Update:
Spekulationen helfen mir nicht weiter.

Wir hatten nach dem Abschiedsgespräch erst am Samstag wieder Zeit, miteinander zu reden. Dann aber hatten wir einen Riesenkrach - weil es eben doch nicht ganz so war, wie ich wollte. Es gab Umarmung, es gab nur zufällig Öffentlichkeit und sie ist da mit leichter Hand drüber weg. Das war der Anlass und es ist verbal ziemlich eskaliert und ist natürlich insgesamt nochmal auf die Affäre eingegangen.
Am Ende haben wir uns gefasst und nochmal in Ruhe weiter gesprochen. In entwaffnender Ehrlichkeit sagte sie noch im Zorn auf meinen Einwurf, dass sie mit ihm nichts erlebt habe - von der Therapie abgesehen -, dass sie nicht auch mit mir hätte erleben können, dass das richtig sei. Und sie es lieber mit mir erlebt hätte. Und das, nachdem sie zuvor noch versucht hatte, zu relativieren. Und nein, das war nicht aufgesetzt.
(Bedenkt bitte, ich kann jetzt keine 4 Stunden Gespräch hier abbilden).
In der ruhigen Diskussion sind wir zum ersten Mal richtig an alte Geschichten ran. Sie hat Fragen gestellt zu Dingen, die für sie noch offen sind. Ich habe so gut wie möglich geantwortet - manche Sachen sind 25 Jahre her - und ich habe in dem Moment verstanden, dass sie nicht "nachtragend" ist, wie ich immer dachte - sondern für sie manche Dinge nicht abgeschlossen sind, mit denen ich längst fertig bin und die ich tw. vergessen habe. Das war gut.
Am Sonntag früh bin ich aufgewacht und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass ich meinen Frieden damit machen kann, ich ihr verzeihen werden könne. Es ist noch lange nicht so weit - aber tatsächlich verliert das alles an Gewicht - und es wird wichtiger, was uns verbindet. Das Abschiedsgespräch war soweit dann auch für mich gut. Ich glaube ihr, dass es ein Abschied war. Streitpunkt bleibt, dass sie denkt, dass sie ihn irgendwann wieder sehen kann - in Monaten oder Jahren. Das hab ich negiert. Hab sie gefragt, ob sie denkt, dass ich mit ihm ein B. trinke, wenn wir ihm auf irgendeinem Fest begegnen.
Irgendwie ist in mir jetzt der Verarbeitungsprozess richtig in Gang gekommen. Die letzte Woche war die Hölle, bis zu diesem Termin. Der Blutdruck ist wieder im Rahmen, die Hausärztin, die die Hintergründe kennt, sagt auch, dass man erst einmal noch abwarten soll. Alles andere kann kommen.
Es ist nicht vorbei, ich bleibe misstrauisch - aber ich hab derzeit(!) das Gefühl, dass wir es schaffen können.