Zitat von Darek:Mit dem Käfig meine ich nicht den Freiraum, sondern meine Einstellung, meine Sichtweise, meine Prinzipien. Ich habe das Gefühl ich muss mich verbiegen, damit es funktioniert, nicht immer, aber es kommt auf das Thema an. Vieles funktioniert weil ich da keine eigene Meinung habe oder es mir nicht wichtig ist, wieso ...
Danke für deine Erklärung – jetzt wird deutlicher, was du mit dem "Käfig“ meinst.
Und trotzdem spüre ich einen kleinen Widerspruch:
Erst klang es so, als bräuchtest du mehr äußeren Freiraum – jetzt beschreibst du eher einen inneren Käfig aus Prinzipien, Anpassung, Nachgeben.
Das wirft die Frage auf:
Was macht es dir so schwer, bei bestimmten Themen wirklich deine Sicht klar zu vertreten – ohne gleich in einen inneren Rückzug zu gehen?
Hast du Sorge, dass du dann nicht mehr geliebt wirst? Oder dass es eskaliert?
Vielleicht fühlt sich der Käfig deshalb so eng an – weil du dich zwischen Verbindung und Selbsttreue entscheiden musst. Dabei wäre doch beides möglich, oder?
🤔Zitat von Darek: Meine Frau trifft Entscheidungen, die sich sehr oft als richtig erweisen. Aber inzwischen habe ich das Gefühl,dass sie der Taktgeber ist oder sein möchte und ich der Spieler hinter dem Piano. Klar habe wir sehr viel erreicht, nur wenn der eine sich sagt, hätten wir all das nicht, dann hätten wir es anders und wären genau so glücklich oder vielleicht der andere glücklicher. Es ist immer die Frage welche Ziele man sich im Leben setzt. Sind es gemeinsame Ziele oder zieht der andere einfach nur mit.
Du beschreibst das Bild vom "Spieler hinter dem Piano“ – und es klingt, als würdest du dich in eurer Beziehung oft in einer begleitenden Rolle erleben, während deine Frau den Takt vorgibt.
Vielleicht war das lange okay für dich, gerade weil vieles ja auch gut lief. Aber jetzt spürst du offenbar: Da fehlt etwas von dir selbst in eurem gemeinsamen Weg.
Was du andeutest, klingt fast wie ein leiser Vorwurf an dich selbst – dass du lange mitgezogen hast, ohne ganz bei dir zu bleiben.
Und nun kommt die Frage auf: Waren es wirklich gemeinsame Ziele – oder warst du eher der, der mitläuft?
Vielleicht geht es weniger um äußere Freiheiten – und mehr darum, innerlich wieder gleichwertig in der Beziehung zu stehen. Nicht als Gegenspieler, sondern als echter Partner auf Augenhöhe.