Hallo Darek,
ich find es richtig gut, dass Du nicht den Familienurlaub abgewartet hast, sondern schon vorher die Bombe hast platzen lassen.
Ich finde es auch gut von Deiner Frau, dass sie sich den Gesprächen (die in der Form mit Dir ja auch für sie neu sind) stellt. Du hast das Boot jetzt zum Schwanken gebracht und sie ist nicht sofort abgesprungen. Das macht Hoffnung darauf, dass ihr eine Lösung findet und nicht direkt im Streit auseinander geht. Auch eine überlegte Trennung ist eine Lösung und besser, als sich zunächst zu verletzen und alle Tücher zu zerschneiden.
In Deinem Thread komme ich immer wieder auf den Dreh- und Angelpunkt "Verantwortung". Nicht Schuld! Sondern das Gefühl, derjenige oder diejenige zu sein, der/die abwarten kann oder in etwas Energie stecken muss.
Ich glaube, ihr habt miteinander eine Dynamik, in der Du Dir die Verantwortung größtenteils aussuchen kannst bzw. durch Schweigen, Warten und Passivität aussuchst. Und sie, wenn sie nicht auf Stillstand und Rückschritt steht, Verantwortung übernehmen muss.
Für sie fühlt es sich dann so an, als schöbest Du ihr die Verantwortung zu, weil sie euch als gleich stark, gleich verpflichtet und gleich verantwortlich ansieht. Und Du siehst euch als gleichberechtigt an, aber nicht als gleich verpflichtet, weil Du mit Arbeiten gehen und Reparaturen schon 80-90% Deiner Verpflichtungen als erfüllt ansiehst.
Kann das sein?
Wie ich darauf komme:
Zitat von Darek: Ich versuchte zu sagen
Zitat von Darek: Ich bin nicht gut darin, etwas so zu verpacken, damit es nicht wie ein Vorwurf klingt,
Zitat von Darek: Meine Frau hat von vorneherein die "Beziehungsfläche" abgesteckt, ich nahm es dann so hin.
Wer trägt die Verantwortung dafür, wenn Dir etwas nicht gelingt?
Muss sie Deine Schwächen ausgleichen oder Du an Dir arbeiten?
Und wie ist es umgekehrt, wenn sie sich etwas vornimmt und es dann nicht schafft? Legst Du dann höhere Maßstäbe an das, was sie eigentlich schaffen müsste an?
Sie sollte und müsste abnehmen und schafft es nicht so, wie Du es Dir vorstellst. Was ist Deine Reaktion? Wer bekommt von euch als Paar die Verantwortung für ihr Gewicht/Aussehen?
Du solltest und müsstest offener, klarer und vorwurfsfreier kommunizieren und schaffst es nicht so, wie Du es Dir vorstellst. Wer bekommt von euch als Paar die Verantwortung für die Kommunikationsqualität?
Mir ist aufgefallen, dass Du beim Gewicht als Endpunkt, den Du nicht überwinden kannst, ihre Chips und Rosé Äußerung festgelegt hast.
Und hier tust Du es wieder mit
Zitat von Darek: die Antworten sind immer die gleichen "was willst Du noch hier?"
Warum erwartest Du knapp eine Woche, nachdem Du erstmals seit langem Dich öffnest und das auch noch zugegebenermaßen destruktiv-vorwürflich tust, von ihr so viel mehr Reife, Lösungen, Auf-Dich-eingehen, Konstruktives als von Dir?
Warum bekommt Deine Frau von Dir ständig die Verantwortung für eure Ehe übergebürdet?
Weil sie sie nach Jahren mit einem "mach einfach, was ich sage, und alles geht gut" angenommen hat?
Oder weil Du in Deiner Ursprungsfamilie nie gelernt hast, Dich so rechtzeitig und klar zu äußern, dass Deine Wünsche auf den rollenden Zug, der sich Alltag nennt, aufspringen können?
Was war denn ihre Bemerkung zu Deinen Kindheitsmustern, die Dich bei eurem ersten Gespräch zum Weinen gebracht hat?
Und was war Deine Äußerung ihr gegenüber kurz bevor sie anfing zu weinen? Weißt Du das noch?
Dein Leben kann aus meiner Draufsicht noch eine bessere neue Wendung nehmen, wenn Du Dich selbst nicht belügst. Wenn Du nicht den ersten greifbaren Widerstand zum Anlass nimmst, Dir selbst erzählen zu können, dass Du "ja alles versucht" hast.
Denn ein "was willst Du noch hier?!" kann einerseits bedeuten, "ich sehe die Ehe ebenfalls als gescheitert an und will mich für Dich nicht mehr ändern". Oder auch "hör auf, auf mich einzuprügeln. Ich liege schon am Boden und wurde von dem Leben mit Dir völlig ausgelaugt. Und Du verlangst immer noch mehr und gibst nichts zurück."