Zitat von acoma: Indem man eine Affäre eingeht, werden die Probleme in der Beziehung nicht weniger, ganz im Gegenteil.
Das stimmt. Aber wer sagt, dass es immer noch um diese Beziehung geht? Vielleicht leidet man schon zu lange in dieser Beziehung und wünscht sich sehnlichst eine andere? In der man wieder glücklich ist?
Zitat von acoma: Nur, irgendwann hat man sich auch einmal geliebt, ich persönlich verstehe es nicht, wenn man eine Unwucht feststellt, oder zuviele Kompromisse eingehen muss, oder wenn man glaubt nicht mehr gesehen zu werden, warum man dann in einem anderen Menschen den Heilsbringer sieht?
Stimmt. Irgendwann hat man sich mal geliebt. Und jetzt liebt man sich möglicherweise schon lange nicht mehr.
Niemand redet davon, in einem anderen Menschen einen "Heilsbringer" zu sehen. Aber liegt es völlig außerhalb deines Wahrnehmungsbereichs, dass Menschen sich gründlich auseinanderleben können?
Dass es so etwas wie verschiedene Lebensphasen geben kann, in denen der ursprüngliche Partner einfach nicht mehr zu einem passt?
Dass da auch alles Reden und alle Kompromisse nicht mehr helfen? Weil die Liebe einfach weg ist und nicht wiederkommt?
Das alles bedeutet übrigens nicht, dass ich Affären gutheiße. Das tue ich nicht. Es heißt nur, dass ich über die extreme Dämonisierung und Abwertung der sogenannten Affärenführer, die in diesem Forum bei vielen in Mode ist, den Kopf schütteln muss.
Man tut gerade so, als gäbe es nichts Schlimmeres. Dabei gibt es in Beziehungen oft Dinge, die weit schlimmer sind als den Partner zu betrügen.
Wären die Leute ehrlich und hätten sie Rückgrat, dann würden sie sich aus Beziehungen lösen, wenn diese nur noch ein einziger Krampf sind.
Dann müssten sie auch keine heimlichen Affären führen.
Das tun viele aber nicht, wegen ihrer Bequemlichkeit, wegen des Geldes, wegen dem Hund und Hamster, wegen der Leute und wegen was weiß ich noch was.
Und zwar hüben wie drüben.
Soll heißen, nicht nur die Affärenführer, auch deren Partner denken oft mehr ans Geld und an die sogenannte Sicherheit, als an die Liebe zum Partner, an den Respekt, an die Zärtlichkeit, an die gegenseitige emotionale Unterstützung und was es sonst noch an schönen Dingen in einer guten Partnerschaft gibt.
Aber wehe, der andere geht fremd. Dann ist er das Oberschwein, obwohl man ihn vielleicht schon seit Jahren mit der Zange nicht mehr anfasst und er einem eigentlich nur noch auf die Nerven geht und man ihn täglich runtermacht.
Es ist diese Doppelmoral, die mir so auf den Keks geht.