Jetti
Mitglied
- Beiträge:
- 1960
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 4459
- Mitglied seit:
Zitat von So-What:Ich denke, es ging ihnen einfach ANDERS. Es gab andere Strukturen. Ich sagte ja nicht, dass dies der Königsweg war. Und für mich wäre das sicher auch nichts. Aber sie wurden schon mal ganz anders erzogen.
Darüber habe ich noch ein wenig nachdenken müssen, und bin noch immer nicht zu einem - für mich - schlüssigen Ergebnis gekommen. Im Prinzip müsste man mal Menschen befragen, die davon betroffen waren.
Ich könnte mir vorstellen, dass es durchaus schwiergig war, zu wissen bzw. zu ahnen, der Partner hat eine Affäre. Aber da es kaum eine Chance gab, die Situation zu ändern (wirtschaftliche, gesellschaftliche Gründe.....) musste das akzeptiert werden, Weil schlicht und einfach nichts anderes übrig blieb. Die dabei entstandenen eigenen Gefühle wurden wohl unterdrückt und nicht hinterfragt. Schlimmstenfalls brach sich das an anderer Stelle Bahn, etwas gegenüber den Kindern.
Dieses nicht über Gefühle sprechen zu dürfen, wurde weitergegeben.
Beim Nachdenken darüber habe ich die Generation meiner Großeltern vor Augen. Und da betraf es wohl überwiegend Frauen, die zu akzeptieren hatten. Hätte ein Frau zur damaligen Zeit eine Affäre gehabt (wenn sie es sich den überhaupt getraut hätte), dann wäre der Ehemann nicht nur, nicht einverstanden gewesen, sondern dagegen vorgegeangen.
Da waren doch auch noch ganz andere Rollenbilder vorhanden.
Zitat von So-What:Und uns - auch mir - geht es heute in allen Lebensbereichen so gut, dass wir auch in der Partnerschaft nach Perfektion und bedingungsloser Liebe (was immer das heißen mag) streben. Und bei den meisten wird das auch nach außen so dargestellt.
Ja, vielleicht sind wir inzwischen über das Ziel hinausgeschossen.
Die Sicherheit fehlt, wie Du es am Beispiel der Fußballprofis beschreibst.
Einerseits ist so viel möglich, andererseits kann es plötzlich wieder vorbei sein. Die Menschen sind weitestgehend frei, ihr Leben zu gestalten, aber dadurch in gewisser Weise auch ruhelos.