Was für ein Tag! Mein NM war heute hier und hat noch was aus der Wohnung mitgenommen, was ihm wichtig ist. Ich bin wirklich froh, dass jetzt wieder etwas von ihm verschwunden ist, zumal jetzt das Wohnzimmer schon anders aussieht. Und schon wieder ist hoffentlich ein kleiner Schritt in die Richtung gemacht, ihn loszulassen, einfach weil er in der Wohnung immer mehr Präsenz verliert.
Leider schaffe ich es in solchen Situationen nicht, mich emotional zurückzuhalten. Ich ärgere mich so darüber, dass bei mir schon wieder die Tränen in seiner Gegenwart gekullert sind. Denn umso mehr Präsenz er hier verliert, umso endgültiger wird es. Das schmerzt richtig. Aber ich ärgere mich so, dass wir dann ins Gespräch gekommen sind und ich auch noch ehrlich zu ihm war und sagte, dass ich diese Hoffnung noch nicht ganz aufgeben kann

Er erwiderte dazu, dass er sich sehr bemüht, mit seinen Handlungen und Antworten bei mir keine Hoffnung auszulösen. Da hat er ja auch recht, denn seine Handlungen und Worte sind so, dass man daraus keine Hoffnung schöpfen kann. Und er hat auch danach nochmal gesagt, was er vom Keller noch alles mitnehmen möchte. Deutlicher kann er ja schon gar nicht mehr werden.

Ich habe ihm gesagt, dass das eine Sache ist, an der ich arbeiten muss, da nichts hineinzuinterpretieren, das aber noch nicht so gut könne, einfach weil ich es so nicht akzeptieren kann.

Jetzt stehe ich da wieder wie so ein bedürftiges Opfer, dass ihm auch noch zeigt, dass ich ihn immer noch irgendwie toll finde.
Diese Emotionen und "Ehrlichkeit" überrennen mich in solchen Situationen immer, sodass ich mich nicht richtig unter Kontrolle habe, bis die Situation vorbei ist. Wie kann man sowas lernen? Ich will nicht vor ihm weinen und ihm das Gefühl eines goldenen Esels auf dem Podest zu geben. Ich habe mich vor ihm wieder so klein gemacht, so viel kleiner als eigentlich nötig! Warum kann ich da nicht einfach nur stark erscheinen und meinen Gefühlen dann freien Lauf lassen, bis er gegangen ist?
Mein Programm für morgen wird definitiv sein: seinen Kleiderschrank komplett ausräumen, Schuhe und sonstige Dinge des täglichen Bedarfs in Kisten zu packen und ab damit in den Keller.
Zitat von keepsmiley:Mein NM sagt ihm immer wieder, dass er sich jederzeit an ihn wenden kann, er wird sich aber nicht aufdrängen oder Besuchszeiten abfordern.
Na immerhin bietet er es eurem Sohn an und vermittelt ihm das Gefühl, dass er ihm nicht egal geworden ist. DAss dein Sohn da grade keine Lust drauf hat, insbesondere wenn das Verhältnis vorher schon nicht so innig war, kann ich mir vorstellen.
Zitat von keepsmiley:Ich denke meinem NM wird erst jetzt klar wie weit er sich von seinem eigenen Sohn entfernt hat.
Das ist gut möglich. Man merkt immer erst dann, was man hatte, wenn man es verliert bzw. verloren hat.
Für deinen Sohn hoffe ich, dass er sich seinem Vater wieder annähern kann und sein Vater wirklich immer für ihn da ist, wenn er ihn brauch.