PaulSafari
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ich freue mich tatsächlich, dass es 'Gleichgesinnte' gibt, auch wenn das Thema so schrecklich ist.
Ich brauchte Euren Rat, Eure Unterstützung, und daher gehts gleich los:
Meine Frau und ich sind 7 Jahre verheiratet, sie ist 37, ich 46. Wir haben zwei tolle Jungs, 4 und 6 Jahre alt. Kennengelernt haben wir uns vor 14 Jahren, bei einem Theaterworkshop. Die ersten dieser Jahre waren wir sehr gute Freunde, gaben uns Rat bei den jeweiligen Partnerproblemen des anderen, sind zusammen ausgegangen, ab und an auch schon ins Bett, und wir haben sogar mit ihren Eltern zusammen Urlaub gemacht. Auch relativ häufig. Ihre Eltern gehören zu der Sorte Eltern, die eigentlich niemand hat: sie sind locker, gehen auf Parties, sind junggeblieben, und vor allem vorwurfsfrei und beruflich extrem erfolgreich.
Irgendwann 2002 hats dann zwischen ihr und mir richtig gefunkt und wir sind zusammengekommen. Ich zog aus meiner Wohnung zu ihr, und wir haben letztlich 2005 geheiratet. Ich habe vor der Hochzeit einen Ehevertrag unterschrieben, der von ihr (ihren Eltern) veranlasst war: Gütertrennung und Erbschaftsverzicht von mir. Damals hieß es, aus Schutzgründen vor dem Sozialamt, weil meine Eltern nicht wohlhabend sind, keine bzw. kaum Rücklagen haben und zu befürchten stand bzw. noch steht (mein Vater lebt noch), dass er mal Pflegefall wird und die Kosten dafür das Sozialamt auch von mir sehen will.
Ihre Familie vertritt die Philosphopie „Alles für die Kinder“. Und daher war auch irgendwie völlig klar, dass jeder in dieser Familie das Eigentum und Vermögen für seine Nachkommen schafft – ist ja auch normal, man darf sich selbst dabei aber auch nicht übersehen.
Ich hatte vor dem Unterschreiben dieses Vertrags schon Bauchschmerzen, hatte mir aber gesagt: „Komm schon, vertrau dem Ganzen doch, sie meinen es gut mit mir“ und habe mir also meine Vorteile auch aus- bzw. schöngerechnet.
Die gemeinsame Wohnung gehörte zum Einzugszeitpunkt schon ihr (Schenkung durch die Eltern). Dann kauften und renovierten die Eltern ein Wohnhaus im Süden Münchens, was damals von uns kaum zu stemmen gewesen wäre. Mit der Geburt des erstens Sohnes zogen wir in dieses Haus ein. Damit jeder seine beruflichen Chancen wahrnehmen kann und ich auch bei den Kindern sein kann (der zweite Sohn wurde 1978 geboren), arbeite ich seitdem in Teilzeit (zuerst 50%, jetzt 75%). Mein Frau ist selbstständige Trainierin und dort auch zunehmend sehr erfolgreich.
Sie bezahlt seit 2005 die Miete für das Haus an ihre Eltern (1500 Euro), die wiederum das Haus abbezahlen. Meine Frau wird das Haus erben. Ich habe dafür das Geld, das ich verdient habe, in Handwerkerkosten für das Haus und ihre Wohnung gesteckt – immerhin knapp 100.000 Euro in den letzten 7 Jahren.
Vor zwei Jahren kauften meine Schwiegereltern auch das Nachbarhaus, renovierten es und zogen in dieses um. Unser Haus und ihr Haus sind seitdem mit einer Tür in den Küchen verbunden. All diese Entscheidungen habe ich mit wehenden Fahnen mitgetragen, wir hatten uns bis dahin eigentlich sehr gut verstanden.
Und mit diesem Frühjahr kam ein zusätzliches Dilemma: Meine Schwiegereltern besitzen auch schon ein Haus unweit unseres Hauses, und die zweite Haushälfte, die sie bisher nicht besaßen, wurde frei. Letzten Endes haben diese zweite Hälfte nun meine Frau und ihr Bruder gekauft. Als ich gesagt habe, da meine Frau und ich doch ein Paar sind, soll sich das auch im Grundbuch widerspiegeln. Das wollten jedoch meine Schwiegereltern und somit auch meine Frau nicht. 'Das wäre bei einer Trennung schwer auseinanderzufieseln'. Daraufhin wurde unser gemeinsames, angespartes finanzielles Vermögen geteilt, damit sie ihr Anzahlung für das Haus leisten kann und ich mir Rücklagen bilden kann.
