Emba
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@Ex-Mitglied
Ich habe gestern nach deinem Beitrag direkt ein Konto für mich eröffnet (bislang verfüge ich über kein eigenes). Jetzt muss nur noch ein Anwalt gefunden werden, der die Kostenverteilung während des Trennungsjahres berechnen kann.
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Meine starken Emotionen beschäftigen mich sehr (insbesondere Wut und Trauer). Daher habe ich mir mal gestern und heute ein paar Gedanken gemacht, was mich eigentlich grade so unberechenbar im Hinblick auf Emotionen macht. Dabei sind mir folgende Punkte eingefallen:
Ich bin wütend auf meinen NM, weil
- er nicht für unsere Ehe gekämpft hat, obwohl er angeblich noch Gefühle für mich hat;
- er mich in den letzten Monaten sooft angelogen, betrogen und verletzt hat, nur weil es ihm wichtiger war, dass er Spaß hat. Einfach egoistisch und es zeigt mir, dass es ihm (letztlich) egal ist, welche verbrannte Erde er damit bei mir hinterlässt;
- er 15 Jahre einfach so wegwirft als seien sie bedeutungslos;
- er so schwach und eine Wurst ist;
- er mich hier mit allem weitestgehend allein lässt und keine Verantwortung für sein Handeln übernommen hat;
- er seinen Worten nur selten Taten folgen lässt;
- er mir das Gefühl vermittelt hat, alle Männer sind betrügende Ar. (ja, ich weiß eigentlich, dass das so nicht richtig ist und unfair, aber ich habe wohl auch Angst davor, dass ein evtl. neuer Partner das nochmal mit mir abziehen könnte)
Ich bin wütend auf mich, weil
- ich seine Kritiken und Wünsche nicht verstanden habe (als es noch nicht die Neue gab);
- ich wütend bin;
- ich immer noch hoffe, das wir unsere Ehe noch irgendwie retten können;
- ich ihn noch immer liebe;
- ich Angst habe, dass es zwischen uns eskalieren wird und die Elternebene dadurch gestört wird;
- ich nicht möchte, dass die Next einen Platz im Leben unseres Sohnes haben wird;
- ich mich nicht nur auf mein Kind und mich konzentrieren kann, sondern er und die Next eine Rolle in meinen Gedanken spielen;
- ich nicht einfach weglaufen kann, auch wenn mir grad danach ist und allein dass ich das denke, macht mich noch wütender;
- ich seit kurzem gelegentlich daran Zweifel, ob meine Entscheidung richtig war, ihn nach "so kurzer Zeit" rausgeschmissen zu haben. Warum zweifel ich jetzt daran, obwohl ich im Innersten doch weiß, richtig so.
Ehrlicherweise bin ich sehr erschrocken darüber, wie wütend ich auf mich selbst bin. Das ist mir beim Aufschreiben erst so richtig bewusst geworden. Und zudem ist meine Seite der Strichliste länger als seine.
Also habe ich mir gedacht, ich muss auch was positives aufschreiben, sonst ist wirklich alles nur sch....
Ich bin meinem NM dafür dankbar, dass
- er die Affäre nicht wirklich verheimlicht hat, sondern im Rahmen seiner Möglichkeiten mir zumindest diesen Respekt entgegengebracht hat, damit ich eine Entscheidung für mich selbst treffen kann (auch wenn das keine Entschuldigung sein soll);
- wir viele schöne gemeinsame Jahre hatten;
- er immer gut für mich gesorgt hat;
- ich für ihn sehr lange über allem und jeden stand;
- wir ein tolles Kind haben;
- er mir in den letzten Wochen geholfen hat zu sehen, wer ich wirklich bin und dass meine Bedürfnisse wichtiger sind;
- er mich aus meinem Dornröschenschlaf geweckt hat;
- mir klar ist, dass ich viel mehr wert bin und jemand besseren verdient habe - und zwar mich und mein Selbstwertgefühl;
- er mir gezeigt hat, dass ich die viel stärkere in unserer Beziehung war;
- dass man nicht blind vertrauen sollte, sondern auch Dinge oder Handeln hinterfragen sollte, auch wenn es anstrengender ist.
Ich bin mir dankbar dafür, dass
- ich die Entscheidung für die Trennung getroffen habe;
- ich alles - und noch viel mehr - gegeben habe, um unsere Ehe zu retten (Guten Morgen Spiegel!);
- ich soviel stärker bin als ich mir je vorstellen konnte;
- ich mich nicht zuhause eingrabe;
- ich nun endlich Verwantwortung für mein Leben übernommen und erkannt habe, dass nur ich für mein Glück verantwortlich bin;
- ich den Alltag eigentlich auch sehr gut alleine meistern kann;
- ich versuche, das Geschehene möglichst objektiv aufzuarbeiten und so mir damit die Möglichkeit gebe wirklich ohne Altlasten in ein neues Leben zu starten.
Also, wer bei diesem unerwartet langen Text noch nicht eingeschlafen ist, danke ich für's Lesen

Oh je. Das ist heftig. Lebenskrisen, wie Erkrankungen, Tod von nahestehenden Personen, scheinen ja oft dazu zu führen, dass sich Betroffene neu orientieren, da sie Angst haben, was zu verpassen. Drei Jahre sind aber auch wirklich eine lange Zeit, seit der das schon so läuft. Wie hast du das aufgenommen? Ich drücke dir für heute die Daumen. Einen perfekten Zeitpunkt gibt es wohl nicht, um es dem Kind zu sagen. Zumal es ja dann auch für einen selbst einen offiziellen Charakter bekommt. Fühl dich gedrückt!