Zitat von alleswirdbesser: Denk was du willst. Ich muss mich nicht rechtfertigen. Mir tun lediglich die Kinder leid, die das Gerüst Famile, Sicherheit, Zusammenhalt bald gar nicht mehr kennenlernen werden
So nun hab ich die Zeit darauf ausführlich zu antworten.
Allein dass du meinen einzelnen Text drei mal zitiert hast, zeigt das sich einen Punkt in dir triggere, der dich verletzt. Meiner Ansicht nach (und das ist nur meine von außen betrachtete Meinung. Ich kenne dich nicht also ist diese nicht wertend gemeint) bist du ein Mensch der dazu erzogen wurde sich für andere aufzuopfern. Oft nimmt man das aus der Familie schon mit. Dort war dann auch oft die Mutter diejenige welche sich für den Rest der Familie aufopfert. Du tust das vllt. auch. Andere, wie Kinder und Familie stehen an erster Stelle. Egoismus hat da in deinen Augen nichts zu suchen. Und jetzt bin ich ganz frech und sage: Blödsinn!
An aller erster Stelle steht immer DU! Es gibt einen Grund, warum man im Flugzeug die Atemmaske immer erst sich selbst, dann erst den anderen umbinden soll. Ich fand das früher, genau wie du, völlig egoistisch. Zuerst doch das Kind, oder die die ich liebe. Aber, wenn du selbst nicht in der Lage bist, für dich zu sorgen, kannst du es nicht für andere. Sieh, man tut und macht alles für andere und weniger für sich selbst. Stellt sich hinten an und man hört unterschwellig dann eine gewisse Unzufriedenheit und das trägt diese dann auch nach Außen. Ein Mensch der fröhlich pfeifend durchs Leben geht, ist für sein Umfeld doch ein echter Gewinn.
Was deine Bedenken, Kinder haben kein festes Konstrukt, wenn eine Trennung ansteht, finde ich ebenfalls nicht richtig. Kinder haben feine Antennen dafür, ob eine Familie wirklich glücklich ist. Wenn Mamma und Papa sich umarmen und küssen, dann lernen sie, wie eine Paarbeziehung funktioniert. Leben sie nebeneinander her und funktionieren zwar gut, sind aber irgendwie unzufrieden, dann lernen die das auch. Mein LP wuchs in einer Familie auf, wo der Vater von Mo-Fr auf Montage war. Sozusagen auch ein Wochenend Dad. Davon gibt es so viele und die müssen nicht zum Psychologen. Du siehst, das Chaos bei Trennungen richtet nicht die Trennung an sich an, sondern das WIE damit umgegangen wird. Die Machtspiele unter den Erwachsenden, die unterschwelligen Anschuldigungen, ect... das sind die Punkte, welche Kinder zwischen die Stühle treibt. Das Gefühl sich für einen von beiden (oder besser für dessen Anschauung über den anderen) annehmen zu müssen, dass verunsichert sie.
Ich glaube, dass eine Trennung, in die noch ein Dritter involviert ist, kratzt extrem am Selbstwert und das kann ich sehr gut verstehen. Aber das liegt eben auch daran, dass man glaubt man wäre schlechter als der / die neue Partner(in). Das ist aber absoluter Quatsch. Wenn man einen alten Freund hat und dieser begeistert sich jetzt fürs Segeln und geht in einen Club. Dann kann es passieren, dass er dort jemanden trifft mit dem er sich jetzt viel besser austauschen kann. Eben weil sie eine große Gemeinsamkeit haben. Bist du da jetzt als Mensch dann schlechter, weil du da nicht mitreden kannst? Nein... man hat sich eben nur auseinander entwickelt. Drum funkt es so oft unter Arbeitskollegen, da man den gleichen Gesprächsstoff hat. Die Glaube, man wird ausgetauscht, weil der andere "besser" wäre, kommt aus der eigenen Wertung heraus. Und aus diesem Denken heraus reagiert man dann sehr verletzt.
Ich weiß du willst diese Partnerschaft, welche dich so verletzt hast hier nicht erörtern, aber vllt. reflektierst du diese nochmals rückwirkend. War es noch eine Partnerschaft, wo ihr nach Hause kamt und Euch auf den anderen gefreut habt? Also nicht auf den Feierabend, die Kinder, sondern auf den Partner? Oder aber war der einfach nur da (was ja auch gut ist)?
Auch kannst du schauen, wo du dich vllt. auch zu sehr für andere zurückstellst. Du scheinst zu glauben, dass wenn du das tust, müsse das gleiche zurück kommen. Das ist aber nicht immer so der Fall. Erst wenn du gibst ohne gleichzeitig zu erwarten, kannst du nicht enttäuscht werden. Ein gesunder Egoismus gehört im Leben dazu, sonst wird man ausgenutzt und verbittert an dieser Situation.
Das ist nur meine Sichtweise, du kannst natürlich die Dinge anders bewerten. Ich habe vor ein paar Jahren auch noch so gedacht wie du. Aber ich hab erkannt, dass auch ich ein Recht auf Glück habe und mir das kein anderer geben kann. Das muss ich mir manchmal auch selbst holen, wenn andere dies auch als egoistisch erachten.