Guten Morgen,
danke für die vielen Kommentare. Habe mit Einigem nicht gerechnet, kann aber damit umgehen.
Einige von euch sagten, hier würden Infos fehlen - klar - solch eine Geschichte ist natürlich wesentlich facettenreicher. Ich möchte das tun. Ich möchte noch mehr von mir und meiner Geschichte erzählen.
Ich bin seit 2017 psychotherapeutisch betreut. Damals ging es jahrelang um meine Kindheit - kurz: mein Kindheitsdasein bestand darin lieb, brav und hübsch zu sein. Meine Eltern haben mich nie für voll genommen und wollten schon immer gern meine Entscheidungen treffen.
Meinen Mann lernte ich 2004 im Studium kennen. Er war anders, besonders, interessant. 2010 waren mein Mann und ich (damals noch ohne Kinder) in einer Krise. Er wollte Familie gründen, ich arbeiten. Wir gingen zur Paartherapie. Wir arbeiteten zwei harte Jahre an uns und es ging uns zwei Jahre nicht gut dabei. 2013 atmeten wir durch. Wir hatten es offensichtlich geschafft.
In meinem Lebensentwurf kam weder Scheidung, noch Betrug, noch Patchwork vor. Für mich stand fest, um meine Ehe zu kämpfen.
2015 kam unsere Tochter, 2018 unser Sohn, 2021 unsere 2. Tochter (Ja! Damals war ich schon verliebt.). 2018 haben wir den Hof mit unseren Freunden gekauft. Ein für mich immer noch ganz, ganz tolles Konzept. Ich habe es geliebt und vermisse es sehr.
Ja, mein Mann und ich sind im Alltag gelandet. Richtig. Leider sind wir beide aber so gestrickt, dass wir in solchen Lebensumständen völlig unterschiedlich ticken. Er zieht sich bei Problemen und Konflikten zurück. Macht alles mit sich aus. Spricht nicht. Ist tagelang unterschwellig schlecht gelaunt. Lässt seine Familie das spüren. Er macht es nicht mit Absicht, aber ändern kann er es auch nicht. Das ist er! Ich hingegen bin höchst emotional, auf Kontakt, Nähe und Kommunikation angewiesen. Mein Mann war ähnlich bevormundet wie meine Mutter zu mir. Eigentlich wusste er immer besser als ich, was ich bräuchte.
Zudem spürte ich natürlich unterschwellig, dass er eben nicht meine große Liebe sei. Ja, was ist Liebe?! Deshalb war es auch ok für mich. Mein Leben war toll! - Wunderbare, gesunde Kinder, mein Mann, der mir auch mal den Rücken freihalten konnte, meine Freunde mit uns gemeinsam auf unserem Hof.
Und dann schlägt die Liebe eben doch zu. Mein AM trägt sein Herz auf der Zunge. Er kann weinen, Themen und Probleme ansprechen, diskutieren und klären.
Unterschätzt habe ich die negative Energie einer Affäre. Kennt ihr den Podcast von Melanie Mittermaier. Sie hat mir (leider erst kürzlich) etwas die Augen geöffnet.
Ich möchte nicht weiter auf meinen AM und meine Zeit mit ihm eingehen. Es sei denn, es wird von euch gewünscht.
Ich möchte euch noch sagen, dass ich zu meiner Psychotherapeutin bereits vor Beginn der Affäre Kontakt aufgenommen habe, um Schlimmeres zu verhindern. Leider war sie zu der Zeit arbeitsunfähig und die Dinge nahmen ihren Lauf. Meine Psychotherapeutin begleitete mich durch meine Affäre.
Und ja, das Angebot meines Mannes war groß im Sommer, als ich ihm meine Affäre gestand.
Vieles, was von Frühherbst bis Spätherbst passierte war dann durchaus nachvollziehbar, aber auch furchtbar. Mein Mann hat mich einzigst beschimpft und verhöhnt. „Du bist ekelhaft“ hat er mir 3x leise ins Ohr geflüstert. „Wir rationalisieren dich weg. Als wärst du nie da gewesen.“ hat er gesagt. „Besuchsmutti wirst du.“ - all das in einer Situation, in der ich ihn angefleht habe, uns eine Pause zu geben, weinend förmlich vor ihm zusammengebrochen bin. Er sagte in der Situation selbst von sich, er sei ganz bei sich. Ich habe meinen Mann über Wochen immer wieder gebeten, mich nicht mehr zu beschimpfen. Er ist regelmäßig abends, als die Kinder schliefen, ausgerastet.
Mein Mann hat mich bedrängt, angefasst und mit einer Kamera überwacht. Er teilte mir das Geld zu und lässt mich im öffentlichen Leben mit gesperrten Karten auflaufen.
In diesen Monaten war ich ganz allein. Nur mein mehr oder weniger zerrissener AM war an meiner Seite. Meine Freundin vom Hof wirft mir vor, ihr Leben maßgeblich verschlechtert zu haben. Ihr Mann wirft mir vor, dass eine Mutter dreier Kinder ihre Bedürfnisse IMMER hinter ihre eigenen stellen MÜSSE. Alle anderen Freundinnen haben wenig Verständnis für mich und haben sich früher oder später mit den Worten „Du bist schuld.“ „Sowas macht man nicht.“ von mir abgewandt.
Und zuletzt: Meinen Kindern ging es trotz der Umstände während meines Klinikaufenthalts gut. Sie wussten, wo ich bin, dass es mir gut geht und ich wiederkomme. Sie waren in ihrem Umfeld und mein Mann hat sich ganz hervorragend um sie gekümmert. Er ist ein toller Vater! Schon immer gewesen.
Ich konnte mit meinen Kindern nicht Weihnachten feiern, weil mir schlichtweg die Räumlichkeiten fehlten. Ich hatte meine Wohnung noch nicht. Dass ich nach Hause komme, wollte mein Mann nicht. Und ich wollte ihm kein falsches Signal senden. Zu meinen Eltern konnte ich ebenfalls nicht gemeinsam mit meinen Kindern. Das Verhältnis ist schwierig. Ich war in einer Ferienwohnung. Mein AM hat ein Weihnachten mit mir seinen Kindern vorgezogen, um für mich da zu sein.
Und: Warum feiere ich mit AM und Kindern Silvester? Er ist schon seit Jahren präsent für meine Kinder. Die sechs Kinder (zumindest vier) kennen sich gut und sind befreundet. Da kennt man eben auch den Vater gut. Seit Jahren gehen die Kinder bei uns und ihm ein und aus. Und ja, ich habe ihn als meinen neuen Freund meinen Kindern vorgestellt. Das war ein Fehler!
So. Das war jetzt lang…
Liebe Grüße