Zitat von Ente:@Holzer vielen Dank für deine tollen, wahren Worte. Jedes einzelne ist zu 100 prozentig stimmig und spiegelt das wieder was ich von der Liebe denke, was ich von der Liebe zu meinen Kindern empfinde.
Liebe @Ente
Die andere Seite davon ist doch die, die hier schon beschrieben wurde, gerade weil eure Situation schon solange Zeit andauert. Kinder leiden oft mehr darunter sofern sie jahrelang miterleben müssen wie schwierig die Elternsituation ist, sie die Lieblosigkeit, Respektlosigkeit, Kälte, ihre Ängste miterleben müssen weil sie ihre Eltern lieben und es nicht ertragen können wie diese miteinander umspringen.
Über Liebe zu denken und in Liebe zu fühlen, zu erleben und zu handeln sind nicht das Selbe.
Es ist mehr die Angst, die dich an deinen Mann festhängen läßt, nicht die Liebe, die sich anders zu schützen weiss in solchen Situationen. Wo genügend Liebe vorhanden ist, hat die Angst keine Chance sich in dir dauerhaft breitzumachen.
Zitat:Welche Rolle haben Sie während der Affäre gespielt:
Sie waren der Grund warum ich oft blieb, obwohl mir nach weglaufen war. Sie sind der Grund warum ich kämpfe, warum ich die Hand meines Mannes noch nicht ganz losgelassen habe.
Du schreibst hier viel über Liebe, auf deine Art liebst du auch, aber es ist eine ungesunde Liebe, eine Liebe, die dich zur "Furie" macht - eine Abhängigkeit, die dich veranlasst :
Zitat:ich mich selbst mal beschreiben soll, dann würde ich die alte Ente wie folgt umreißen: kontrollsüchtig, manipulativ, feinfühlig, immer die Zügel in der Hand, teilweise cholerisch, phlegmatisch,Wenn humorvoll, beschützend, stark. Im Laufe der 1,5 Jahre habe ich mich verändert.
Mich viel selbst beobachtet und wahrgenommen das ich oft meinem Mann gegenüber nicht mehr Frau war. Nein, ich habe die Rolle der Mutter eingenommen. Ihn bevormundet und auch eingekesselt.
Wahrlich nach Liebe sieht das nicht aus - genau wie bei deinem Mann, glaubst du das alte Entlein hat sich innerhalb ein paar Tagen runderneuert hat ?
Ich kann auch Veränderungen im aussen von dir wahrnehmen, diese müssen aber noch im innen gefestigt werden und das ist schwierig wenn du deine kurzfristigen Veränderungen wieder kippst.
Zitat:Ich fühle ganz viel wie ein kleines Mädchen. Ich betrachte viele Situationen aus den Augen der kinder. Ich weine für und mit Ihnen. Ich fühle ihren Schmerz und zerbreche mit daran.
Aber ich spüre auch: noch ist es nicht vorbei.
Du fühlst dich nicht nur so, du handelst oft noch so und nimmst diese Ängste und Trauer nur in dir wahr, weil es deine eigenen Emotionen sind - und deshalb auch mitleidest, Mitgefühl geht anders.
Zitat:Ich war nie ein Mensch der auf die Meinung anderer hörte.
Meine Eltern sind daran verzweifelt.
Ich habe immer mein Ding gemacht. Bisher bin ich damit gut gefahren.
Du machst dir selbst etwas vor, wenn du behauptest bisher gut gefahren zu sein, warum diese Kontrollen, Misstrauen, dieses Leid, was schon so lange Zeit in dir ist ?
Warum dann dein Verhalten deinem Mann gegenüber wenn du selbst so darunter leidest ?
Warum dann 2 Jahre Therapie ?
Du lebst in der Vergangenheit, als du glaubtest, dass da noch alles in Ordnung war,
wenn nur an der Oberfläche, was ist der Tiefe schlummerte ist dir schon lange bewusst und du spürst es jetzt mit voller Wucht.
Du hast 2 Jahre Therapie gemacht, was hat sie dir gebracht, an deinem Verhalten wegen deiner Verlustangst ist das nicht zu erkennen ?
Mein Eindruck ist, es kann mindestens nochmal solange dauern, bis ihr beide mit therapeutischer Unterstützung es vielleicht lernen könnt euch wieder zu vertrauen, zu respektieren und zu akzeptieren, eure eigene Geschichte aufzuarbeiten um eine gesunde Basis zu schaffen, von der aus das gemeinsame Ziel angesteuert werden kann. Schade, dass du seinen Auszug nicht ausgehalten hast um erstmal mit dir ins Reine zu kommen, deine Ängste zumindest mildern konntest, damit sie dich nicht immer wieder in alte Muster hineinziehen können und er dich damit auch nicht in seinen eigenen.
Ob ihr es noch schaffen könnt eure Ehe auf eine liebevolle, vertrauensvolle Basis zu bringen kann niemand von uns vorhersehen, es ist nichts unmöglich, dennoch wage ich es zu bezweifeln weil der Preis sehr hoch dafür sein kann, den du (ihr alle) für die Erhaltung deiner Ehe "zahlen" musst.
Möget die Liebe und nicht die Angst euch zusammen halten.