als verdammt schlechte Freundin erwiesen hast, haben bereits meine Vorredner geschrieben, und ich denke mal, dass dir das auch selbst klar ist. Den Kummer, den jetzt du hast, hatte unlängst auch sie, und du hast ihn mitverursacht. Da gibt's nichts zu beschönigen. Du kannst von Glück sprechen, wenn ihr eure Frauenfreundschaft retten bzw. irgendwann mal wiederbeleben könnt.
So, damit ist aber genug auf dich eingehackt, finde ich. Denn da gibt's ja noch jemanden, der's verdient, nämlich den Mann, der nunmehr gleich zwei Frauen auf einen Schlag unglücklich gemacht hat, nämlich seine Braut und die Frau, die in ihm ihren Liebhaber und besten Freund gesehen hat.
Wenn du es schaffst, in deinem Kummer irgendwann klare Gedanken zu fassen, dann denke mal hierüber nach:
Zitat von Lauri3: er wollte für mich seine Verlobte verlassen.
Er
wollte. Aber er
hat nicht. Da greift der Satz, der hier im Forum immer gern gebracht wird, weil er auch stimmt: Reden kann man(n) viel, aber letztlich zählen nicht Worte, sondern Taten.
Zitat von Lauri3: Er beteuerte zwar, mich wirklich zu lieben, aber das Pflichtgefühl sei dann doch zu groß.
Pflichtgefühl klingt ehrenhaft, stimmt's?
Aber schau mal ganz genau hin: Wir reden also über einen Mann, der es fertigbringt, aus
Pflichtgefühl eine Ehe einzugehen.
Noch mal: nicht aus Liebe, sondern aus
Pflichtgefühl. Den Bund fürs
Leben, was ja der eigentliche Sinn der Ehe ist und ihren moralischen Stellenwert ausmacht.
Glaub mir - und ich rede da aus eigener Erfahrung - es ist verdammt bitter und verletzend für eine Frau, wenn sie mitbekommt, dass ihr Partner die eheliche Verbindung und das Leben mit ihr von Anfang an als nichts anderes denn als
Pflicht empfindet.
Nimmt man die Aussage deines Affärenmannes wörtlich, dann wird genau das das Los deiner Freundin: einen Ehemann zu haben, der sie nicht liebt, sondern der nur aus
Pflichtgefühl heraus sein Leben mit ihr teilt.
Für dieses
Pflichtgefühl opfert er also sogar Menschen, nämlich
- seine Braut und zukünftige Frau
- die Frau, die er liebt
- sich selbst (angeblich).
Nun mal ehrlich: Ist es das wert? Ist ein Mann, der für sein
Pflichtgefühl Menschen unglücklich macht, deine Liebe wert?
Ich weiß, dieser Gedanke ist schwer und schmerzhaft. Wir reden ja über den Mann, den du liebst; und es tut verdammt weh, an einem geliebten Menschen Abstriche machen zu müssen. Das weiß hier jeder - auch meine Vorredner, die hier sofort ihren Zorn auf dich gerichtet haben.
Auch mein Mitleid mit dir ist keineswegs grenzenlos. Du hast echt Scheixxe gebaut und jetzt die berechtigte Quittung dafür durchzumachen.
Aber du hattest den Mut, deine Geschichte zu erzählen und dich dem Zorn der Mitforisten auszusetzen. Das ist jetzt wie Spießrutenlauf. Aber den stehst du durch und den Liebeskummer auch.
Ich wünsche dir erst mal ganz viel Kraft, damit du zur Ruhe kommst. Alles andere findet sich - früher oder später.