Zu der Zeit fiel auch die Bemerkung, dass ich doch im Falle einer Trennung mein Einkommen habe. Und was ich in den letzten Jahren bezahlt habe, wäre mit der Miete, die meine Frau gezahlt hat, abgegolten.
Kurzum: ich habe Anspruch auf nix, stehe nirgends drin, und wenn wir uns, aus welchem Grund auch immer, trennen sollten, ist auch völlig klar, dass ich mein Köfferchen packen und gehen darf. Das hat letztlich auch ein Rechtsanwalt bestätigt, und ich bin aus allen Wolken gefallen. Immer wieder habe ich meiner Frau und den Schwiegereltern gesagt, dass sie doch verstehen müssten, dass ich eine Familie aufbauen will, aber jeder Elternteil auch ein Recht darauf hat, sich etwas eigenes aufzubauen. Aber sie sind da überhaupt nicht empathisch. Meine Frau sagt da kalt, sie kann sich nicht in meine Situation versetzen.
Die 'Lösung' war dann im Juli dieses Jahres, dass meine Frau und ich einen festen Betrag in die nun gemeinsame Kasse einzahlen und die familiären Sachen nun aus dieser Kasse bezahlt werden. Handwerkerrechnungen werden davon nicht beglichen, es sei denn, es sind sozusagen normale 'Mietnebenkosten'. Ich soll meiner Frau einen Mietanteil bezahlen (was ich auch mache), damit es 'gerecht' zugeht, und jeder kann mit dem Geld, was ihm bleibt, machen was er will. Ich häufe seitdem nun meine Penunzen an, um mir mein Alter abzusichern bzw. mir eine Wohnung zu kaufen für den Fall, dass es tatsächlich auseinander gehen könnte. Ich fühle mich in meiner 'neuen' Rolle als Partner und Vater in dieser Familie nicht mehr glücklich, blase seit dem Frühjahr Trübsal und weiß nicht, wie ich mich so lockern kann, dass ich wieder glücklich bin.
Meine Frau und die Schwiegereltern machen mir seitdem ziemlichen Druck: ich soll endlich aufhören, ein Opfer zu sein, und seit September erhöht sich bei mir der gefühlte Druck: meine Frau ist ja Kommunikationsstrainerin und seit Jahresanfang so richtig in die Firma ihrer Mutter (meiner Schwiegermutter, seit 40 Jahren u.a. auch Paartherapeutin) eingestiegen, dh. sie machen auch viele Seminare zusammen. (Überhaupt bezeichnen sie sich als beste Freundinnen, so dass es auch klar ist, dass alles, was ich mit meiner Frau bespreche, auch bei meiner Schwiegermutter landet. Meine Schwimu hält sich zwar aus unseren familiären Sachen raus (sagt sie zumindest), aber es ist klar, dass sich meine Frau jeden denkbaren Rat bei ihr holt.) Und im September hat meine Frau mit der Schwimu einen 5-Tages-Intensivworkshop gegeben. Dann kam sie heim, und ich dachte, man, langsam wird das Leben wieder normal, aber zwei Wochen später sagte sie mir nachts (ich kam gerade geschäftlich aus Hannover heim), dass sie sich emotional von mir entfernt hätte, sie generell keine Lust mehr auf Sex habe. Ich habe sofort gefragt, ob da ein anderer im Spiel sei, aber sie verneinte.
