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Eheaus nach Frendverlieben

Emba


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Hallo Rheinländer,

danke für deine Nachricht. Wie geht es dir?

Meine Projekte laufen nach wie vor. Ich bin immer noch auf der Suche nach einem Fahrzeug, um es zu einem Camper auszubauen. Hatte mir zwischenzeitlich ein paar angesehen, aber es fällt mir schwer, eines auszusuchen, weil ich nicht viel Ahnung von Autos habe und worauf ich genau achten muss. Bekomme zwar Tipps, aber möchte auch nicht die Katze im Sack kaufen. Ex hatte angeboten mitzukommen, um eine Probefahrt zu machen. Bis er dann Zeit hat, sind sie meistens schon weg und Corona macht es auch nicht einfacher. Aber irgendwann finde ich schon eins.

Im Oktober fange ich ein Fernstudium an und freue mich schon darauf. Endlich mal wieder eine geistige Herausforderung. Der Hospizkurs geht recht schleppend voran. Das finde ich schade, aber so ist es nunmal.

Die Zeit um Ostern hatte mich nochmal ziemlich zurückgeworfen. Mein Sohn hatte da auch Geburtstag und ich konnte mit ihm nicht mit der Familie feiern. Den Geburtstag an sich schon, aber bei zwei "Familienfeiern" und Ostern war ich nicht dabei, sondern da hatte Next mit ihm gefeiert und das hat in mir ziemlich viel Wut und Neid ausgelöst. Wut, weil ich das alles ungerecht fand, dass er das erlebt, obwohl ich es mir nicht ausgesucht hatte und Wut, weil ich mich so darüber aufrege. Habe mich nach den Feiertagen nochmal ein bisschen in meine Trennungsbücher eingelesen und danach ging es mir deutlich besser. In dem Buch stand drin, dass es um die drei Jahre dauert, bis man die Wut dann langsam ablegen kann und so eine Trennungsverarbeitung einfach auch eine ganze Zeit dauert. Unsere Trennung ist im Juni zwei Jahre her, also bin ich da noch voll im Rahmen. Mir ist klar, dass Statistik nicht entscheidend ist, sondern nur ein Mittel, aber es hat mir geholfen, dass das, was ich fühle, ganz normal und ok ist.
Diese Wutschwankungen begleiten mich auch nach wie vor, wenn auch nicht über mehrere Tage. Aber das Gute daran ist: ich habe nicht mehr das Bedürfnis, auf alle seine Nachrichten zu reagieren. Damit komme ich das erste Mal gut zurecht. Ich deute das mal als Zeichen dafür, dass die Loslösung nochmals weitergeht.

Mein Sohn hatte vor Ostern zweimal geäußert, dass er nicht mehr auf der Erde sein möchte. Er begründete das mit "Egal, wie sehr ich mich anstrenge, so zu sein, wie andere es möchten, ich schaffe es einfach nicht. Ich bin ein Nichtsnutz." Er schlief abends erst sehr spät ein und machte sich ziemlich viele Gedanken. Wir haben dann entschieden, ihn in der Notbetreuung anzumelden, damit er wieder unter Kinder kommt. Seither geht es ihm besser und ist auch wieder fröhlicher. Seit dieser Woche geht er zur Psychotherapie, da auch nach Rücksprache mit dem Kinderarzt, dass unserer Meinung nach nötig ist, um zu sehen, wo das herkommt und wie man ihm helfen kann.

Ansonsten läuft es mit Ex so wie immer.

Schönen 1. Mai und ganz viele Grüße
Emba

Gerade eben • #391




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