NoWords345
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Zitat von Brightness2:Was sind die Warnsignale, die ihr zu spät erkannt habt? Ich finde diesen Satz wahnsinnig spannend. Weil er das "wir" einschließt. Welches Warnsignal hast du übersehen, als dein Mann in der Ferne mit seinen Kolleginnen durch die Laken getobt ist. Was hast du im Wochenbett übersehen, als du allein mit eurem Neugeborenen zu Hause warst und er "aus Einsamkeit" eine monatelange Affäre angefangen hat. Kannst du das alles für dich abhaken und neu durchstarten?
Eine Fernbeziehung bringt viele Schwierigkeiten mit sich.
Man sieht sich in der Woche nur 2 1/2 Tage und diese Tage sind so voll, dass wenig Zeit für uns als Paar blieb. Mit den Jahren stiegen die Aufgaben: Selbstständigkeit, Hauptjob+ Minijobs, Haus, Hausumbau, Hochzeitsplanungen, Weiterbildungen beiderseits und zu guter Letzt ein Baby.
Er war mit vielen Dingen komplett überfordert. Wollte mir in der Zielerreichung nacheifern, vergaß dabei allerdings, dass es gar nicht seine Ziele waren. Sondern er dachte er müsste diese meinetwegen erreichen. Mir etwas beweisen. Oder mir gewisse materielle Dinge schenken müssen.
Dabei lege ich auf so etwas keinen Wert.
Es war einfach alles immer viel zu voll. Viele Aufgaben hingen an mir, was ich ihm dann wieder vorgehalten habe. Er hat sich dadurch schlecht gefühlt, auch weil er mich nie unterstützen konnte. Viele Feiern mussten ohne ihn stattfinden. Die meiste Zeit unseren gemeinsamen Leben waren wir getrennt voneinander.
Als dann das Baby kam, hatte ich eine neue Hauptaufgabe, während er die meiste Zeit nicht mitbekam und sich noch ungebrauchter fühlte. Er sah die Verbindung zwischen mir und unserem Kind, während er sich gefühlt noch weiter emotional entfremdete.
Natürlich habe ich versucht in mit einzubinden, aber immer wenn ich ihn brauchte war er nicht da. Und das hielt ich ihm wieder vor.
Teufelskreis.
In all diesen Abläufen gebe ich mir eine Mitschuld. Das hätten wir unterbinden müssen. BEIDE!