Also ehrlich Jungs (@Polarstern und @Schwedus), eigentlich wollte ich mir vor dem Schlafen gehen noch eine Mütze Mut und Trost für den heutigen Tag holen, das klappt heute dann mal nicht so gut. Und wie bitte schön soll man als frisch verlassene Frau den Satz verstehen, dass die interessanten Frauen so in ihrer Persönlichkeit gefestigt sind, dass sie in einer glücklichen Partnerschaft leben?
Aber jetzt ernsthaft, @Polarstern Du schreibst so schöne Texte, aufmerksam, reflektierend, Deinen Gegenüber mitnehmend, mit Humor (Autobahn) und wunderschönen Bildern (Sternenstaub - das wusste ich übrigens noch nicht und ich finde diese Metapher berührend), Du bekommst hier jede Menge Komplimente (auch von Frauen) und Danke-Herzen, da kannst Du ja wohl nicht so verkehrt und sozial/Frauen inkompatibel sein. Außerdem hat die Natur es so eingerichtet, dass es für jeden Menschen nicht nur einen passenden Partner, sondern mehrere gibt.
Ich vermute mal, Du möchtest vielleicht zu schnell zu viel und das mit der Garantie, dass die nächste Beziehung unbedingt von Beginn an klappt. So funktioniert das aber leider nicht (oder nur sehr selten).
Je mehr ich von Deiner Geschichte lese, um so fassungsloser werde ich. Wie berechnend, selbstsüchtig und skrupellos können Menschen sein. Das verstehe ich einfach nicht und will es auch gar nicht verstehen. Ich glaube nicht, dass Du von Deiner Expartnerin wirklich eine ehrliche Antwort bekommen wirst, woran Eure Beziehung gescheitert ist. Weil das nämlich auch hieße, dass sie sich auch mit ihren eigenen Unzulänglichkeiten auseinander setzen muss. Niemand denkt gern über eigene Fehler nach und gibt diese zu (ich ziehe mich da ausdrücklich an meiner eigenen Nase), das ist unangenehm und tut weh. Wenn Du ganz tief in Dich hinein hörst, brauchst Du ihre Antwort wirklich? Im Grunde kennst Du die Trennungsgründe ja.
Ja, im Rahmen einer (so häßlichen) Trennung geht viel Vertrauen in Partnerschaften generell und auch in sich selbst verloren. Meine Vorgeschichte ist Deiner gar nicht so unähnlich. Wenn ich meine wirklich
ernsthaften Beziehungen zusammen zähle, benötige ich dafür genau einen Daumen. Wir haben uns zu Studienbeginn (haben auch das Gleiche studiert) kennengelernt und praktisch alle wichtigen Schritte im Erwachsenenleben zusammen getan. Er war meine engste Bezugsperson und der Mensch, der am meisten von mir weiß. Da bleibt erstmal eine riesengroße leere Stelle zurück - das geht uns wohl allen so. Und es macht mich unendlich traurig und nachdenklich, dass wir es zwar geschafft haben, Gegenstände fair zu teilen, aber nicht genug Achtsamkeit, Respekt und Fürsorge für uns hatten. Letztendlich sind wir an uns gescheitert, an unserer mangelnden Kommunikationsfähigkeit, an Kompromissen, die auf Dauer offensichtlich nicht wirklich akzeptabel für beide waren, Gewöhnung, Selbstverständlichkeit und seiner fehlenden Empathie. Das ist schon alles sehr schade.
Im Übrigen bin ich gar nicht edel oder groß. Ich bin ein Mensch mit Ecken und Kanten (ganz schön vielen Ecken und Kanten). Ich glaube aber, dass uns gerade auch unsere Makel und Schwächen (außer denen, die andere verletzen oder klein machen) menschlich und zu etwas Besonderem - Individuellem machen. Es wäre doch ausgesprochen langweilig, wären alle Menschen gleich oder perfekt.
Ich denke auch nicht, dass Du Deine Geschichte verdrängst, sonst wärst Du nämlich nicht hier im Forum und würdest so offen über Dich schreiben. Verdrängung wäre aus meiner Sicht auch der falsche Weg, irgendwann holt es Dich ja ohnehin ein, da kann man auch jetzt schon mal mit der Verarbeitung anfangen. Ich habe da auch noch ein passendes Zitat von Oskar Wilde: "Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, ist es auch nicht das Ende."
Ich hab dann auch noch das Gegenzitat, das ist übrigens der Lieblingsspruch meines Quasi-Ex-Schwiegervaters (gilt für alle Frauen): "Weiberlist ist Satanslist."
Zum Schluss noch etwas zu Deiner Partnersuche. Ich finde das ein bisschen widersprüchlich: Du beschreibst Deine potentielle Traumfrau mit Eigenschaften (die ich alle unterschreiben würde) und nicht mit Äußerlichkeiten, Dich selbst als introvertiert und schüchtern (ich vermute mal schüchtern "nur" im persönlichen Kontakt von Angesicht zu Angesicht, denn hier im Forum bist Du kommunikativ und gehst offen auf andere zu) und baust auf die Liebe auf den ersten Blick. Wie aber kann man nur vom ersten Ansehen wissen, welche Eigenschaften, Interessen, Wünsche, ein anderer Mensch hat, wieviel Güte, Liebe, Großzügkeit, Wärme, Empathie, Humor ... in ihm/ihr stecken? Was, wenn Deine Seelenverwandte genauso schüchtern und introvertiert ist wie Du, dann schaut Ihr Euch mal kurz an, keiner traut sich was zu sagen und Ihr geht aneinander vorbei. (Das wäre dann ein klassischer Fall von dumm gelaufen.)
Ich persönlich glaube nicht an die Liebe auf den ersten Blick, ist mir zum Einen nie passiert, zum Anderen bin ich nicht unbedingt eine gute Menschenkennerin und habe mich schon sowohl zum Positiven, als auch Negativem in Menschen geirrt. Seitdem versuche ich, mir Zeit zu lassen, um den anderen kennenzulernen. Das ist ja auch das eigentlich Spannende.
Übrigens bringe ich mir seit einigen Jahren immer ein bis zwei größere Steine aus dem Urlaub mit und lege sie in meinen Garten. Dabei geht es mir nicht um geologische Besonderheiten (das Adjektiv zu Mineral fällt mir jetzt nicht ein), ich nehme mir so ein Stück weite Welt, Abstand und Urlaub mit in meinen Alltag. Geht jetzt leider erstmal nicht mehr, weil ich kein Auto mehr habe und im Handgepäck wird es dann doch zu schwer.
Schlaft @alle gut,
Rosalie7
PS: Also dieser "Gefällt mir"-Button lässt sich bei mir irgendwie nicht anklicken.? (Und ich möchte jetzt keine blöden Kommentare, von wegen Frauen und Technik, lesen.)