Hallo zusammen,
Update: wir haben einen Paartherapietermin am 18. Januar.
Ich habe dem Herrn Doktor einen Brief geschrieben, in dem ich ihn auffordere, das Patientenverhältnis zu beenden, wenn sie es nicht hinbekommt. Und ihm eine Frist dafür gesetzt und gedroht, seine Frau - die in seiner Praxis arbeitet - und die Ärztekammer zu informieren, sollte er das in diesem Monat einhalten.
Ich muss ihr einen gewissen Vertrauensvorschuss geben, das tu ich allerdings mit großen Bauchschmerzen. Denn ihr erster Gedanke, als ich ihr vom Paartherapietermin war die Angst, ich könnte Namen genannt haben. Und dass die dann von sich aus bei der Ärztekammer anzeigen müssten.
Ich glaube ihr, dass sie bei mir bleiben will, so ganz bereit, diesen Preis zu bezahlen, ist sie noch nicht. Das liegt in der Komplexität, weil sie beruflich bedingt, viele Ärzte hier in der Region kennt. Ich kann ja, wenn ich möchte, dass das was wird, sie und ihre Bedürfnisse nicht völlig ignorieren.
Wir haben jetzt seit Silvester jeden Tag stundenlan gesprochen, manches Mal auch gestritten. Viele alte Verletzungen schaffen sich da natürlich Bahn - weshalb es wichtig ist, dass es bald eine Moderation der Gespräche gibt. Damit es nicht eskaliert und Dinge da mit reinspielen, die da nicht hingehören.
Ich habe ihr heute früh noch einmal gesagt, dass es wichtig ist, dass alles auf dem Tisch liegt. Sie noch einmal überlegen soll - und ihre Ausweichbewegung dazu ist teils nachvollziehbar - weil ich sie kenne und weiß, wie sie tickt, vor allem, wenn sie unter Stress denkt und agiert - , teils halt nicht. Ich habe deutlich gemacht, dass, wenn durch einen Zufall, wie der, der alles ans Tageslicht gebracht hat, in einiger Zeit Dinge herauskommen, das die Chance auf jeden Neuanfang zunichte machen wird oder einen erfolgten wieder zerstören wird. Sie sah zumindest nachdenklich aus - das weist darauf hin, dass mein Bauchgefühl stimmt. Meine Vermutung ist, dass das alles schon länger geht, als sie derzeit zugibt oder dass es schon einmal war, wieder aufgehört hat und sie es wieder begonnen haben.
Was ich nicht will, das habe ich gesagt, sind Details. Wir haben drüber gesprochen, auch darüber, dass "es" mit ihm anders war - aber nicht konkret. Nun sitze ich da und überlege, dass, sollten wir wieder miteinander schlafen, alles was anders ist, bei mir vielleicht den Gedanken auslöst, dass sie das von ihm hat. Und derzeit kann ich mir kaum vorstellen, wie es sein kann, wenn ich weiß, dass er sie genauso gesehen hat wie ich, dass er sie berührt hat.
Mir geht es nach wie vor nicht gut und das wird brauchen. Die Wunde ist frisch. Ich kann kaum an etwas anderes denken.
Jedenfalls werde ich jetzt für die Paartherapie die für mich noch offenen Fragen formulieren und aufschreiben. Schreiben ist ein wichtiger Kanal für mich, die Dinge zu beleuchten.
DAnke für Eure unterstützenden und auch kritischen Fragen.
Entgegen meiner sonstigen Art bin ich so gar nicht sauer, eifersüchtig oder sehr wütend - sondern eher sehr aufmerksam und hellhörig - und zutiefst verletzt. Ich muss kein "Männerding" machen, der Brief an ihn was das Maximale an Konfrontation, das ich (derzeit) benötige. Ich bleibe misstrauisch, will aber nicht hinter allem, was sie tut, gleich das Schlechteste vermuten - denn sie wirklich krank und hat auch beruflich ziemlich Stress. Aber auch auf keinen Fall darf etwas weggeschoben oder bagatellisiert werden.