Um es kürzer zu machen: ich wurde meinen Verdacht nicht los und checkte ihren Verbindungsnachweis, wo rauskam, dass sie quasi Dauerkontakt mit einem Typen hatte, der Teilnehmer auf diesem Seminar war, und mit dem sie nächstes Jahr ein Seminar zusammen halten will. Ich wurde so richtig eifersüchtig, stellte sie zur Rede. Zuerst war es eine geschäftliche Beziehung, dann geschäftlich freundschaftlich, dann gab sie zu, dass sie beim Seminar 'geflirtet' hätten (was auch immer das heisst), aber er sei in dieser (unserer) Krise so eine Art freundschaftlicher Berater. Am letzten Wochenende war er wieder Teilnehmer bei einem Seminar meiner Frau hier in München, und vorgestern sagte sie mir, sie hätten wieder geflirtet und es gab wohl ein 'Abschiedsküsschen'. Meine Schwiegereltern waren z.T. auch dabei und sind wohl 'eingeweiht'. Anyway, das alles tut meinem sehr angeschlagenen Selbstbewusstsein nichts Gutes. Meine Frau kommt immer wieder damit, dass sie eigentlich schon entschieden habe, getrennt zu sein, aber sich so richtig nicht traue. Noch vertraue ich ihr, dass wirklich nicht mehr mit dem Typen ist. Und letztlich geht es ja nicht so richtig darum. Es geht darum, dass ich mich in dieser Familie nicht mehr beschützt und aufgehoben fühle. Vielmehr darf ich am langen Arm hängen und versuchen, wieder locker zu werden, damit mich alle wieder mögen.
Meine Frau ist der Meinung, sie habe von Anfang an klar gesagt, was sie will (das Haus, die Kinder, die Schwiegereltern nebenan) und will daran auch nichts ändern, und ich sage, ich will eine eigene Familie aufbauen und nicht einfach nur das System kopieren, das sie kennt (das schließt meiner Meinung nach ja gar nicht aus, dass wir das Haus verlassen müssen). Ich solle an meinen Problemen arbeiten und gehe auch schon seit ein paar Wochen zu einer Psychotherapeutin. Sie will von einer Paarberatung bisher nichts wissen, weil sie so etwas a.) gar nicht braucht und b.) es so viele schlechte Therapeuten gibt.
Ich sehe die Dinge momentan so schlecht, dass ich an Selbstmord denke (bitte einfach so hinnehmen und mir nicht ausreden, für mich ist so etwas tatsächlich eine Alternative), weil ich die Jungs, das tägliche Leben mit ihnen und letztlich meine Frau, deren schöne Seiten ich nach wie vor liebe, nicht verlassen will (die Jungs sind auch ein richtiger Hinderungsgrund für Selbstmord). Meine Frau schwankt seit Wochen zwischen 'für mich sind wir eigentlich schon getrennt' und 'versuchen wir es noch etwas'. Ich bin seit Wochen dabei, die Wogen zu glätten und von den Optionen zu sprechen, die uns noch bleiben: meine Therapie, Ruhe reinbringen, respektvoll sein, Klarheit finden, die Vergangenheit zu begraben usw.
Es ist sogar so weit, dass ich heute beim Abholen meines großen Jungen im Auto einen echten Heulanfall bekommen habe. Ich musste eine Extrarunde drehen, um mich da in den Griff zu bekommen. Ich habe mich richtig richtig schei. gefühlt, dann mit verquollenem Gesicht meinen Jungen zu holen und ihn heimzubringen. Er hat nicht nachgefragt, aber die Jungs bekommen unser Problem ja mit. Es ist einfach schlimm für mich. Als Mann schrumpfe ich grade total, und klar, in dieser Situation werde ich auch für meine Frau immer uns.ier. Es ist wie eine Spirale.
Ich schaue mich schon nach Wohnungen um, obwohl ich das gar nicht will.
Als ob sich eine Schlinge zuzieht. Ich kann nicht mehr. Bin nahezu dauerkrank. Bekomme hier keinen Trost, keine familiäre Unterstützung. Einzig meine Lieblingsschwester per Mail und Telefon, deren Leistungsfähigkeit auch in den letzten Wochen ziemlich strapaziert wurde.
Deshalb wende ich mich an meine 'Artgenossen' hier im Forum. Ich brauche Eure Unterstützung, Eure Hilfe, Eure Tipps.
Was könnt Ihr mir in dieser Situation raten? Gibt es in München so eine Art 'Männerhaus', in das man für ein paar Tage fliehen kann? Gibt es überhaupt eine Chance für uns?
Was mache ich, wenn es von heute auf morgen tatsächlich vorbei ist?
Wie komme ich damit klar, dass meinen Jungs ein neuer 'Zweit'-Vater präsentiert wird?
