Gast17
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das ist ein ganz schönes Brett, was du da auf die Mütze bekommen hast... Du tust mir richtig leid und ich kann nachvollziehen, wie du dich im Moment fühlen musst.
Ich fasse zuerst nochmal kurz zusammen:
- Ihr kennt Euch "schon immer" und seid auch "schon immer" zusammen. Habt vorher jeweils nie einen anderen Partner gehabt.
- Ihr habt zwei schulpflichtige Kinder zusammen.
- Vor drei Jahren hat deine Frau dir mitgeteilt, dass sie keine Gefühle mehr für dich hat.
- Ihr schlaft seit drei Jahren getrennt, hattet noch S. (so lese ich das indirekt raus), aber ein Kuscheln, was ja genaugenommen viel mehr bedeuten kann als die reinige s.uelle Triebbefriedigung, gab es nicht mehr.
- Jetzt hat sie sich offiziell getrennt (oder auch nicht, denn warum wollt ihr noch bis Weihnachten weitermachen?)
Es ist jetzt müßig darüber zu diskutieren, warum es so kommen konnte. Hier im Forum gibt es unterschiedliche Fraktionen, die so einen Anziehungsverlust gerne begründen. Eine Fraktion zum Beispiel kommt aus der Männlichkeitsbewegung/Pickup, die grundsätzlich alles damit begründet, dass der Mann sich zu sehr weichspülen hat lassen, keine Herausforderungen mehr für die Frau war, ihr mehr und mehr nach dem Mund geredet hat und dergleichen. Was bei Euch die Gründe waren, ist aktuell auch nicht wichtig. Das weißt nur du und mittelfristig kannst du dir da Gedanken darüber machen und falls notwendig daran ansetzen und an dir arbeiten.
Im Moment hast du für solche Gedankenspiele aber keine Zeit und keinen Kopf. Halte dich nur an die Fakten. Und diese sind, dass deine Frau nicht mehr will. Warum ist aktuell egal und es ist auch egal, ob du es nachvollziehen kannst oder nicht. Du schreibst:
Zitat von Albi:21 Jahre wegwerfen? Kann es nicht verstehen.
Das ist kein Wegwerfen, denn diese Jahre waren echt, nicht gespielt. Außerdem ist es einfach so, wie es ist. Ob du das verstehen kannst ist egal. Ob deine Frau einen Neuen hat, ist - so unglaublich es klingen mag - auch egal. Sie hat sich von dir getrennt, will ihre Zukunft ohne dich und mit einem anderen Mann gestalten. Je eher du das begreifst, desto besser für dich.
Was du jetzt tun kannst:
- Ich würde mir von einem Arzt Antidepressivum verschreiben lassen. Die die es heute gibt, haben kaum/keine Nebenwirkungen, lassen sich problemlos wieder absetzen, aber sind für solche Fälle sehr wirksam, da sie den Serotoninhaushalt im Gehirn wieder richten. Das hilft dir, über die schwerste Zeit zu kommen. Bis sie zu wirken beginnen, dauert es etwa zwei Wochen.
- Informiere deine Familie und gute Freunde. Du brauchst sie jetzt.
- Falls du es irgendwie schaffst, lass dir einen Termin beim Anwalt geben. Das hat zwei Vorteile. Erstens von rein fachlicher Seite her. Du lernst über deine Rechten und Pflichten, was Scheidung, Kindesunterhalt und dergleichen betrifft. Zweitens macht es die Sache für dich realer und greifbarer. Was genau ich meine, spürst du spätestens dann, wenn du im Anwaltszimmer sitzt.
- Und jetzt die Kür (nur für Erwachsene): Das Beste, was du jetzt tun kannst, ist deine Frau SOFORT zu verlassen. Es den Kindern JETZT zu sagen, und entweder selbst auszuziehen, oder sie rauszuwerfen (ich weiß nicht, wie bei Euch genau die Eigentumsverhältnisse geregelt sind). Mir erschließt sich nicht, warum du/ihr noch bis Weihnachten warten willst/warten wollt. Das macht es nicht besser. Es ist nur eine (weitere) Deadline. Wenn Weihnachten da ist, ist es auch nicht besser oder einfacher, diese Schritt zu tun. Dann kommt nämlich als nächstes Silvester, dann kommt diese und jenes und die Geschichte kann zur never ending Story werden (was für die Kinder im Übrigen noch schlimmer ist). Ich würde aus Selbstschutzgründen diesen Schritt des "sofort richtig Schlussmachens" gehen bzw. ihn zumindest zu gehen versuchen.
Als Nebeneffekt könnte damit eintreten, dass deine Frau sich wieder mehr zu dir hingezogen fühlt, weil du deinen Mann stehst und nicht mehr alles mit dir machen lässt - so wie es genaugenommen die letzten drei Jahre ja der Fall war. Darauf spekulieren würde ich jedoch nicht. Ich denke eher, dass der Ofen aus ist. Und wenn man es mal andersherum betrachtet, ist es eigentlich eh ein Wunder, dass es bei Euch überhaupt so lange gehalten hat. Es ist nämlich mehr als unüblich, dass man ein ganzes Leben lang nur einen einzigen Partner hat. Es kommt fast zwangsläufig bei mindestens einem von beiden (meist beim Stärkeren, wie auch immer man das genau definieren will) früher oder später das Gefühl auf, noch nicht richtig gelebt zu haben und noch mal etwas anderes in seinem/ihrem Leben ausprobieren zu wollen.
Ich wünsche dir viel Kraft und es ist gut, dass du hier darüber schreibst.