Danke,liebe Petzi, für deinen ausführlichen u. sehr interessanten Beitrag.
Ich bin nämlich so gerade vorbeigeschrabbt an der Rolle der heimlichen Geliebten u. mußte nach 9 Jahren eine Freundschaft zu einem Kumpel beenden.

Ich bin auch tieftraurig, weil ich durch meinen Entschluß auch eine gute Freundschaft verloren habe.

Ich finde es nämlich schrecklich, wenn man immer die Nr. 2 ist u. ewig wartet.
Ich weiß gar nicht, ob eine Ehe immer so schlecht sein muß, daß sich ein Mann eine Geliebte zulegt, sie stabilisiert manchmal nämlich sogar die Ehe.
Es gibt nur wenige Fälle, wo sich ein Mann für seine Geliebte entscheidet.
Aber wie kann Frau ihre innere Zerrissenheit besiegen, wenn sie es schafft, eine solch tragische Beziehung zu beenden?
Es ist natürlich verständlich,daß die Ehefrauen auch immer einen hohen Leidensdruck haben u. die Geliebte wird meistens als Femme fatale verteufelt.
Der Verlust der jahrelangen Freundschaft geht mir sehr nahe, ich bin auch sehr zerrissen.
Aber die Rolle der Geliebten hätte ich noch schlimmer gefunden u. so habe ich bevor ein Desaster beginnt, die Freundschaft beendet.
Trotzdem interessiert mich die Frage, um welchen Frauentypus es sich bei der Geliebten handelt, warum sie sich zunächst mit dem Quenchen Zuneigung zufrieden gibt.
Man möchte ja nicht als alternde Geliebte enden.
Es geht ja nicht immer um Sex.Wenn es nur immer darum ginge, dann würde es der Geliebten leichter fallen, eine solch unbefriedigende Beziehung zu beenden.
Ich stelle die psychoanalytische These auf, daß eine Geliebte in ihrer frühen Kindheit zu wenig Geborgenheit u. Nestwärme von ihrem Vater erhielt.
Mein Studium bestand sehr viel aus Psychologie.Was hat es mit der eigenen Wertigkeit zu tun, wenn man solche Beziehungskonstellationen anzieht?
Ich werde sehr häufig von verheirateten Männern angesprochen, haue denen aber immer eins vor den Bug, daß ich nicht an der Rolle der Geliebten interessiert bin.
Das hat auch etwas mit Selbstschutz zu tun.
Ich glaube, wenn man todunglücklich ist, dann hilft nur jeglicher Kontaktabbruch mit Kontaktsperre.
Aber ich stelle mir auch vor, wie sich die Ehefrau fühlt, wenn sie erfährt, daß ihr Mann fremdgeht.Ich bin jetzt kein Moralapostel.
Irgendwie machen es sich die Herren oft leicht, 2 Frauen zu haben, was kann es Schöneres geben?
Letzten Endes leiden beide: die Geliebte u. die Ehefrau, meistens wird doch der Geliebten die Schuld gegeben, den Mann verführt zu haben.
Mich interessiert brennend die Frage, wie man nach einer rigorosen Trennung als Geliebte von dem Mann seinen Kummer am besten loswird.
Aber selbst wenn man sich konsequent getrennt hat, leidet man doch sehr.
Oder ist die Heimlichkeit ein Kick?
Für mich jedenfalls nicht, da ich die Nr. 1 in einer Partnerschaft sein möchte.
Die langjährige Freundschaft mit dem Kumpel fehlt mir sehr, ich leide auch sehr.
Ich habe noch so gerade die Kurve bekommen, jetzt herrscht absolute Funkstille u. das auszuhalten, ist sehr schwer.
Gibt es Geliebte, die ein Leben lang warten? Wie kommt es zu dieser unwürdigen und hohen Leidensfähigkeit?
Weiß die Geliebte denn nicht, daß all ihr Werben um den Mann meistens aussichtslos ist?
Warum katapultiert sie sich in eine solch entwürdigende Rolle?
Gibt es auch glückliche Geliebte, die nicht leiden?
Warum sucht sich die Geliebte einen unerreichbaren Mann? Hat das etwas damit zu tun, daß der Vater bereits In der frühen Kindheit unerreichbar war?
Letzen Endes impliziert die Rolle der Geliebten doch eine massive Kränkung für einen selbst.
Das wären für heute abend so meine Gedanken.
Je länger man in dem Status Quo als Geliebte verharrt, desto schmerzhafter wird ein rigoroser Schlußstrich.
Ich denke, die häufige u. hohe Zuwendungsbedürftigkeit einer Geliebten läßst sie in einer unglücklichen Position verharren, neben dem ganzen anderen Streß, den sie sich noch antut
(Heimlichkeit, Alleinsein bei Festivitäten u. an den Wochenenden etc.)
Kann es sein, daß der Mann, weil er so unerreichbar ist, sogar dadurch an Attraktivität gewinnt?
In diesem Sinne freue ich mich auf weitere Beiträge.
Aber ich leide derzeit trotzdem, auch wenn ich die jahrelange Freundschaft zu dem besagten Mann rigoros beendet hatte, als ich merkte, daß es über die Freundschaft hinausgehen könnte.
Ich wollte mir das ganze Leid ersparen.
Viele Grüße von Moskau